Mittwoch, 21.01.2026 17:43 Uhr

Trauer um die Idylle Europa in der US Sicherheitsstrategie

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 10.12.2025, 17:43 Uhr
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Wien [ENA] Liest man die neue amerikanische Sicherheitsstrategie, wird man manchmal an die wehleidige Nostalgie erinnert, die jede ältere Generation befällt, die dabei zusehen muss, wie sich das ganze Erscheinungsbild ihrer Umwelt, die Menschen, die Mode, die Häuser und natürlich die Politik verändert und plötzlich ganz neue Umstände zu ganz neuen Gefahren und strategischen Überlegungen führen.

Hinter der neuen nationalen Außenpolitik der USA schimmert, wenigstens was Europa betrifft, eine gewisse Trauer und Nostalgie durch, weil Europa das Bild seiner Idylle als Museum oder heile Welt zu zerstören droht und damit die Sehnsüchte von amerikanischen Politikern mit europäischen Vorfahren wie Donald Trump oder Elon Musk, die vielleicht von einem sicheren und unveränderten Europa als Rückzugsort in einer zunehmend unsicheren Welt träumen. Das Gespenst der "zivilisatorischen Auslöschung" Europas durch Zuwanderung geistert durch die Sicherheitsstrategie und die trotzige Reaktion der Trump-Administration verlangt "Wir möchten, dass Europa europäisch bleibt, denn der Charakter und die Geschichte der einzelnen Staaten müsse gewahrt werden."

Das klingt wunderbar und viele Alt-Europäer denken genauso, auch wenn die Veränderungen der Moderne auf allen Ebenen nicht nur Europa, sondern die ganze Welt betreffen und einer Geld-und Schuldenpolitik geschuldet sind, die enorme Begehrlichkeiten weckt und dazu führt, das Alte und oft durchaus Wertvollere mit einer Inbrunst zu zerstören um Platz für das Neue und die Massen zu machen. Das amerikanische Sicherheitsdokument bezieht sich deshalb auch explizit auf die europäische Einwanderung als kulturelles und wirtschaftliches Problem, obwohl die teure Zuwanderung eigentlich, ähnlich wie in Amerika, einer großzügigen Schuldenpolitik geschuldet ist, die neben der Bautätigkeit auch den Sicherheitsapparat ins Unermessliche wachsen lässt.

Nichtsdestotrotz will die neue Trump - Regierung mit diesem multikulturellen Europa immer weniger zu tun haben und sieht sogar in der politischen Landschaft eine Bedrohung für die amerikanischen Interessen. Nur für die patriotischen europäischen Parteien gibt es einiges Lob. Deshalb sind auch die Zeiten, in denen Europäer auf den militärischen Schutz der USA ausschließlich vertrauen können, vorbei. Stattdessen streben die Vereinigten Staaten eher eine "Strategische Stabilität mit Russland" an, denn der Ukraine-Krieg "hat den Effekt gehabt, Europas wirtschaftliche Abhängigkeit zu vergrößern." Diese Sicherheitsstrategie zeigt einmal mehr, wie schnell sich der Wind drehen kann und wie schnell Europa seinen besten Freund verlieren kann.

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