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IHM - International Handwerksmesse 2026

Verantwortlicher Autor: Stefan Siedler München, 15.03.2026, 15:17 Uhr
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IHM 2026
IHM 2026  Bild: Natalia Siedler

München [ENA] Die Zukunft in guten Händen: Ein triumphales Comeback des Handwerks in München MÜNCHEN – Wenn sich die Tore der Messe München öffnen und der Duft von frisch gehobeltem Holz auf den technologischen Glanz modernster Energiesysteme trifft, dann ist wieder Zeit für die

Internationale Handwerksmesse (IHM). In diesem Jahr feierte die Traditionsmesse vom 4. bis 8. März 2026 ein Jubiläum der besonderen Art und bewies eindrucksvoll, dass das Handwerk nicht nur das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist, sondern auch der Motor für die Lösungen von morgen. Mit über 91.000 Besuchern – ein sattes Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr – und mehr als 800 Ausstellern in fünf prall gefüllten Hallen setzte die IHM 2026 ein kraftvolles Ausrufezeichen in einer Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs. Es ist diese ganz eigene Energie, die man spürt, wenn man durch die Gänge der IHM flaniert. Hier wird nicht nur über die Zukunft geredet, hier wird sie angepackt. Unter dem Leitmotiv „Die Zukunft in guten Händen“

präsentierten über 60 Gewerke ihre Innovationskraft. Von der klassischen Schreinerei bis hin zum hochspezialisierten Mechatroniker wurde deutlich: Das Handwerk hat sich längst von seinem verstaubten Image befreit und ist heute ein hochmoderner Sektor, der Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Chance begreift. Politisches Schwergewicht: Das Handwerk im Fokus der Macht Dass die Bedeutung des Handwerks weit über die Werkstatt hinausgeht, zeigte die enorme politische Präsenz in München. Wenn sich Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Klinke in die Hand geben, dann ist das mehr als nur ein Pflichttermin.

Es ist die Anerkennung einer Branche, die Deutschland am Laufen hält. Kanzler Merz betonte bei seinem Rundgang am Messefreitag, dass das Handwerk trotz seines handelns eine der wichtigsten Säulen der Volkswirtschaft sei. Besonders beeindruckt zeigte sich der Kanzler von der Innovationskraft der Aussteller. Ein Beispiel, das für Furore sorgte, war der thermische Sandspeicher der Prinz Thermotechnik GmbH. Geschäftsführer Mario Thomas Prinz konnte sich vor Anfragen kaum retten, nachdem sein Unternehmen mit dem Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen ausgezeichnet wurde. Es sind genau diese Geschichten, die die IHM so wertvoll machen: Hier treffen Erfindergeist und politische Aufmerksamkeit direkt aufeinander.

Zwischen Skate-Rampen und Hightech-Stuck: Handwerk zum Anfassen Wer glaubt, Handwerk sei nur harte Arbeit, wurde in München eines Besseren belehrt. Die Messe war ein Festival der Kreativität. Ein absoluter Publikumsmagnet war Andreas „Schützi“ Schützenberger, Europas bekanntester Skate-Rampenbauer. Der Schreinermeister aus Passau wurde für sein digital-parametrisches Modulsystem zur Herstellung komplexer 3D-Skate-Elemente mit dem Bayerischen Staatspreis geehrt. Gemeinsam mit Partnern wie RedBull und Bosch verwandelte er die Messe in eine Arena, in der BMX-Fahrer mit spektakulären Stunts zeigten, wie sportliche Höchstleistung und präzises Handwerk ineinandergreifen.

Doch die IHM ist auch ein Ort des sportlichen Ehrgeizes im eigentlichen Sinne. Beim Nationalteam der Stuckateure herrschte echte Wettkampfstimmung. In fünf anspruchsvollen Aufgaben kämpften die Teilnehmer um das Ticket für die WorldSkills 2026 in Shanghai. Am Ende triumphierte Anna Petra Vogel aus Bayern. Ihr Sieg war nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein wichtiges Signal für die Sichtbarkeit ihres Gewerks. „Es ist Wahnsinn! Man hat vier Tage lang mit Körper und Geist gekämpft“, so die glückliche Gewinnerin, die nun Deutschland auf der Weltbühne vertreten wird. Nachwuchs gesucht: Die Werkstatt der Zukunft Ein zentrales Thema der diesjährigen Messe war die Nachwuchsgewinnung.

Angesichts des Fachkräftemangels ist die IHM wichtiger, denn je als Schaufenster für junge Talente. Auf der Sonder- und Aktionsschau „Macher gesucht!“ konnten Jugendliche über 20 verschiedene Gewerke direkt ausprobieren. Es ist dieser Moment, wenn ein Schüler zum ersten Mal eine Säge führt oder eine Schaltung lötet, in dem die Leidenschaft für einen Beruf entfacht wird. Die Messeleitung betonte, dass die Qualität und Kreativität der Aussteller bei Jung und Alt gleichermaßen Begeisterung auslösten. Ästhetik und Genuss: Mehr als nur Technik Parallel zur IHM boten die «Handwerk & Design», die Garten München und die FOOD & LIFE ein Rundum-Erlebnis für alle Sinne.

