Dienstag, 13.10.2026 23:38 Uhr

Familienausflug in den Kunstpalast: Kunst zum Staunen

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Blassing Düsseldorf, 13.10.2026, 20:12 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Reise & Tourismus +++ Bericht 367x gelesen
 Der Ehrenhof des Kunstpalasts mit Brunnen und Übergang – vorn rechts das Bronze-„Nashorn" von Johannes Brus
Der Ehrenhof des Kunstpalasts mit Brunnen und Übergang – vorn rechts das Bronze-„Nashorn" von Johannes Brus  Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Düsseldorf [ENA] Bunte Nanas, ein Nashorn im Ehrenhof und vier Räume nur für Kinder: Der Kunstpalast in Düsseldorf ist weit mehr als ein Museum für Erwachsene. Mit der großen Niki-de-Saint-Phalle-Schau, Taschenlampenführungen und freiem Eintritt bis 18 Jahre wird der Besuch zum Familienausflug voller Staunen.

Der Kunstpalast in Düsseldorf ist kein gewöhnliches Museum, in dem man auf Zehenspitzen an stillen Bildern vorbeischleicht – er ist ein Ort, an dem schon die Kleinsten große Kunst entdecken. Bereits der Weg dorthin ist ein Erlebnis: Das Museum gehört zum Ehrenhof, einem prachtvollen Ensemble aus rotem Backstein, das Architekt Wilhelm Kreis für die große Ausstellung GeSoLei entwarf und das 1925/26 in nur 18 Monaten entstand. Im Innenhof plätschert ein Brunnen, und auf dem Rasen liegt ein bronzenes Nashorn des Künstlers Johannes Brus – für viele Kinder der erste Freund, noch bevor sie das Museum überhaupt betreten haben.

Ein Highlight ist die Sammlung, die auf über 5.000 Quadratmetern rund 800 Werke zeigt – eine spannende Zeitreise von der Antike bis in die Gegenwart. Besonders beeindruckend ist die „Himmelfahrt Mariae" von Peter Paul Rubens, die zwischen 1616 und 1618 entstand. Mit rund 4,30 Metern ist das Gemälde mehr als doppelt so hoch wie ein Erwachsener – Kinder legen den Kopf in den Nacken und staunen. Kaum zu glauben: Das Bild blieb einst in Düsseldorf, weil es für den Transport über Land schlicht zu groß und zu schwer war. Ganz in der Nähe funkelt ein riesiger Wandteppich des ghanaischen Künstlers El Anatsui, gefertigt aus unzähligen Flaschendeckeln aus Aluminium – ein faszinierender Kontrast zwischen Alt und Neu.

Ein weiteres Highlight ist die Glassammlung, die zu den bedeutendsten ihrer Art weltweit zählt. Über 1.500 gläserne Kunstwerke schimmern hier in allen Farben und Formen – manche so zart und verspielt, als stammten sie direkt aus einem Märchen. Wie nah Kunst und Alltag beieinanderliegen, zeigt die Sammlungspräsentation „Alles Kunst?! Von Aldi bis Rubens": Neben alten Meistern begegnet man hier sogar dem Entwurf der berühmten Aldi-Tüte von Günther Fruhtrunk aus dem Jahr 1970. Für Kinder ist das ein echter Aha-Moment – denn plötzlich wird klar, dass Kunst nicht nur im goldenen Rahmen hängt, sondern einem auch beim Einkaufen begegnen kann.

Besonders liebevoll gestaltet ist der Rhinopalast: Der bekannte Illustrator Christoph Niemann hat exklusiv für den Kunstpalast vier Räume eigens für Kinder entwickelt – eine fantasievolle Welt ganz auf Augenhöhe der kleinen Besucher. Dazu kommt ein abwechslungsreiches Programm für Familien. Mit Detektivtaschen gehen Kinder auf eigene Spurensuche durch die Säle, bei Taschenlampenführungen erkunden sie das dunkle Museum im Lichtkegel, und in den Ferien laden Kurse zum Malen, Basteln und Gestalten ein. Selbst die Allerkleinsten sind willkommen: Bei „Kunst mit Baby" entdecken Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs die Ausstellungen.

Neben der Sammlung sorgen wechselnde Ausstellungen immer wieder für neue Entdeckungen. Bis zum 7. Februar 2027 verwandelt „Niki de Saint Phalle. Dream Machine" das Museum in eine fantasievolle Traumwelt: Die üppigen, knallbunten Nanas der französischen Künstlerin begeistern Kinder auf Anhieb. Ab dem 5. November 2026 wird es mit „GYM. Fit mit Kunst" sportlich, und noch bis zum 10. Januar 2027 ist eine große Schau zum Maler Jörg Immendorff zu sehen. So lohnt sich der Besuch immer wieder aufs Neue – jedes Mal wartet etwas anderes darauf, entdeckt zu werden.

Der Kunstpalast ist damit weit mehr als ein Museum – er ist ein Ort, an dem Familien gemeinsam staunen, rätseln und entdecken. Zwischen riesigen Altarbildern, funkelndem Glas und bunten Skulpturen wird Kunst für Kinder lebendig und greifbar. Besonders familienfreundlich: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags sogar bis 21 Uhr. Ein Besuch lohnt sich – für Familien, Schulklassen und alle, die neugierig darauf sind, wie viel Fantasie in der Kunst steckt.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.