Freitag, 19.08.2022 03:50 Uhr

Energiesparen nicht nur bei Gas – jetzt kürzer treten

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 24.06.2022, 23:28 Uhr
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Am besten schalten sich die Birnen bei Nichtbenutzung alleine aus
Am besten schalten sich die Birnen bei Nichtbenutzung alleine aus  Bild: Colin Behrens / Pixabay.de

Göttingen [ENA] Erst einmal möchte ich mich heute bei allen Lesern bedanken, das Sie die Energienot erkannt haben und mitmachen, Energie zu sparen. Wie, sie wurden gar nicht gefragt, Sie wissen davon nichts ? Das kann gar nicht sein, denn seit heute gibt es sie doch, die Kampagne der Bundesregierung.

Auf „ Energiewechsel.de „ erfahren Sie alles zum Energiesparen, Eigenheim, Unternehmen und Kommunen, Förderprogramme und ganz wichtig: Wo und wie Sie im Alltag dazu beitragen können, Energie zu sparen. Und da machen Sie doch mit, denn auf der Startseite steht: 80 Millionen gemeinsam für Energiesparen. Da sind Sie doch mit dabei ?! Ach Entschuldigung, jetzt sehe ich das auch: Sie SOLLEN mitmachen, Ihr Einverständnis wird quasi vorausgesetzt. Und wie Sie schon im Alltag kräftig sparen können, sehen Sie schon auf dem Bild: Ein Junge duscht sich gerade. Dieser Schlingel. Wahrscheinlich läßt er das Wasser laufen und laufen – äh, ging es hier um Energie oder um Wasser ?

Also meine Dusche läuft ohne Strom, ohne Energie. Ein Geheimnis der Bundesregierung. Okay. Schauen wir mal in die Tipps im Alltag eines Bürgers. Ich mach es kurz: Für Millionen Mieter sind die Heizkostenspartipps einfach Banane, weil die Heizkörper dem Vermieter unterliegen und Veränderungen nicht zulässig sind. Also weiter. LED Lampen sollen Sie benutzen, die verbrauchen weniger als herkömmliche Lampen. Stimmt, aber die Anschaffungskosten sind deutlich höher und das rechnet sich nur bei mittelmäßigem bis hohen Verbrauch, ich soll also mehr Strom nutzen damit sich das rechnet ?

Und die Umwelt, von wegen Quecksilber und so – darüber reden wir dort nicht, wir sind ja beim Thema Energiesparen nicht Umweltschutz. Nächstes Thema Multimedia. Also PC sollen Stromfresser ein, einfach einen neuen kaufen mit sparsamer Stromtechnik, und schon sparen Sie bis zu 70 Euro / Jahr. Klar, der neue Rechner kostet zwar 1000 Euro, aber ich spare ja 70 Euro Energie. Man merkt gleich, den Artikel hat kein Fachmann geschrieben, der wüßte nämlich, das je neuer der Rechner ist, in der Regel die Stromkosten steigen, weil die Bauteile, insbesondere Grafikkarten, CPU durch immer mehr Leistungssteigerung, auch durch das Betriebssystem, immer mehr Strom fressen.

Das hat gar nicht etwas mit Aktualität zu tun, vor 10 Jahren hatte ich einen PC mit 250 Watt Netzteil, damit können Sie heute KEINEN PC mehr betreiben, die gehen mit 600 – 800 Watt einher, ausser Sie kaufen einen Flach Desktop PC oder MINI PC Tower. Immer bei der Wahrheit bleiben, liebe Bundesregierung. Um beim TV ? Angeblich seien Größe und Ausstattung wichtig für den Strombedarf. Entschuldigung, das ein größerer Fernseher mehr als ein kleiner verbraucht, weiß wahrscheinlich schon ein sechsjähriges Kind. Aber die Größe ist nur ein kleines Kriterium. Auf die Art des TVs kommt es in Wirklichkeit an: Ja, auch ein Röhrenfernsehen muß genannt werden, das ist natürlich ein echter Stromfresser, davon gibt es aber so gut wie keine mehr.

