Dienstag, 14.04.2026 17:47 Uhr

Katastrophenschutz in Unterfranken

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Würzburg, 15.03.2026, 20:14 Uhr
Fachartikel: +++ Special interest +++ Bericht 4809x gelesen

Würzburg [ENA] Der Katastrophenschutz in Unterfranken ist im Rahmen des bayerischen Systems solide aufgestellt. Er folgt dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz und dem landesweiten Konzept „Katastrophenschutz Bayern 2025“. Die Katastrophenschutzbehörden (Kreisverwaltungsbehörden Landratsämter und kreisfreie Städte, die Regierung von Unterfranken sowie das Staatsministerium des Innern) sind für Abwehr und Vorbereitung zuständig.

Es gibt keine festen „Katastrophenschutzeinheiten“, sondern ein flexibles System mit Zugriff auf ehrenamtliche Kräfte über die Katastrophenhilfspflicht. Die Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) koordinieren vor Ort, bei Bedarf überörtlich oder landesweit. Die Ressourcen stammen vor allem aus dem integrierten bayerischen Hilfeleistungssystem (ca. 450.000 Einsatzkräfte bayernweit, davon rund 430.000 ehrenamtlich). In Unterfranken gehören dazu:

- Feuerwehren (Berufs- und Freiwillige Feuerwehren mit Standardausrüstung für Brand, Technische Hilfe und Rettung). - Technisches Hilfswerk (THW) mit Ortsverbänden (z. B. Würzburg, Obernburg) und Fachgruppen für Räumen, Notversorgung/Notinstandsetzung, Technischer Zug. - Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) Bezirksverband Unterfranken mit Bereitschaften: Schnelleinsatzgruppen (SEG) für Sanität, Transport, Betreuung (bis 500 Personen mit Verpflegung, Unterkunft, Psychosozialer Notfallversorgung/PSNV), Technik & Sicherheit (Stromerzeugung, Beleuchtung, Zelte), Information & Kommunikation (IuK mit Spezialfahrzeugen und Drohnen), CBRN(E), Rettungshunde und Motorradstreifen.

- Weitere Hilfsorganisationen (ASB, Johanniter, Malteser, DLRG, Wasserwacht) sowie staatliche Fahrzeuge/Trailer (bayernweit ca. 680 Einheiten) und Bundesmittel. Mobilisierung erfolgt über Alarmpläne und Integrierte Leitstellen (z. B. ILS Untermain für Teile Unterfrankens). Das Konzept 2025 sieht überörtliche Katastrophenschutzlager (idealerweise eines pro Regierungsbezirk, also auch in Unterfranken) und autarke Einheiten vor, plus ein landesweites Ressourcenregister für schnellen Zugriff auf Spezialgerät (z. B. Kräne, Hubschrauber). Die Vorbereitung umfasst Gefährdungsanalysen auf Kreisebene, Übungen und digitale Lagebilder (z. B. GeoKAT).

Für Ereignisse mit Massenanfall von Verletzten (MANV) reichen die Ressourcen in der Regel aus – mit Einschränkungen bei sehr großen oder langanhaltenden Lagen. MANV wird nicht primär über den Katastrophenschutz, sondern über separate Rettungsdienstpläne (nach Bayerischem Rettungsdienstgesetz) abgewickelt. Für Ereignisse mit Massenanfall von Verletzten (MANV) reichen die Ressourcen in der Regel aus – mit Einschränkungen bei sehr großen oder langanhaltenden Lagen. MANV wird nicht primär über den Katastrophenschutz, sondern über separate Rettungsdienstpläne (nach Bayerischem Rettungsdienstgesetz) abgewickelt.

Ja, es gibt analoge Funktechnik als Fallback bei Stromausfall in Unterfranken. Der primäre BOS-Digitalfunk (TETRA/BOSnet) kann bei Netzwerkproblemen oder Stromausfällen (z. B. Blackouts) ausfallen – wie im Mai 2025 bayernweit geschehen. In solchen Fällen schalten Einsatzkräfte auf den herkömmlichen Analogfunk um, der parallel betrieben und explizit als Alternative vorgesehen ist. Das wurde im Landkreis Aschaffenburg (Unterfranken) direkt bestätigt: Bei der Störung griffen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst problemlos auf Analogfunk zurück. Ergänzt wird dies durch mobile Relais, Satellitenoptionen, Stromerzeuger (z. B. bei BRK-Technik & Sicherheit) und Sirenen (teilweise noch analog gesteuert).

Das System ist bayernweit so aufgebaut und funktioniert unabhängiger von der Strominfrastruktur als reiner Digitalfunk. Zusammenfassend ist der Katastrophenschutz in Unterfranken gut vorbereitet und ressourcenstark durch Ehrenamt und überörtliche Vernetzung. Das Konzept 2025 adressiert Schwachstellen (z. B. Personal, Lager, Warnung) und wird schrittweise umgesetzt. Bei Großereignissen greift immer das Prinzip „überörtliche Hilfe“. Die Bevölkerung sollte sich ergänzend selbst vorbereiten (z. B. über BBK-Empfehlungen).

Viele Videos und weitere Beiträge gibt es auch auf meinem X Account unter: https://x.com/JBehr_Presse

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.