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Amazons Großzügigkeit immer kleiner Update 23.03.2023

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 23.03.2023, 01:38 Uhr
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Wieder eine Lieferung erhalten
Wieder eine Lieferung erhalten  Bild: Jose Miguel / Pixabay.de

Göttingen [ENA] Wer erinnert sich noch an die Jahre, wo Amazon mit riesigen Schritten zu einer Online – Weltmacht emporgestiegen ist, mit dem damaligen Gründer und Vorstandsvorsitzenden Jeff Bezos. Von 2004 mit rund 7 Milliarden US $ Umsatz stieg der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf knapp 470 Milliarden US $ an.

Update 23.03.2023: Amazon hatte ja zu Beginn des Jahres angekündigt, das weltweit mehr als 18.000 Mitarbeiter abgebaut werden sollen. Grund ist sinkender Umsatz und andere, wie oben bereits beschrieben. Doch jetzt werden erste Konsequenzen direkt in Deutschland bekannt: Das erste Logistikzentrum in Brandenburg / Brieselang soll geschlossen werden, rund 600 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Angeblich sei der mangelhafte Zustand des Gebäudes der Grund dafür.

Zugleich sollen nach Angaben des Konzerns 2 neue Standorte in Deutschland eröffnet werden, mit denen mehr als 3x so viel neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden sollen. Angesichts der derzeitigen Umsatzzahlen bleibt abzuwarten, ob das wirklich realisiert wird. Derweil sollen die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, sofern für diese möglich, in anderen Amazonzentren in Deutschland unterzukommen. In Anbetracht der Wohnräume in und um Berlin für die meisten nicht darstellbar. Amazon soll in Deutschland nach eigenen Angaben 20 Logistikzentren derzeit unterhalten, eines ist ja dann bald weg. Weiter mit dem Bericht von 21.02.2023.

Ebenfalls explodierten die Mitarbeiterzahlen von rund 17.000 im Jahr 2007 auf rund 1.6 Millionen im Jahr 2021. Hört sich alles gut an. Auch die Aktionäre kamen Jahr für Jahr auf ihre Kosten. Der Kurs sprang im Laufe der letzten 18 Jahre von gut einem Euro, ja, sie lesen richtig, einen Euro auf den Spitzenwert von 163.95 Euro im 4. Quartal 2021. Und das war kein Wunder, denn in dieser Zeit hat Corona natürlich viele Onlinehändler in Sachen Bestellungen einen wahren Boom verzeichnen lassen. Allerdings sind die Zeichen nun auf klares Schrumpfen gesetzt, schon im Mai und Juni 2022 sank die Aktie 2x unter den magischen 100 Euro Punkt, inzwischen hat sie sogar mit 77.20 Euro wieder den Punkt des 2. Quartal 2020 erreicht.

Wo das exorbitante Wachstum begann. Derzeit befindet sich der Aktienwert um die 90 Euro, und ein Zeichen, das sich hier in positiver Richtung etwas tut, ist derzeit nicht zu denken. Nicht zuletzt durch den Rücktritt des Chefs am 5. Juli 2021 wurden bei Amazon nach und nach einige Änderungen wirksam, so gab der Konzernchef schon im Januar 2022 die Streichung von rund 18.000 Stellen bekannt, und in diesem Jahr sollen mehrere weitere Tausend Stellen dazukommen. Doch damit nicht genug. Auch für die Kunden haben sich so einige Verschlechterungen ergeben, insbesondere, was der mal hochgelobte Prime Service bedeuten sollte. In erster Linie verbinden viele Nutzer die Versandvorteile mit dem Prime Service.

So zum Beispiel den kostenlosen Versand und die 1 – Tages – Lieferung, zumindest in der Regel, klappt leider nicht immer. Dazu kostenlose Videos und Zugriff auf eine millionenschwere Musikdatenbank. Soweit so gut. Doch hier haben sich einige Änderungen ergeben, viele davon greifen erst jetzt. Nachdem in den letzten Jahren die Prime Pauschalgebühr von 49.99 Euro schon einmal auf 69.99 Euro angehoben wurde, werden sowohl Bestandskunden als Neukunden jetzt mit 89.99 Euro jährlich belastet, wenn sie den Prime Service nutzen wollen. Wer dabei auf monatliche Abbuchung setzt, wird noch höher belastet. Dazu kommt, das das Sehen von Filmen immer weiter eingeschränkt wurde.