Dann kamen die LCD TV Geräte, dann Plasma TV als bessere Qualität, aber Stromfresser; diese sind aber ebenso zu 99 % vom Markt verschwunden, dann kamen die LED TV eben wegen stromsparender Technik und zuletzt die QLED. Ich weiß, es gibt inzwischen die „ Leinwand – TVs „, die lasse ich aussen vor, die sind noch kaum auf dem Markt und extrem teuer. Wenn ich mir die Tipps auf der Webseite durchlese, komme ich mir wie im Media Markt vor, wo ich einen TV kaufen will und der Verkäufer in seiner Gründlichkeit meinen Bedarf, Größe des Raumes, womöglich Anzahl der Familienmitglieder usw. abfragt. ALL DAS sind keine Stromspartipps sondern ergeben sich automatisch.

Völliger Blödsinn, zum Beispiel die Unterschiede des Empfangs zu beschreiben und darauf hinzuweisen, das ein Receiver viel Strom verbraucht. Wenn ich den brauche, brauche ich den. Und wenn in einer Mietwohnung Kabel liegt, nutzt man Kabel und kauft keinen Receiver. Ausserdem haben 99.9 % der Fernseher inzwischen verschiedene Empfangsmöglichkeiten gleich an Bord, die Zeiten eines Extra – Receivers sind eh vorbei. Thema Haushaltsgeräte: Hier wird auf dem Energiesparlabel rumgeritten und dazu geraten, natürlich Spargeräte zu kaufen. Nun haben aber Millionen von Bürgern bereits alle gängigen Geräte und die wenigsten können oder wollen sich natürlich neue Geräte anschaffen nur um ein paar Cent zu sparen.

Ausserdem rechnet sich das eh nicht. Thema Geschirrspülmaschine, eine interessante Aussage von der Bundesregierung. Das Abwaschen von Hand z. B. bei einer 4-köpfigen Familie würde mehr Wasser und Energie verbrauchen als ein Geschirrspüler. Das bezweifele ich ganz entschieden und habe mir im Internet gute mittelpreisige Geschirrspüler angeschaut. 12 Maßgedecke passen da rein, im Eco- Modus – Kaltwasseranschluß ist der Verbrauch 0.923 kWh, an Wasser verbraucht er auch im ECO – Modus 9.5 Liter Wasser. Beide Angaben mit dem Hinweis, das kann sich durch Härtegrade des Wassers und Nutzung noch erhöhen. NATÜRLICH werden hier niedrigste Werte angegeben. (Modell Siemens SE43HS32UE).

Wo bitte verbrauche ich Strom bei Handwäsche ? Und knapp 10 Liter, mehr brauche ich für eine Handwäsche auch nicht. Die anderen Tipps behandle ich hier nicht, die sind für Unternehmen, Kommunen oder Hauseigentümer. Genauso der Oberbegriff Förderprogramme. Wer jetzt so gar nicht mehr weiß, was er tun und lassen soll oder wie er seine nächste Energierechnung, welche auch immer, zahlen soll, rufen Sie doch das Servicetelefon des Ministeriums für Wirtschaft und Soziales an.

Dort werden Sie beraten, wo Sie das Geld zum nächsten Großeinkauf energiesparender Geräte hernehmen und wenn das schon nicht vorhanden ist, wie Sie an Geld kommen um die zukünftigen Rechnungen zu bezahlen. Denn Sie wissen ja: Der Staat zahlt doch Energiegeld, einmalig 300 Euro zu versteuernder Bonus, von denen so rund die Hälfte übrig bleibt. Bei einer Gasrechnung von + 300 % , mal so 500 – 1000 Euro mehr im Jahr sind die geschätzten 170 Euro ein echter Ausgleich für die Mehrkosten. Also bitte. ACHTUNG: Es folgt ein zweiter Energiebericht der sich mit den Aussagen von Herrn Habeck, der Bundespressekonferenz vom 24.06.2022, Maybrit Illner vom 23.06.2022 und Markus Lanz diese Woche befasst.

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