Prognose über deutsche Gasspeicher
Berlin [ENA] Die deutschen Gasspeicher sind derzeit (Stand 10./11. März 2026) zu etwa 21,5–21,6 % gefüllt (rund 54 TWh von 251 TWh Gesamtkapazität). Das ist historisch niedrig für diese Jahreszeit – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt – und liegt etwa 20 Prozentpunkte unter den Werten der Vorjahre zu diesem Zeitpunkt. Der Stand steigt jedoch leicht an (+0,13–0,14 % pro Tag), da Importe den Verbrauch derzeit übersteigen.
Wie lange reichen die Speicher noch aus, bevor ein Blackout droht? Es droht aktuell kein Blackout und keine Gasmangellage. Wir befinden uns im Frühjahr (Heizsaison fast vorbei), der tägliche Verbrauch liegt bei ca. 2,5–3 TWh, während Importe bei ca. 3,2 TWh liegen. Die Speicher dienen nur noch als Puffer – die laufenden Lieferungen decken den Bedarf. Bei durchschnittlicher Witterung und aktuellen Einsparungen reicht der Bestand problemlos bis weit in den Frühling/Sommer 2026 hinein (frühere Prognosen wie vom DVGW sahen schon im Januar/Februar eine Reichweite bis Ende April vor). Eine akute Krise ist nicht in Sicht.
Gibt es seriöse Vorhersagen? Ja – von offiziellen Stellen und Experten - Bundesnetzagentur (BNetzA): Die Gasversorgung ist „stabil“, die Versorgungssicherheit „gewährleistet“ und das Risiko einer Engpasslage „gering“. Es gilt weiterhin die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas (seit 2022, zuletzt angepasst), aber keine Alarm- oder Notfallstufe. Blackout-Szenarien werden nicht als realistisch eingestuft. INES (Initiative Energien Speichern) und DVGW: Bei normaler Witterung und laufenden Importen kein Mangel bis mindestens Ende April 2026. Die Speicher sind kein alleiniger Indikator mehr – entscheidend sind die kontinuierlichen Importe.
Alarmistische Warnungen (z. B. aus YouTube-Kanälen oder manchen Medien) vor „Katastrophe“ oder „Blackout im März“ werden von BNetzA, BMWK und seriösen Analysen (z. B. Tagesschau-Faktencheck) als übertrieben zurückgewiesen. Das echte Risiko liegt nicht jetzt, sondern bei der Auffüllung für den Winter 2026/27 (niedriger Startpunkt + mögliche Preisschwankungen). Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung (BMWK/Bundesregierung)? Die Strategie seit 2022 (Wegfall russischer Lieferungen) wird fortgesetzt und angepasst – mit Fokus auf Diversifikation und Marktorientierung statt direkter Staatseingriffe:
LNG-Import-Infrastruktur: Vier schwimmende Terminals (FSRU) in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Stade und Lubmin/Mukran sind seit Winter 2022/23 in Betrieb. 2025 wurden bereits über 100 TWh LNG importiert (Anteil ca. 10 % der Gesamtimporte, vor allem aus USA, Katar, Algerien). Landbasierte Terminals (z. B. Brunsbüttel) sind im Ausbau. Das ermöglicht flexible, schiffbasierte Lieferungen unabhängig von Pipelines. Diversifikation der Lieferquellen: Norwegen liefert derzeit ca. 44–50 % des Gases (Pipeline), weitere Anteile aus Niederlande, Belgien und LNG. Heimische Förderung + Biogas (ca. 11,5 TWh) ergänzen.
Auffüllung der Speicher: Keine neue Umlage mehr, die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 komplett abgeschafft (Entlastung der Verbraucher um mehrere Milliarden Euro; Differenz aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert). Der Markt soll die Speicher selbst füllen. Es gelten weiterhin EU- und nationale Mindestfüllvorgaben (80 % zum 1. November, bis April 2027 verlängert), aber niedriger als früher. Weitere Schritte: Regelmäßiges Monitoring durch BNetzA, Notfallplan Gas mit Krisenteam, Diskussion über eine strategische Gasreserve.. Neue Gaskraftwerke sind geplant, um die Stromversorgung abzusichern. Die Regierung setzt explizit nicht auf Markteingriffe, sondern auf funktionierende Importe und europäische Solidarität.




















































