Montag, 06.04.2020 20:13 Uhr

Deutschland ist krank. Deutschland hat Egoismus

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 22.03.2020, 03:12 Uhr
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Leere Regale wohin man schaut
Leere Regale wohin man schaut  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Ja Covid-19 ist eine schlimme Krankheit und hält Deutschland und die Welt in Angst und Schrecken. Aber Deutschland hat zusätzlich eine noch viel schlimmere Krankheit und die heißt Egoismus. Die einen wollen Party, die anderen hamstern. Deutschland hat Egoismus.

Seit Bekanntwerden von Covid-19 und seinen Auswirkungen sieht man in den Supermärkten und im Großhandel nur noch leere Regale. Vor allem werden Klopapier, Küchenrollen und Desinfektionsmittel gekauft. Aber auch Nudeln. Aber warum? So viele Nudeln wie gerade gekauft werden kann man als normaler Mensch gar nicht essen. Wenn man im Großmarkt unterwegs ist und auf einem Einkaufwagen liegen 20 Packungen 5 à Kilo unterstelle ich mal, es handelt sich um einen Gastronom. Aber wer um Himmelswillen wird das jetzt als Gastronom noch benötigen? Man soll Abstand halten, so wenig wie möglich außer Haus gehen. Also wer geht dann noch essen? Aber wir laden mal lieber unseren Einkaufwagen voll, bevor es ein anderer macht.

Hauptsache ich habe die Nudeln in meinem Lager. Es könnten ja doch die Leute zum Essen kommen. Jetzt wurden Ausgangssperren verhängt, Versammlungsverbote ausgesprochen etc. Auch müssen ab sofort Restaurants schließen. Aber der Trend geht weiter. Weiterhin leere Regale wohin man sieht. Nach Medienberichten prügeln sich jetzt schon die Leute um Nudeln, Reis und Toilettenpapier in den Supermärkten. Und nein, nicht nur die Gastronomen hamstern, es hamstern auch die normalen Bürger. Da sieht man Einkaufswägen mit 10 Packungen Toilettenpapier. Bei 8 Rollen Inhalt pro Packung sind das 80 Rollen pro Einkaufswagen. Covid-19 ist keine Magen-Darm-Erkrankung mit Durchfall.

Zu den Toilettenpapier-Hamsterkäufen schreiben die Berliner Wasserbetriebe folgendes: „Gut 20 Meter Klopapier lang ist eine Rolle. Wenn jeder Berliner mindestens ein Zehnerpack pro Kopf davon gehamstert hat – was angesichts der Discounter-Dramen knapp kalkuliert sein dürfte –, dann harren 740.000 Kilometer ihrer Abwicklung. Zeitversetzt wäre schön. Unschön wäre es, wenn alle diesen Schatz hüteten und stattdessen zu Krepp, Textilien, Feuchttüchern oder echtem Tempo griffen, was sich ja nicht mal in der Waschmaschine zerrauft. Dann drohen Verstopfungen, gegen die auch kein Sauerkraut hilft. Abflusslose Klos, blockierte Pumpwerke. Berliner, das könnt Ihr nicht wollen! Deshalb hört auf Eure Kinder! Die wissen: Nur der Po gehört aufs Klo!

Aus Feuchttüchern werden im Kanal Stinkezöpfe, lang, stark und nur von starken Typen zu entfernen.“ Das sollten sich die Leute mal durch den Kopf gehen lassen. Und bitte auch an die alten Leute und Leute mit Handicap denken, die nicht mehr Auto fahren können. Die können nicht hamstern. Die können gerade mal ihren Einkaufs-Trolley füllen, wenn überhaupt. Und die stehen jetzt vor leeren Regalen. Und durch die Beschränkung, dass man pro Person jetzt nur noch eine Packung Toilettenpapier bekommt, können Leute, die anderen helfen wollen nicht wirklich helfen. Wie soll man jetzt für 3 Nachbarn, die selber nicht mehr einkaufen gehen können, Toilettenpapier kaufen? Danke an die Hamsterkäufer, das habt ihr toll hin bekommen!

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