Die «Handwerk & Design» festigte ihren Ruf als weltweit bedeutendster Treffpunkt für die zeitgenössische Schmuckszene. Mit über 1.000 Bewerbungen aus aller Welt verzeichnete die SCHMUCK München einen neuen Rekord. Die Verleihung des Herbert-Hofmann-Preises war der glanzvolle Höhepunkt für internationale Künstler und Sammler. In der Garten München konnten sich die Besucher für das anstehende Frühjahr inspirieren lassen. Von der BBQ-Area bis hin zu luxuriösen Whirlpools wurde alles geboten, was das Herz des Outdoor-Liebhabers begehrt. Besonders emotional wurde es beim Heinz-Czeiler-Cup, wo der Floristen-Nachwuchs sein Können unter Beweis stellte.

Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gab es zwei erste Plätze, was die enorme Leistungsdichte der jungen Talente unterstreicht. Für das leibliche Wohl sorgte die FOOD & LIFE, die in diesem Jahr das Bäcker- und Konditorenhandwerk in den Mittelpunkt rückte. Ob Sauerteig-Workshops oder der Wettbewerb „Bayerns schnellster Bäcker“–die Besucher konnten live erleben, wie viel Handarbeit in unseren täglichen Lebensmitteln steckt. Auch Food-Trends von morgen kamen nicht zu kurz: Start-ups präsentierten gefriergetrocknete Innovationen und nachhaltige Saucen, die mit dem Newcomer-Award ausgezeichnet wurden. Ein Ausblick: Die Reise geht weiter Messeleiter Frank Neidlein, der nach dieser erfolgreichen Ausgabe den Staffelstab an seinen Nachfolger

Tobias Adams übergibt, zog ein durchweg positives Fazit. Die Energie in den fünf vollen Hallen sei einzigartig gewesen. Die IHM 2026 hat gezeigt, dass das Handwerk bereit ist für die Herausforderungen der Zukunft – sei es durch Digitalisierung, nachhaltige Energielösungen oder die Ausbildung der nächsten Generation. Wenn am Sonntagabend die Lichter in den Münchner Messehallen erloschen, blieb die Gewissheit: Das Handwerk ist lebendiger denn je. Die nächste Internationale Handwerksmesse findet vom 10. bis 14. März 2027 statt. Wer die Innovationskraft und die Leidenschaft dieser Branche erleben will, sollte sich diesen Termin schon jetzt rot im Kalender markieren. Denn eines ist nach diesen fünf Tagen in München klar:

Die Zukunft liegt tatsächlich in guten Händen. Zusätzliche Vertiefung: Das Handwerk als Innovationsmotor der Energiewende Ein besonderer Schwerpunkt der IHM 2026 lag auf den Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. In Halle C2 präsentierten zahlreiche Aussteller Lösungen für das Eigenheim der Zukunft. Von Photovoltaikanlagen über moderne Wärmepumpen bis hin zu intelligenten Haussteuerungssystemen – das Handwerk ist der entscheidende Partner bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort. Die Besucher nutzten die Gelegenheit zur persönlichen Beratung intensiv, was die hohe Relevanz dieser Themen im Alltag unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist die Sonderschau „INNOVATION GEWINNT!“,

bei der zwölf herausragende Ideen aus dem Handwerk präsentiert wurden. Diese Schau verdeutlichte, wie handwerkliche Kreativität und Erfindergeist zu marktfähigen Produkten führen, die reale Probleme lösen. Ob es um neue Materialien im Bauwesen oder innovative Werkzeuge für die Werkstatt geht – das Handwerk beweist hier seine Rolle als Pionier. Die Rolle der IHM in der europäischen Messelandschaft Als Leitmesse für das Handwerk strahlt die IHM weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus. Die hohe Internationalität der Aussteller und Besucher unterstreicht die Bedeutung Münchens als zentraler Marktplatz für hochwertige Handwerksleistungen und Designobjekte.

Die enge Verzahnung mit dem Fachkongress „ZUKUNFT HANDWERK“ schafft zudem einen Raum für den strategischen Austausch über die Zukunft der Branche, was die IHM zu einem unverzichtbaren Termin für Entscheider aus Handwerk, Wirtschaft und Politik macht. Herausforderungen und Chancen: Ein Blick hinter die Kulissen Hinter dem glanzvollen Auftritt der IHM 2026 steht eine Branche, die sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet.

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig, doch die Messe hat gezeigt, dass das Handwerk attraktive Karrierewege bietet. Die Digitalisierung, oft als Bedrohung wahrgenommen, wird hier als Werkzeug genutzt, um traditionelle Techniken zu verfeinern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Begeisterung der jungen Besucher an den Aktionsflächen lässt hoffen, dass die Botschaft angekommen ist: Handwerk hat goldenen Boden – heute mehr denn je. Nachhaltigkeit als gelebte Praxis

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