War zu Beginn im Prime Preis das Videoportal mit inbegriffen, wurde später eingeführt, das ,manche Filme kostenpflichtig geworden sind, und das bei Preisen, die schon mal 5 Euro für einen Film bedeuteten. Und damit nicht genug: Andere kostenfreie Filme wurden nun doch mit Werbungen gezeigt, um den Nutzern diese weiterhin kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Und die Frequenz ließ sich durchaus mit denen im normalen privaten TV vergleichen, lediglich die Dauer war kürzer. Doch das freie Angebot schrumpfte weiter: Es wurden verschiedene Channels wie Horror, HistoryPlay, MUBI oder Bloody Movies eingeführt, die monatlich einen Zusatzbetrag kosten, um diese Filme sehen zu können.

Dazu kommen Einschränkungen frei verfügbarer Filme, die plötzlich von heute auf morgen mit der Meldung „ Derzeit an ihrem Standort nicht verfügbar „ nicht mehr angesehen werden können und anderes mehr. Und so ganz nebenbei wurde für Nicht – Prime Kunden der Mindestbestellwert für eine versandkostenfreie Lieferung von 29 Euro auf 39 Euro erhöht, das klang im alten Jahr zwar noch anders, da sollte eigentlich Deutschland und Österreich ausgenommen sein, aber die Kosten seinen ja allgemein angestiegen. Einzig und allein bei den Studenten läßt Amazon weiterhin die Preiskeule schwingen:

Um diese für Amazon und im übrigen anderen Händlern wichtige Kundschaft nicht zu verprellen, gelten sowohl bei der Prime Mitgliedschaft als auch beim Musikportal um 50 % reduzierte Kosten. Man kann auch sagen, das die Erhöhungen, die „ normale „ Kunden jetzt tragen müssen, die nicht rechenbaren Sonderpreise der Studenten mit ausgleichen müssen. Ich kenne noch eine Zeit, da wurde um den Kundenkreis Rentner gebuhlt und dort Sonderkonditionen in vielen Bereichen eingeräumt. Doch in Zeiten von Corona und der jetzigen Krisenzeiten zeigt sich eben, das Kunden ab einem gewissen Alter und Rentner ihr Geld lieber zusammenhalten als es für Dinge auszugeben, die nicht unbedingt benötigt werden.

Umfragen zeigen, das gerade im Altersbereich bis 25 Jahre nach wie vor viel Geld für Luxusartikel, Unterhaltungselektronik usw. ausgegeben wird. Daher wird derzeit um diese Kundschaft so gebuhlt. Und weil das so ist, gibt es gleich die nächste Klatsche für Normalkunden: Auch beim Amazon – Musikportal haben die Preissteigerungen Einzug gehalten: Statt 9.99 Euro / Monat gilt seit heute 10.99 Euro für eine Einzelmitgliedschaft, das Studentenabo steigt von 4.99 Euro auf 5.99 Euro und das Familienabo von 14.99 Euro auf 16.99 Euro, alternativ statt 149 Euro jetzt 169 Euro / Jahr. Auch hier findet Amazon die passenden Gründe, erinnert mich an Bäckerpreise und Energiekosten. Die Technik sei verbessert worden, Lizenzgebühren seien angestiegen.

Na klar. Aber wir haben nicht vergessen: Es gab zu Beginn das Einzelabo für 7.99 Euro, schrittweise wurde der Preis immer weiter angehoben. Ich jedenfalls habe meine Lehren aus der Preissteigerungspolitik getroffen und bin nicht mehr bereit, als nur „ normaler „ Kunde im Jahr für Prime und Musik fast 222 Euro im Jahr bezahlen zu müssen, ohne auch nur 1 Paket oder Musiktitel erhalten oder gehört zu haben. Bleibt abzuwarten,wie unter diesen Bedingungen sich Amazon weiter entwickelt.

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