Neues Kanonenfutter für Russland
Aachen [ENA] Laut mehreren Geheimdienstberichten wurden über tausend Kenianer von der russischen Armee für einen Kampfeinsatz in der Ukraine rekrutiert. Dies gab der Abgeordnete Kimani Ichung’wah am Mittwoch im kenianischen Parlament unter Berufung auf Erkenntnisse des Geheimdienstes NIS und der Kriminalpolizei bekannt. Viele dieser Männer seien zu einem Kampfeinsatz gezwungen worden.
Derzeit seien 89 der Männer an der Front im Einsatz, so Ichung’wah weiter. Mindestens 39 Kenianer seien nach Kampfeinsätzen im Krankenhaus, 28 weitere würden vermisst. Die Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren würden nach wenigen Wochen Training an die Front geschickt. Die Ausreise der Männer erfolge häufig mit Touristenvisa über Istanbul oder Abu Dhabi, erklärte Ichung’wah. Nachdem Rekruten vermehrt am Flughafen der Hauptstadt Nairobi aufgehalten worden seien, würden sie nun auch über Uganda und die Demokratische Republik Kongo ausreisen.
Offenbar seien hohe Löhne und Arbeitsplätze in Russland versprochen worden, um die Rekruten zu gewinnen. Vier kenianische Männer kehrten kürzlich in ihre Heimat zurück und berichteten der Nachrichtenagentur AFP, dass ihnen von einem Personaldienstleister in Nairobi ein Monatsgehalt zwischen 920 und 2400 Euro in Russland versprochen worden sei. Einer von ihnen reiste in der Annahme, als Verkäufer zu arbeiten, zwei andere hofften auf Jobs in der Sicherheitsbranche und der vierte auf eine Sportkarriere. Im Dezember schätzten die Behörden die Zahl der für Russlands Armee rekrutierten Kenianer auf 200. Kenianische Zeitungen berichteten in den vergangenen Wochen über Familien, deren Söhne im Ukraine-Krieg gefallen sind.
Die kenianische Regierung verurteilt den Einsatz ihrer Staatsbürger „als Kanonenfutter“ in der Ukraine. Außenminister Musalia Mudavadi plant im März nach Moskau zu reisen, um das Thema zu besprechen. In Kenia laufen bereits erste Gerichtsverfahren gegen Agenturen, die Männer für den Ukraine-Krieg rekrutiert haben. In Südafrika steht derzeit Duduzile Zuma-Sambudla, die Tochter des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, vor Gericht. Sie soll Männer unter falschen Angaben nach Russland vermittelt haben. Eine Influencerin und Radiomoderatorin ist ebenfalls angeklagt. Recherchen verschiedener Medien, darunter AFP, enthüllten kürzlich, wie Russland Männer aus Ländern wie Uganda und Südafrika für den Kampf an der Front rekrutiert.




















































