E-world 2026 in Essen: Ein Rekord-Jubiläum
Essen [ENA] Die Energiewelt blickt auf drei intensive Tage zurück: Die E-world energy & water 2026 hat in der Messe Essen nicht nur ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert, sondern dabei sämtliche bisherigen Bestmarken pulverisiert. Mit über 37.000 Fachbesuchern und 1.136 Ausstellern aus 33 Nationen untermauerte die
Leitmesse ihre Rolle als das pulsierende Herz der europäischen Energiebranche. Wo sonst, wenn nicht hier, wird die Transformation von der Theorie in die greifbare Praxis überführt? Es war ein Auftakt nach Maß, als sich am 10. Februar die Tore der Messe Essen öffneten. Erstmals in der Geschichte der E-world wurden sechs Messehallen sowie die Galeria vollständig belegt, um dem enormen Andrang gerecht zu werden. Das Wachstum von 16 Prozent bei den Ausstellerzahlen im Vergleich zum Vorjahr spricht eine deutliche Sprache: Die Branche drängt nach Lösungen, nach Austausch und vor allem nach Kooperation. Wer durch die Hallen ging, spürte sofort: Hier wird nicht mehr nur über Probleme geredet, hier werden Nägel mit Köpfen gemacht.
Die Atmosphäre war elektrisierend – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein globales Gipfeltreffen der Entscheider Was die diesjährige E-world besonders auszeichnete, war ihre gewachsene Internationalität. Teilnehmer aus insgesamt 126 Nationen reisten ins Ruhrgebiet – ein beeindruckendes Plus von 50 Ländern im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark vertreten waren Fachbesucher aus Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Italien und Belgien. „Wir sind besonders stolz darauf, dass mittlerweile jeder dritte Aussteller und fast jeder dritte Besucher aus dem Ausland kommt“, resümierte Sabina Großkreuz, Geschäftsführerin der E-world GmbH. Dies unterstreiche die Bedeutung der Messe als grenzüberschreitende Plattform, die weit über die
Grenzen Europas hinausstrahlt. Doch es sind nicht nur die nackten Zahlen, die beeindrucken. Es ist die Qualität der Kontakte. Sieben von zehn Besuchern sind Entscheider mit hoher Einkaufs- und Beschaffungskompetenz. In den Gängen der Hallen 1 bis 6 wurde nicht nur über die Zukunft philosophiert, sondern es wurden handfeste Geschäfte abgeschlossen und Partnerschaften für die kommenden Jahrzehnte besiegelt. Die E-world ist längst kein reiner Branchentreff mehr, sie ist ein ökonomisches Schwergewicht geworden. Man traf sich nicht nur zum Händeschütteln, sondern zum Unterzeichnen von Verträgen, die die Energieversorgung von morgen sichern. KI und Speichertechnologien: Die Architekten der neuen Energiewelt Thematisch dominierte ein Duo
die Messehallen: Künstliche Intelligenz (KI) und innovative Speicherlösungen. In einer Welt, in der die Energieerzeugung durch Wind und Sonne immer volatiler wird, sind intelligente Steuerungssysteme unverzichtbar geworden. Die Aussteller zeigten eindrucksvoll, wie digitale Zwillinge und KI-gestützte Prognosetools dabei helfen, Netze stabil zu halten und Lastspitzen effizient zu managen. Haben wir die Komplexität unserer Netze unterschätzt? Vielleicht. Aber die hier präsentierten Lösungen zeigen, dass wir die Werkzeuge haben, sie zu beherrschen. Besonderes Augenmerk lag auf der Integration erneuerbarer Energien. Von großflächigen Photovoltaik-Systemen für Parkplätze bis hin zu hochmodernen Batteriespeichern, die überschüssigen Strom
für windstille Nächte vorhalten – die E-world 2026 lieferte die technologischen Antworten auf die drängenden Fragen der Versorgungssicherheit. Auch der Schutz kritischer Infrastrukturen durch KI-basierte Sicherheitstechnik war ein viel diskutiertes Highlight. Es geht nicht mehr nur um "grünen" Strom, sondern um ein resilientes Gesamtsystem, das auch in Krisenzeiten standhält. Die Aussteller machten deutlich: Ohne Digitalisierung gibt es keine Dekarbonisierung. Innovationen und kommunale Umsetzungskraft Ein weiterer Schwerpunkt lag in Halle 4, dem Bereich „Innovation“. Hier präsentierten sich Start-ups und junge Gründerteams auf einer Fläche, die im Vergleich zum Vorjahr um satte 40 Prozent gewachsen war.
