Dienstag, 05.05.2026 10:53 Uhr

Forum Wellpappe Austria kämpft mit Kostendruck

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 05.05.2026, 09:32 Uhr
Kommentar: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 154x gelesen

Wien [ENA] Man würde es nicht glauben, denkt man an die Berge von Kartons, die uns das florierende Paketbusiness der letzten Jahre beschert hat, dass die österreichische Wellpappeindustrie trotzdem nicht gerade euphorisch ist. Ganz im Gegenteil, denn bei einer Pressekonferenz im April 2026 haben Stephan Kaar und Horst Santner vom Forum Wellpappe Austria darauf hingewiesen, dass mit Kostendruck und Krisenfolgen zu rechnen ist.

Zwar ist die stabile Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen mit einem Produktvolumen von 709 Millionen Quadratmeter und 509 Millionen Euro Umsatz erfreulich, nichtsdestotrotz müssen sich die Unternehmen in einem Markt behaupten, der von hohen Kosten für Personal, Produktion, Energie, Rohstoffen, Logistik und ausserdem von internationalen Krisen gezeichnet ist. Gleichzeitig wächst angeblich auch der bürokratische Aufwand durch die EU und österreichische Vorgaben deutlich und eine Branchenumfrage zeigt, dass regulatorische Anforderungen mittlerweile zu den größten Belastungsfaktoren zählen, gemeinsam mit den stark gestiegenen Arbeitskosten. Trotz dieser Probleme, wird weiterhin konsequent in moderne Produktionstechnik investiert.

Immerhin haben die sieben Unternehmen des Forum Wellpappe Austria 1.600 Beschäftigte und bilden jährlich 70 Lehrlinge aus. Natürlich ist das bewundernswert, aber in den vergangenen fünf Jahren sind auch die Gehälter um 27 Prozent gestiegen, was nach Santner durch Produktivitätssteigerung nicht wirklich wettzumachen ist, sodass wahrscheinlich auch staatliche Subventionen in irgendeiner Form notwendig werden müssen. Dabei erfüllt Wellpappe wichtige Voraussetzungen für die Kreislaufwirtschaft und der EU- Verpackungsverordnung, denn mehr als 90 Prozent werden recycelt und sind damit auch ein Paradebeispiel für die sogenannte Nachhaltigkeit, die aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass Konsum und Produktion immer umweltbelastend sind.

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