Kostet Atomstrom mehr oder weniger als Ökostrom?
Berlin [ENA] Atomstrom wäre für Privathaushalte in der Praxis tendenziell günstiger als ein reiner Erneuerbaren-Mix – vor allem bei bestehenden Anlagen. Dies zeigt der reale Vergleich mit Frankreich (Atom-dominiert). Bei neuen Kraftwerken (LCOE = Stromgestehungskosten) sind Erneuerbare jedoch deutlich billiger. Der Unterschied liegt in abgeschriebenen Investitionen bei alten AKWs, niedrigen Betriebskosten und Systemkosten.
(Speicher/Netz bei EE). Externe Kosten (Entsorgung/Risiken bei Atom) sind hier nicht eingerechnet.Schritt 1: Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts (Daten 2024–2026)Durchschnittlich 1.900–3.000 kWh/Jahr (ohne elektrische Warmwasserbereitung): Wohnung/Mehrfamilienhaus: ca. 2.000 kWh/Jahr Einfamilienhaus: ca. 3.000 kWh/Jahr Mittelwert für Rechenbeispiele: 2.500 kWh/Jahr (realistisch für gemischte Haushalte). Quellen: Stromspiegel, co2online, BDEW, ADAC, WEMAG (Stand 2025/2026).
Schritt 2: Reale Endverbraucherpreise (Haushaltsstrom inkl. Netz, Steuern, Abgaben) Deutschland (hoher EE-Anteil ~52–59 %): 38,35 ct/kWh (Eurostat 1. Halbjahr 2025; BDEW 2025/2026: 37–39 ct/kWh). Frankreich (ca. 70 % Atomstrom aus bestehenden Werken): 26,64 ct/kWh (ca. 30 % günstiger). Rechenbeispiele (Jahresrechnung brutto): 2.000 kWh (Wohnung): – Deutschland (EE-Mix): 2.000 × 0,3835 € = 767 €/Jahr – Frankreich (Atom): 2.000 × 0,2664 € = 533 €/Jahr → 234 € günstiger 3.000 kWh (Einfamilienhaus): – Deutschland: 3.000 × 0,3835 € = 1.151 €/Jahr – Frankreich: 3.000 × 0,2664 € = 799 €/Jahr → 352 € günstiger 2.500 kWh (Mittel): – Deutschland: 959 €/Jahr – Frankreich: 666 €/Jahr → 293 € günstiger
Fazit reale Preise: Atomstrom (bestehende Anlagen) macht die Haushaltsrechnung deutlich billiger. Grund: Niedrige Grenzkosten (Brennstoff + Betrieb) bei alten Reaktoren. In Deutschland treiben hohe Netzentgelte, Steuern und frühere EEG-Umlagen den Preis hoch – nicht die Erzeugung selbst. Schritt 3: Reine Stromgestehungskosten (LCOE – nur Erzeugung, neue Anlagen, Deutschland 2024) Fraunhofer ISE-Studie (2024): Erneuerbare (Onshore-Wind/Solar-Freifläche): 4,1–9,2 ct/kWh (Mittel ~6 ct/kWh) Neue Kernkraftwerke: 13,6–49 ct/kWh (Mittel ~25 ct/kWh; hohe Kapitalkosten, lange Bauzeiten, niedrigere Auslastung im EE-System). Rechenbeispiele (nur Erzeugungskosten, hypothetisch ohne Netz/Steuern): 2.500 kWh Mittelwert:
– Erneuerbare (6 ct/kWh): 2.500 × 0,06 € = 150 €/Jahr – Atom neu (25 ct/kWh): 2.500 × 0,25 € = 625 €/Jahr → 475 € teurer 2.000 kWh: EE = 120 € | Atom neu = 500 € 3.000 kWh: EE = 180 € | Atom neu = 750 € Fazit LCOE: Bei Neubau wäre Atomstrom teurer (2–4× höhere Erzeugungskosten). Erneuerbare sind heute die günstigste neue Stromquelle. Selbst mit Speichern bleibt EE oft günstiger als neue AKWs (Hinkley Point C, Flamanville: Kostenexplosionen).
Gesamtfazit & Hinweise: Für Verbraucher heute (bestehende Anlagen): Atomstrom billiger (Frankreich-Beweis: –30 % Preis). Ein 2-Personen-Haushalt spart 250–350 €/Jahr. Bei Neuinvestitionen (Zukunft): Erneuerbare billiger – Atom wäre teurer und risikoreicher. Warum der Unterschied? Bestehende AKWs sind „abbezahlt“; neue sind kapitalintensiv. EE brauchen Speicher/Netzausbau (zusätzliche Kosten), aber die reinen Erzeugungskosten sind unschlagbar niedrig. Deutschland-Preis hoch wegen Steuern/Abgaben (nicht wegen EE selbst). Empfehlung: Für Privathaushalte lohnt sich ein Mix mit viel EE + Speicher (eigene PV + Batterie) oder ein günstiger Tarif. Bei 2.500 kWh spart effizientes Verhalten + PV-Anlage schnell 300–500 €/Jahr, Preise 2026 gesunken.




















