Diese jungen Unternehmen bringen die nötige Agilität und frische Ideen in die oft starren Strukturen der Energiewirtschaft. Es ist erfrischend zu sehen, wie unkonventionell manche Probleme hier angegangen werden – oft sind es genau diese Impulse, die den etablierten Playern den Weg weisen. Die Dynamik in Halle 4 war förmlich greifbar, ein Schmelztiegel aus technischem Know-how und unternehmerischem Mut. Erstmals fand in diesem Jahr auch der „Tag der Kommunen“ statt. Am dritten Messetag trafen sich Vertreter von Städten und Gemeinden, um über die lokale Umsetzung der Energiewende zu beraten. Denn eines wurde auf der E-world 2026 klar: Die großen politischen Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens lassen sich nur erreichen,
wenn sie vor Ort, in den Kommunen und Stadtwerken, konsequent umgesetzt werden. Die Theorie wird hier zur kommunalen Pflichtaufgabe, und der Austausch untereinander ist dabei Gold wert. Es ging um Wärmeplanung, um Ladeinfrastruktur und um die Frage, wie man die Bürger vor Ort mitnimmt. Ein Rahmenprogramm der Extraklasse Das inhaltliche Fundament der Messe bildeten die vier Fachforen: das Change Forum, das New Energy Systems Forum, das Future Forum und das Climate Solutions Forum. Hier diskutierten Experten über die neue Kraftwerksstrategie, Kapazitätsmechanismen und die Planungssicherheit für Investoren. Prominente Gäste wie Mona Neubaur (Wirtschaftsministerin NRW), Kerstin Andreae (BDEW) und Dr. Markus Krebber (RWE) gaben bereits
am ersten Tag die Richtung vor. Es war eine Debatte auf Augenhöhe, die deutlich machte: Politik und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen, wenn die Transformation gelingen soll. Die Foren waren bis auf den letzten Platz besetzt, was das enorme Informationsbedürfnis der Branche unterstreicht. Auch der Nachwuchs kam nicht zu kurz. Der Career Day am Abschlusstag verzeichnete über 1.500 Anmeldungen. Junge Talente nutzten die Chance, direkt mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten und ihre Karrierewege in einer der spannendsten Branchen unserer Zeit zu planen. Wer heute in die Energiewirtschaft einsteigt, gestaltet die Welt von morgen – ein Argument, das bei der Generation Z offensichtlich zieht. Die Unternehmen präsentierten
sich als moderne, zukunftsorientierte Arbeitgeber, die weit mehr zu bieten haben als nur einen sicheren Job. ### Resilienz und Sicherheit: Die neuen Kernthemen Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche zog, war die Resilienz. Wie sicher sind unsere Netze gegen Cyberangriffe? Wie stabil ist die Versorgung, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die E-world 2026 gab darauf beruhigende Antworten. Neue Sensortechnologien, IoT-Lösungen und automatisierte Sicherheitssysteme standen hoch im Kurs. Es wurde deutlich, dass die Branche den Ernst der Lage erkannt hat und massiv in Sicherheit investiert. Die Vernetzung der Systeme bringt zwar Effizienz, aber auch neue Angriffsflächen – ein Dilemma, das die
Ingenieure und IT-Experten in Essen mit beeindruckender Kreativität lösen. Besonders spannend waren die Ansätze zur Sektorenkopplung. Wie lässt sich der Stromsektor mit dem Wärme- und Verkehrssektor verknüpfen? Die E-world zeigte integrierte Lösungen, die weit über den Tellerrand der klassischen Energieversorgung hinausblicken. Elektromobilität wurde nicht mehr als isoliertes Thema betrachtet, sondern als integraler Bestandteil eines intelligenten Lastmanagements. Fahrzeuge werden zu rollenden Speichern, die das Netz stützen können – eine Vision, die in Essen bereits in Form von marktreifen Produkten zu sehen war. Ausblick auf 2027: Die Expansion geht weiter Die Begeisterung der Teilnehmer war fast greifbar: Neun von zehn Besuchern
Besuchern gaben bereits jetzt an, auch im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen. Und die E-world wird weiter wachsen. Für 2027 ist bereits die Öffnung der Hallen 7 und 8 geplant, um dem Thema „Resiliente Infrastruktur“ noch mehr Raum zu geben. IoT, Sensorik und Robotik werden dann noch stärker in den Fokus rücken. Die Messe Essen wird damit noch mehr zum Epizentrum der europäischen Energieinnovation. Die E-world 2026 hat gezeigt: Die Energiewende ist keine ferne Vision mehr, sondern ein industrielles Großprojekt, das hier in Essen seine technologische Heimat gefunden hat. Wer die Zukunft der Energieversorgung verstehen will, kommt an dieser Messe nicht vorbei. Essen hat sich einmal mehr als die Energiehauptstadt Europas bewiesen.
Die 25. Ausgabe war nicht nur ein Rückblick auf eine erfolgreiche Geschichte, sondern vor allem ein kraftvoller Startschuss in ein neues Zeitalter der Energieversorgung. --- Die E-world energy & water ist die europäische Leitmesse der Energiewirtschaft. Sie findet jährlich in der Messe Essen statt und versammelt Entscheider, Innovatoren und politische Akteure, um die Weichen für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung zu stellen. Die nächste E-world findet vom 16. bis 18. Februar 2027 statt.




















































