Sonntag, 19.01.2020 20:42 Uhr

Neujahrwünsche

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 01.01.2020, 16:42 Uhr
Fachartikel: +++ Special interest +++ Bericht 3054x gelesen

Teningen [ENA] Nun werden alle Menschen ein neues Jahrzehnt unserer Zeitrechnung betreten. Wir möchten die Gelegenheit gerne nutzen um all unseren Lesern zu danken. Die vielen tausend Klicks, die wir immer wieder von unseren Lesern erhalten haben, sind fürwahr eine große Motivation unsere bescheidenen Artikel zu schreiben. Danke hierfür! Für jeden Autor ist das wichtigste Merkmal seiner Arbeit gelesen zu werden.

Jeder Mensch hat etwas zu sagen oder zu berichten und wir Autoren sind äußerst dankbar dafür, dass wir das dürfen und auch die Möglichkeit dazu bekommen. Wie wir alle wissen, ist das nicht selbstverständlich, wenn man in unsere Menschheitsgeschichte zurückblickt. Doch viel wichtiger ist es, dass man auch gehört, bzw. gelesen werden darf und gelesen wird. Zwar wollen und können wir die Welt nicht verbessern, doch ist es uns ein Anliegen manche Dinge aus unserer Sicht zu beleuchten oder gar in einen anderen Blickwinkel zu rücken. Durch die fast schon unheimlich wirkende Medienwelt werden wir überinformiert und, wie wir alle beobachten können, im Denken und in unserer Meinung auch gelenkt.

Themen und Belangen Informationen, Expertenmeinungen und Analysen erhalten zu können. Wir sind Meinungsbildner und auch insbesondere Meinungsempfänger geworden. Eine Meinung zu haben, ist ein entscheidendes Merkmal des aufgeklärten Menschen und des mündigen Bürgers. Keine Meinung zu haben wird im Umkehrschluss als Dummheit, Ignoranz oder als fehlende Bildung empfunden. Begreift man die Medien als marktorientierte Industrie, sind die Meinungslosen die wichtigste Zielgruppe. Jeder muss mit einer Meinung versehen werden. Es darf keine Meinungslosigkeit geben!

Wir alle haben auch erfahren, mit welchen Taschenspielertricks wir dazu verleitet werden gewisse Meinungen zu bilden. Dabei ist es nicht entscheidend in welches Meinungslager wir uns schlagen oder welche Meinung wir als richtig erachten. Hauptsache ist es eine Meinung zu haben. Menschen mit festen Meinungen empfinden wir als starke Personen. Ob sie nun recht haben oder nicht, spielt zunächst mal keine Rolle. Doch kann es auch verwirrend und darüber hinaus gefährlich sein zu Jedem und zu Allem eine Meinung zu haben. Denn Alles auf der Welt ist miteinander verwoben und verschränkt.

So kann es vorkommen, dass sich im eigenen Meinungskatalog Schnittmengen ergeben, bei denen sich die gebildeten Meinungen in einem Selbst widersprechen. In der Bibel wird dieses Phänomen als babylonische Sprachverwirrung beschrieben. Hier hat ein alttestamentarischer Gott aus Rache nicht die Sprachen der Menschen verwirrt sondern ihre Meinungen. Verschiedene Sprachen gab es schon. Hier ging es nicht um die Sprachen sondern das Sprechen. In unserer Erziehung und Bildung haben wir als Grundsatz gelernt uns erst eine Meinung zu bilden, wenn alle Aspekte und Fakten auf dem Tisch liegen.

Das hat uns die kantsche Aufklärung zu lehren versucht und wir erleben dies in jeder Kriminalgeschichte. Der Schuldige kann erst dingfest gemacht werden, wenn die Fakten stimmig sind. Das ist doch logisch und geht ja auch nicht anders, so denken wir. Wir müssen uns immer selbst fragen: Haben wir Alles an Fakten, Zusammenhänge und Aspekte beieinander um uns eine Meinung bilden zu können. Haben wir versucht das Thema in einer mehrdimensionalen und verschränkten Welt in verschiedenen Ebenen zu durchdenken? Versuchen wir das schon bei simplen Themen, erkennen wir wie unsäglich schwierig es ist sich eine korrekte Meinung zu bilden.

aumstation ISS beschreibt der fallende Apfel eine Kurve. Für den Astrophysiker befindet sich der fallende Apfel in einer Spirale. Jede Meinung stimmt. Aber jede Meinung basiert auf einer individuellen Erkenntniswelt. Wir sehen, Meinung ist eine Frage des Standpunktes. Meinung ist immer Mein. Nun erhebt sich die Frage, ob es richtig ist einen Umstand von mehreren Standpunkten zu betrachten? Sitz ich im Auto, gehen mir die Radfahrer auf die Nerven. Sitz ich auf dem Fahrrad, gehen mir die Autofahrer auf die Nerven.

Was ist nun richtig und wer hat Recht? Und wenn wir weise Personen befragen, haben die meist für uns Richtig- oder Falsch-Denker keine Antwort auf alltäglichen Fragen. Wir sollten uns wieder mit dem Gedanken anfreunden, dass es in der Welt der Naturgesetze kein richtig oder falsch gibt, sondern nur das Empfingen von heiß und kalt, hell oder dunkel, groß oder klein. Richtig oder falsch ist ein Gefühl, ein täglicher Ritt auf der Rasierklinge, ein dynamischer Prozess.

Richtig oder falsch spielt sich im Lebensmoment ab und kann nicht mit in Stein gehauenen Geboten bestimmt und gelenkt werden. Die 10 Gebote finden sich in jeder Religion und Philosophie wieder. Die gut gemeinten Gebote funktionieren nur deswegen nicht, weil sie auf Meinungen basiert sind. Die Kunst Denken und Fühlen miteinander gleichwertig zu verbinden, macht es unmöglich feste Meinungen zu haben, aber es festigt eine Lebenseinstellung von Leben und Lebenlassen. Es gehört viel Mut dazu keine Meinung zu einem Thema zu haben und das auch offen auszusprechen.

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