Samstag, 22.06.2024 04:19 Uhr

Raubtiere in Südtirol und Trentino

Verantwortlicher Autor: Felix Pfitscher Südtirol / Trentino, 01.06.2024, 19:20 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Special interest +++ Bericht 7386x gelesen
Ende Mai bis Ende September weiden  Milchkühe, Jungrinder, Kälber, Pferde und Schafe auf den Almen
Ende Mai bis Ende September weiden Milchkühe, Jungrinder, Kälber, Pferde und Schafe auf den Almen  Bild: Felix Pfitscher

Südtirol / Trentino [ENA] Bären, Wölfe und Goldschakale nutzen erneut die Weidesaison 2024. Gefahr besteht für Wanderer und Weidevieh. In den malerischen Landschaften Südtirols, bekannt für ihre atemberaubenden Bergpanoramen und idyllischen Almwiesen, sehen sich die Landwirte derzeit mit einer ernsten Bedrohung konfrontiert.

Diese Raubtiere haben während der Weidesaison zugenommen und sorgen für steigende Spannungen zwischen den Bedürfnissen der Landwirtschaft und dem Schutz der Wildtiere. Die Weidesaison, eine Zeit, in der das Vieh auf den Almen grast, hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einem Kampf ums Überleben entwickelt. Viehbauern berichten von häufigen Angriffen auf ihre Herden, die sowohl wirtschaftliche Schäden als auch emotionalen Stress verursachen. "Wir hatten in den letzten Wochen mehrere Vorfälle mit Wölfen," erzählt ein Landwirt aus dem Pustertal. "Es ist herzzerreißend, morgens auf die Weide zu kommen und gerissene Schafe zu finden."

Auch Bären, einst seltene Besucher in dieser Region, haben sich mittlerweile in Südtirol etabliert. Diese beeindruckenden Raubtiere sind bekannt für ihre Fähigkeit, Zäune zu durchbrechen und in Ställe einzudringen. Insbesondere in den höher gelegenen Almen wurden wiederholt Bären gesichtet, die auf Nahrungssuche sind und dabei keine Scheu vor menschlicher Nähe zeigen. "Letztens hatten wir einen Bären, der mitten in der Nacht in unsere Scheune eingebrochen ist," berichtet eine Landwirtin aus dem Eisacktal. "Er hat erheblichen Schaden angerichtet und mehrere unserer Ziegen getötet."

Sehr beliebte Wanderwege in Südtirol und Trentino

Neben den bekannten Bedrohungen durch Wölfe und Bären gibt es eine relativ neue Gefahr. “ Den Goldschakal“ Diese schlauen und anpassungsfähigen Tiere haben sich in den letzten Jahren zunehmend in Südtirol angesiedelt. Goldschakale sind dafür bekannt, in Rudeln zu jagen und können sowohl kleine Nutztiere als auch Wild erbeuten. "Die Goldschakale sind sehr schwer zu fassen," erklärt ein Förster aus der Region. "Sie sind äußerst vorsichtig und jagen meist nachts“. Ihre Präsenz hat die Situation für die Landwirte noch komplizierter gemacht.

Angesichts dieser Bedrohungen sind die Landwirte gezwungen, verstärkte Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Elektrische Zäune, Herdenschutzhunde und nächtliche Patrouillen gehören mittlerweile zum Alltag vieler Bauernhöfe. Doch diese Maßnahmen sind oft kostspielig und nicht immer erfolgreich. Die lokale Regierung arbeitet daran, Unterstützung zu bieten und effektive Lösungen zu finden. Förster und Wildbiologen überwachen die Populationen der Raubtiere und versuchen, das Gleichgewicht zwischen Naturschutz und landwirtschaftlichen Interessen zu wahren.

Ein Blick in die Zukunft: * Die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen der Präsenz von Raubtieren und den Bedürfnissen der Landwirtschaft zu finden, bleibt bestehen. Langfristige Lösungen könnten in der Förderung von Koexistenzstrategien liegen, die sowohl den Schutz der Tiere als auch die wirtschaftlichen Interessen der Bauern und Bäuerinnen berücksichtigen. Die Diskussion über den Umgang mit Bären, Wölfen und Goldschakalen in Südtirol wird sicherlich weitergehen. In der Zwischenzeit bleibt den Landwirten nur, sich bestmöglich auf die Weidesaison vorzubereiten und sich gegenseitig zu unterstützen, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation in Südtirol und dem Trentino . Er gibt einen umfassenden Überblick über die Herausforderungen, denen sich die Landwirte angesichts der zunehmenden Raubtierpräsenz stellen müssen. Die Balance zwischen Naturschutz und Landwirtschaft erfordert sowohl Verständnis als auch Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.