World Money Fair in Berlin beendet Update 03.02.2026
Berlin [ENA] Vorgestern Abend haben sich die Türen der weltgrößten Münzmesse erst einmal wieder geschlossen. Und trotz des Jubiläums von 20 Jahren, trotz höchster Gold- und Silberpreisen, gepaart mit Krisen aller Art, war diesmal der Andrang am ersten Tag eher verhalten.
Update: Diese Nachricht hat mich tatsächlich am 31.01.2026 um 0.00 Uhr erreicht, also genau nach Schluß der Messe. Die Münze Deutschland hat die Produktion sämtlicher Silbermünzen, auch der anvisierten 35 Euro Silbermünze auf unbestimmte Zeit eingestellt, weil der Silberkurs zu extrem ansteigt. Es sei wirtschaftlich nicht tragbar. Wann die Produktion wieder beginnt, könne wegen des Kurses derzeit nicht gesagt werden. Inzwischen ist von der Reduzierung des Silbergehaltes die Rede, um wieder wirtschaftlich zu werden. Natürlich gar nicht im Interesse der Sammler. Aber wen interessiert das schon. Sogar die Abkehr von Silber ist im Gespräch. Meine Idee: Produzieren wir doch Alumünzen wie in der DDR, die sind billig und leicht.
Leider war die Presse diesmal nicht vor Öffnung und Zugang aller Besucher zugelassen, daher diesmal so gut wie keine Fotos von der Halle und Ausstellern, zudem war der Zugang zur Empore mit Übersicht über die Haupthalle versperrt. Aber beginnen möchte ich kurz mit dem Technologieforum, das am Vortag der Messe veranstaltet wurde. Hier ging es um versch. Allgemeine Themen rund um Münzen und Barren. Es wurde zum Beispiel eine neue Prägestraße vorgestellt, die auf relativ kleinem Platz trotzdem durch Geschwindigkeit, Präzision, Robotertechnik, Nutzung von mehr Materialien und Verringerung von Ausschuss auffiel.
Ein Nebeneffekt, der positiv dargestellt wurde, war die Einsparung von Überwachungs- und Bedienpersonal, in dem Beispiel wurde für eine Produktionslinie statt bisher 6 Personen nur noch eine Person benötigt, im Prinzip rein zur Überwachung der einwandfreien Funktion der Maschine. Ein anderes Thema war der Einsatz der KI bei der Motivgestaltung und Produktion von immer detailreicheren Münzen, was durch KI möglich werden wird. Auch hier einige Beispiele, wie die KI selbst Fotos höchstdetailliert auf einen Münzrohling umsetzt mit entsprechender Software. Auch das Thema Sicherheitsmerkmale bei Münzen war ein großes Thema mit einem Fachexperten der Deutschen Bundesbank Frankfurt.
Was der Experte mit geschultem Auge innerhalb von wenigen Sekunden oder auch in Kleinstarbeit unter Mikroskop und Chemiebad als echt oder Fälschung definierte, ist natürlich für einen Laien unmöglich, weder sind die Anforderungen noch die Kenntnisse da. Kommen wir zum ersten offiziellen Tag der Verkaufsmesse. An jedem Messetag waren die Hallen für sogenannte Fachbesucher bereits ab 8 Uhr geöffnet, alle regulären Besucher und Presse durften erst ab 10 Uhr in die Hallen. Das führte natürlich insbesondere bei den extrem limitierten Ausgaben, teilweise nur 50 Stück pro Tag, dazu, das fast der gesamte Bestand schon vorab „ verteilt „ war oder die Schlange schon stattliche Größe angenommen hatte.
Im Prinzip mußte sich jeder Besucher vorab klar darüber sein, sich nur bei einer Schlange anzustellen, die am wichtigsten war. Und dazu kam es wie es kommen mußte: Ausgerechnet passend zur Messezeit plötzlich ein drastischer Absturz bei Gold und Silber um 30 – 40 %. Was allerdings die Händler nicht dazu veranlasst hat, die Preise zu senken. Immerhin hatte z. B. Österreich mit der limitierten Wiener Philharmoniker 1 Unzen Silbermünze ca. 2 Wochen vor Messebeginn den Preis gefixt, und obwohl noch einen Tag davor schon fast der Preis erreicht war, nicht erhöht. Aber auch hier reichten die 200 Stück pro Tag nur eine knappe halbe Stunde, weg waren sie.
