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Erobern KI-Agenten die Software- und Arbeitswelt?

Verantwortlicher Autor: Hubertus C. Tuczek Landshut, 24.02.2026, 00:07 Uhr
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Landshut [ENA] In den letzten Wochen gab es Erschütterung an den Aktienmärkten bei Softwarefirmen. Insbesondere SaaS (Software-as-a-Service)-Anbieter wie Sales Force waren betroffen. Ausgelöst wurden sie wesentlich durch die neue Version des KI-Modells Claude Opus 4.6 von Anthropic und die Wahrnehmung von Investoren, dass KI-Agenten in Zukunft wesentliche Umfänge von klassischer Software übernehmen.

Das am 5. Februar vorgestellte KI-Modell Claude Opus 4.6 bietet fortschrittliche Agenten Funktionalitäten im Sinne von autonomen KI-Projektteams, die komplexe Software-Workflows ohne Menschen durchführen können. Das bedeutet, dass Künstliche Intelligenz Interfaces ersetzt und Software selbstständig bedienen kann. Komplexe CRM- und ERP-Oberflächen werden damit umgangen und somit überflüssig. Nutzer müssen also nicht mehr (oder weniger) in diese Software User Interfaces klicken. Dadurch werden weniger Nutzerlizenzen benötigt, was jedoch das zentrale Geschäftsmodell von SaaS-Firmen ist.

Die Entwicklung von Agententechnologien war auch ein Thema auf dem 10. Landshut Leadership Forum an der Hochschule Landshut in verschiedenen Panels im November letzten Jahres, siehe Link: www.haw-landshut.de/landshut-leadership Hierbei gab es interessante Erkenntnisse. Dr. Andreas Liebl, CEO appliedAI Initiative GmbH, wagte in seinem Impuls: „Europa im Jahr der KI-Agenten– Zwischen Aufbruch und Abseits" die Prognose, dass sich die Art zu arbeiten in den nächsten zwei Jahren signifikant verändert werde. Er zeigte das auf an einem Beispiel, bei dem mit der Unterstützung von Agenten ein neues Angebot, basierend auf konkreten CD-Daten automatisiert in 4 Sekunden erstellt werden kann, wofür ein Team mehrere Tage oder Wochen brauchen würde.

Er führte aus, dass die Entwicklung so weit gehen können, dass das „One Person Unicorn“ möglich wird. Dies bedeute, dass ein einzelner Mensch mit einer Vielzahl von Agenten, ein Unternehmen mit einer Bewertung von 1 Milliarde aufbauen könne. Interessanterweise waren es gerade zwei Vertreter der Firma Salesforce, Thomas Honer, Director Sales und Christoph Feldmann, Regional Vice President Professional Services, die mit ihren Vorträgen die Potentiale von Agentensystemen für die Arbeitswelt hervorhoben, was sich mit der Initiative „Agentforce“ bei Salesforce manifestiert. Mit Blick auf den Fachkräftemangel in Deutschland bleibt zu hoffen, dass wir die Chancen zeitnah ergreifen können.

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