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Das Zimmermann-Telegramm

Verantwortlicher Autor: Gerd Kaap Leipzig/Berlin, 20.11.2023, 12:44 Uhr
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Zimmermann- Telegramm
Zimmermann- Telegramm  Bild: Canva Design;Bearbeitung: John M.

Leipzig/Berlin [ENA] Im Januar des Jahres 1917, ereignete sich ein Geheimdienstvorfall, der die Weltordnung veränderte. Das Zimmermann-Telegramm, benannt nach dem deutschen Außenminister Arthur Zimmermann, wurde zur gefährlichen Waffe und führte die Vereinigten Staaten in den Krieg gegen das Deutsche Reich.

1. Die Hintergründe: Der Erste Weltkrieg wütete seit 1914 und die Welt war in einem chaotischen Kriegszustand. Die Vereinigten Staaten waren bisher neutral, aber Deutschland hatte vor, die USA in den Konflikt zu ziehen, um den Druck auf Großbritannien und Frankreich zu erhöhen. Das Deutsche Reich sah sich mit einer Seeblockade durch die Briten konfrontiert und suchte nach einem Ausweg. Im Januar 1917 entschied sich Deutschland für eine gefährliche Strategie. Der Außenminister Deutschlands, Arthur Zimmermann, verfasste ein Telegramm, mittels dem Mexiko aufgefordert wurde, sich Deutschland und Österreich-Ungarn im Krieg gegen die USA anzuschließen.

2. Die beteiligten Personen: Arthur Zimmermann: der deutsche Außenminister und Architekt des Zimmermann-Telegramms. Walter Hines Page: der US-Botschafter in Großbritannien. William J. Donovan: ein junger amerikanischer Anwalt und Geheimdienstoffizier, der später als "Wild Bill" Donovan bekannt wurde. 3. Das Zimmermann-Telegramm: Die Nachricht wurde durch das britische Geheimdienstnetzwerk abgefangen, dekodiert und an die US-Regierung weitergeleitet. Sie lautete:

„Wir schlagen vor, am 1. Februar uneingeschränkten U-Bootkrieg zu beginnen. Trotzdem werden wir uns bemühen, Amerika neutral zu halten. … Wenn wir nicht können, schlagen wir ein Bündnis auf folgender Basis vor: Gemeinsame Kriegsführung, gemeinsamer Friedensschluss…. Seine Exzellenz möchte vorher den Präsidenten geheim verständigen, dass wir den Krieg mit den USA für möglich halten und zur selben Zeit zwischen uns und Japan zu vermitteln. … Bitte teilen sie dem Präsidenten mit, dass unsere U-Boote England innerhalb von ein paar Monaten zum Frieden zwingen werden. Eingang bestätigen.“ (Quelle: Allen W. Dulles „Great True Spy Stories“ Haper & Row Publishers, Inc. New York 1968)

Zunächst blieb in dem Telegramm bei der Decodierung eine Gruppe von Zeichen leer. Nach erfolgreichen, intensiven Bemühungen, die Passage zu dechiffrieren, wurde bekannt, dass jene Passage das Versprechen Deutschlands an Mexiko enthielt, ihm bei der Rückeroberung der verlorenen Gebiete von Texas, Arizona und Neu Mexiko zu helfen. 4. Die Enthüllung und Auswirkungen: Der britische Geheimdienst gab das Zimmermann-Telegramm an den US-Botschafter Walter Hines Page weiter. Page veranlasste die Veröffentlichung des Telegramms in den USA am 28. Februar 1917. Die Veröffentlichung löste Empörung in den USA aus und die Öffentlichkeit forderte eine Kriegserklärung gegen Deutschland.

5. Die Bedeutung und Anekdoten: Das Zimmermann-Telegramm war ein Wendepunkt im Ersten Weltkrieg, da es die USA in den Konflikt führte und das Kräfteverhältnis zugunsten der Alliierten verschob. Der britische Codeknacker Alfred "Room 40" Reginald erinnerte sich später daran, wie er das Telegramm entschlüsselt und die Geschichte aufgeklärt hatte, die die Welt veränderte. Der junge William J. Donovan, der in Großbritannien diente, wurde von diesem Ereignis inspiriert und spielte später eine entscheidende Rolle in der Gründung des Office of Strategic Services (OSS), dem Vorläufer der CIA.

6. Quellenempfehlung: Barbara W. Tuchman, "The Zimmermann Telegram" (1966): Ein Klassiker, der die Geschichte des Zimmermann-Telegramms detailliert und packend erzählt. homas Boghardt, "The Zimmermann Telegram: Intelligence, Diplomacy, and America's Entry into World War I" (2012): ein moderner Blick auf die Ereignisse und deren Auswirkungen. 7. Fazit: Das Zimmermann-Telegramm ist ein aufregendes Kapitel der Geheimdienstgeschichte, das verdeutlicht, wie Geheimdienste und ihre Aktionen entscheidenden Einfluss auf das Weltgeschehen haben können. Die Geschichte lehrt uns, dass selbst scheinbar unbedeutende Nachrichten die Macht haben, die Geschicke von Nationen zu verändern.

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