Einige Stände die mir besonders auffielen, waren die Artmint, Germania Mint, CIT Liechtenstein und T & S Coin. Alles Firmen, die mit besonders detaillierten farbenfrohen Highreliefmünzen ihre Neuheiten und auch „ alte Bekannte „ präsentierten. Gleich zu Beginn habe ich mich vermeintlich am Stand von CIT beschweren wollen. Der Mitarbeiter wollte sich trotzdem meinen Ausführungen stellen als er das zu hören bekam: „ Ich muß mich bei Ihnen heute beschweren; die Firma CIT stellt mit ihrem gesamten Portfolio so viele schöne Münzen her, das es schwer ist, zu entscheiden, welche man kaufen will, denn alle kann man nicht kaufen. Das geht ja gar nicht.“ Sie können sich denken, der Mitarbeiter konnte mit dieser Aussage gut umgehen.
Sie finden hier bei diesem Bericht eine Vielzahl von Münzen dieser 4 Firmen. Urteilen sie selbst. Natürlich gab es an diversen Ständen tolle wertvolle einzigartige Stücke. Es waren ja dann auch eine Vielzahl von originalen staatlichen Münzprägeanstalten zugegen. Mir ist aufgefallen: Der Vatikan war nicht dabei, Nordkorea auch nicht (ja, die hatten vor Jahren tatsächlich Vertreter da, die haben sogar Banknoten verkauft). Frankreich hatte keine Anlagemünzen der hohen Nennwerte dabei (1000 Euro, 2500 Euro, 5000 Euro, 10000 Euro), Neuseeland hat ein streng limitiertes Messe – Monopolyspiel in elegantem Schwarz – Gold (nein, nicht Schwarz-Rot-Gold) angeboten, mit einem 1 Unzen Silber Monopolytaler.
Ich habe mich spontan entschlossen, nicht am Minting Experience teilzunehmen, denn dieses Mal kostete die Medaille, wenn auch nummeriert, 5 Euro für Normalbesucher. Auch habe ich mir am Swissmint – Stand die limitierte Silbermedaille nicht geholt. Medaillen sind nicht so mein Fall. Stattdessen konnte ich an einem „ Privatstand „ einen Sack mit 500 Aluminiummünzen der ehemaligen DDR in bankfrischer Erhaltung diverser Jahrgänge ergattern zu einem sensationellen Preis. Auf meine Frage woher so viele bankfrische Münzen jetzt noch kommen, die einfache Antwort: Ein Familienangehöriger hat früher bei einer DDR Bank gearbeitet.
Und o Wunder: Auch die National Bank of Ukraine hatte einen Stand, wo neben Sondermünzen auch diverse Münzrollen ausgestellt waren. Ausgestellt ist das richtige Wort, es wurden keine, gar keine Produkte verkauft; auf meine Frage hin, ob es auf der Messe überhaupt einen Stand mit ukrainischen Münzen gäbe, betretendes Schweigen. Aber später habe ich von einen ukrainischen Bürger, der derzeit in Deutschland lebt, tatsächlich dahingehend Hilfe bekommen. Der kannte nämlich den einzigen Händler auf der Messe, stammend aus Litauen, der sogar Münzrollen aus der Ukraine vorrätig hatte. Litauen liegt ja nun auch nicht so weit von der Ukraine weg.
Von vielen Dingen wie die Live Bühne hatte ich in meinem Vorbericht ja schon gesprochen. Ach ja, was mir auch besonders gefallen hat, was viele Leser gar nicht mehr kennen: Die italienische Firma Power Coin hatte mit einer Limitierung von nur 99 Stücke eine vergoldete aus 2 Unzen Silber bestehende Floppy Disk nachgebildet als gültige Münze, wirklich edel. Ob alle 99 Stück letztlich verkauft worden sind, da die Verfügbarkeit ja nur auf der Messe gegeben war, kann ich nicht sagen, denn der Preis war mit rund 400 Euro dann doch recht hoch.
Was soll ich noch sagen: Ich lasse Bilder sprechen, und davon so einige. Ach ja, liebe Messeleitung, es wäre dann doch toll, wenn nächstes Jahr schon am ersten Tag eine Möglichkeit der Garderobenabgabe ist, so muß keiner seinen Wintermantel, Schal und Handschuhe die ganze Zeit mit sich rumtragen, wenn man ohne Auto kommt. Das war nämlich wirklich blöd.




















































