Seniorenbund fordert Bonus-Malus-System
Wien [ENA] Die Politik kommt gerne auf neue Ideen, wenn es darum geht, den Arbeitsmarkt "effizienter" zu gestalten. Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass Arbeitnehmer*innen länger arbeiten sollen. Aber sogar wenn sie das wollen, spielen die Arbeitgeber*innen nicht immer mit, denn viele werden schon Jahre vor dem Pensonsantritt aus dem Arbeitsmarkt gedrängt, was die Debatte über ein höheres Pensionsalter ad absurdum führt.
Bisher richteten sich nämlich politische Maßnahmen zur Verlängerung der Erwerbstätigkeit hauptsächlich an die Versicherten selbst, die mit Abschlägen bei vorzeitigen Pensionsantritt zu rechnen hatten. Christine Mayrhuber, Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes und Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs haben bei einer Pressekonferenz in Wien ein Bonus-Malus-System gefordert, dass Unternehmen belohnt, die ältere Beschäftigte halten oder neu einstellen. Wie unberechenbar der Arbeitsmarkt aber ist zeigt sich auch darin, dass obwohl die Frauenbeschäftigungsquote gestiegen ist, gleichzeitig auch die Altersarbeitslosigkeit der 60-jährigen zunimmt.
Sogar im europäischen Vergleich besteht in Österreich eine niedrigere Beschäftigungsquote älterer Menschen. Das zeigt auch, wie schwer es ältere Arbeitnehmer*innen haben im Erwerbsleben zu bleiben oder wieder hineinzukommen. Der österreichische Seniorenrat wird deshalb beim Wirtschftsforschungsinstitut WIFO eine Modellrechnung für ein Bonus-Malus-System für Unternehmen in Auftrag geben, das dann der Politik und Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Es soll angeblich wirtschaftliche Anreize für mehr altersgerechte Arbeitsplätze schaffen und die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung und des Pensionssystems verbessern.




















































