Mittwoch, 10.06.2026 06:25 Uhr

SPDgrüner Traum von olympischen Spielen in Hamburg vorbei

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Hamburg, 10.06.2026, 01:46 Uhr
Kommentar: +++ Sport-Nachrichten +++ Bericht 447x gelesen
SO schön hätte die Eröffnung sein können
SO schön hätte die Eröffnung sein können  Bild: xxxnobodyxxx / pixabay.de

Hamburg [ENA] Bevor sich hier jemand aufregt das dieser olympische Bericht so spät sei – ist er ja gar nicht. Die Abstimmung war doch erst am 31. Mai 2026, und noch bis letzten Samstag liefen von SPD Mitgliedern des Senats Hamburg Werbevideos für die Pro - Abstimmung zu den olympischen Spielen in Hamburg.

Am Ende halfen die üblichen Reden, wie toll das doch alles wäre, wenn die olympischen Spiele nach Hamburg kämen, nix. Da aber das Abstimmungsergebnis doch recht knapp war, ist, und das sage ich ungern, die Linke das Zünglein an der Waage gewesen, denn hätte die Linke und deren Anhänger dafür gestimmt, dann wäre das Projekt durch gewesen. Knapp 1 Woche vor der Wahl waren noch 41 % für Olympia, am Tag der Wahl waren es immerhin 45.1 %, aber zum Glück reichte das nicht. Beteiligt hatten sich fast die Hälfte der Hamburger, 49.5 % gaben ihr Votum kund. Aber auffällig ist im finanziellen Bereich, das Hamburg, natürlich genauso verschuldet wie die meisten Städte und Kommunen in Deutschland, innerhalb der letzten 2 Jahre Schulden abbauen konnte.

Aber jetzt plötzlich geht das alles nicht mehr, finanziell schlimme Zeiten kommen auf Hamburg zu. Klar ist, neben den rund 2 Millionen Euro an Werbetrommelkosten sind sicherlich so manche Euros für Jobs ausgegeben worden. Aber die Bürger haben nun in der Abstimmung am 31. Mai 2026 dem konkreten Bewerbungsvorhaben für 2036, 2040 oder 2044 eine Absage erteilt. Und das ist gut so. Denn natürlich wird bei jedem Großereignis, das man unbedingt als Partei wie hier SPD / Grüne haben und durchdrücken will, alles schöngeredet bis hin zu der längst durchgerechneten und kalkulatorisch lohnenden Olympiade verkauft. Ach ja ? Das haben die beiden Parteien ja hinlänglich bewiesen.

Wie mies sie in Sachen Kalkulation und Geldnutzung unterwegs sind, natürlich macht die Bundespartei in Namen Klingbeil alles vor, wie man es falsch macht. Der Bau der Elbphilharmonie kostete später statt 75 Millionen Euro rund 800 Millionen Euro, die Bauzeit war 3x so lange wie errechnet. Das sogenannte Haus der Erde. Sollte eigentlich mal 180 Millionen Euro kosten, bisher schon rund 425 Millionen Euro, ist aber noch nicht fertig. Bauzeit ebenso rund 3s so lange – bisher. Und der Elbtower, das geplante neue Wahrzeichen der Stadt. Kein Steuergeld fließt in den Bau, so der Senat damals. Ber wenn irgendetwas genehmigt ist, fragt hinterher keiner mehr nach, wird keine Genehmigung entzogen.

Inzwischen gehen mehr als 500 Millionen Euro Steuergeld in den Bau. Und die Kosten bei der möglichen Olympiade Hamburg ? Noch im März erklärte der Senat, Ausgaben von rund 4.8 Milliarden Euro würden Einnahmen von 4.9 Milliarden Euro entgegenstehen. Alleine der Ticketverkauf sollte 10 Millionen Euro einspielen, dazugerechnet wurden rund 200 Millionen Euro Bundesmittel. Sportsenator Grothe, natürlich SPD, betonte, alles sei mehrfach durchgerechnet und geprüft, das kein Risiko bestehe, mit einer Null, eigentlich mit Gewinn auszusteigen. Gab es eigentlich mal eine Olympiade in den letzten 10 Jahren, wo der Veranstalter schon vorweg gesagt hat, alles nicht finanzierbar, wir machen Schulden ?

Ich glaube nicht. Schauen wir uns doch mal die repräsentativen Zahlen vergangener Veranstaltungen an. In der Bewerbung Frankreich, Paris 2024 waren 2.4 Milliarden Euro Ausgaben veranschlagt. Der Rechnungshof Frankreich bestätigte nun einen Kostenfaktor von rund 6 Milliarden Euro, einige Kosten, wie die Reinigung der Seine, insgesamt rund 1.4 Milliarden Euro, waren noch gar nicht berücksichtigt. Eine Studie des DOSB kommt zu dem Schluß, das die Olympischen Spiele zwischen 2000 – 2012 ein Defizit zwischen 29 – 59 % erwirtschaftet haben. Der DOSB warnt vor inzwischen weltweit diskutierten Kostenexplosionen bei der Ausrichtung von Olympischen Spielen.

Auch die Heinrich Böll Stiftung hat eine Studie mit dem Titel „ Die öffentlichen Kosten, die das Olympia Budget verschweigt „ herausgebracht. Das alles scheint an Hamburg ja vorbeigegangen zu sein. Capital + hat in einem Artikel vom 24. Juli 2024 mit dem Titel: „ Das waren die teuersten Olympischen Spiele „ die Kosten von olympischen Spielen beleuchtet. Abgesehen davon, das keine Spiele Gewinne verzeichnen konnten, gab es im Gegenteil öfters Kostenfaktoren, die in der Endabrechnung irgendwie nicht auftauchten.

Die 3 größten Flops in der Geschichte der Olympischen Spiele waren die Sommerspiele 2020 in Tokio mit einer Kostenexplosion am Ende von knapp 130 % mehr, anders gesagt rund 13.7 Milliarden Euro. Die Winterspiele in Sotschi von 2014 erkämpften sich in der Kostenrangliste den Platz 2. Rund 25 Milliarden Euro standen einer Kostensteigerung von fast 290 % gegenüber, aber der umbestrittene Sieger forever sind oder waren die Sommerspiele in Rio de Janeiro 2014.

Da waren echte Experten am Drücker und verrechneten sich leicht – oder haben bewußt fehlgerechnet, denn die Spiele schlugen letztlich mit über 23.5 Milliarden Euro zu Buche, anders gesagt eine kleine Kostensteigerung gegenüber der Kalkulation mit rund 350 %. Da sage ich Herzlichen Glückwunsch. Apropro Experten, die es ja überall auf der Welt gibt, auch in Hamburg. Was hat unser Digitalminister Dr. Wildberger zu der Eröffnung eines KI - Instituts in Deutschland gesagt: Das wird mit Experten auf Weltniveau besetzt. Jetzt muß er nur noch auf eines achten: Das die KI nicht schlauer als die Weltniveauexperten sind.

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