Mit iranischen Langstreckenraketen leben
Tel Aviv [ENA] Es gibt seit alters kein Leben in Israel ohne Kriegshandlungen! Iranische Abschussrampen waren kürzlich wieder im Modus des Vollbetriebs. Die leidige Frage, wieso das Ayatollah-Regime in Teheran seit 47 Jahren den jüdischen Staat mit Stumpf und Stil ausrotten will, ist und bleibt irrational. Dabei teilt das stecknadelkleine Israel nicht einmal eine Grenze mit dem rund 80-fach grösseren iranischen Staat.
Ideologisches Lieblingsziel des Ayatollah-Regimes und der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ist Israel, wenngleich jüngst auch Anrainerstaaten des Persischen Golfs durch die brandgefährlichen Waffensysteme, über die Teheran verfügt, erheblichen Schaden erlitten haben. Israelische Staatsbürger müssen gegen sie gerichtete Explosionskörper in Kauf nehmen, da es keine andere Wahl gibt. Hauptsache, man entkommt der tödlichen Fracht in einem geschützten Bunker.
Der in der Innerschweiz wohnhafte Pedro Bilar ist ein unentwegter Kämpe der alten Garnitur. Aus Argentinien stammend, durchlief der Firmenmanager, Ex-Diplomat und ehemalige Offizier der israelischen Armee, der kürzlich seine Autobiographie herausgegeben hat, eine spannende Berufskarriere. Sein übergeordnetes Bestreben ist, als glühender Zionist und fulminanter Unterstützer des aus der Asche wiederauferstandenen jüdischen Staatswesens Aufklärung zu betreiben und die Interessen von durch Antisemitismus betroffenen jüdischen Gemeinschaften auch in der Diaspora zu schützen.
Er scheut keine konstruktive Auseinandersetzung und legt sich genüsslich mit den Instanzen an, die in den staatlichen Medien dauernd vermeinen, gegen Israel hetzen zu müssen. Die SRG (Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft) hat diesbezüglich schon einiges Fett abbekommen dabei, wenn er die Ombudsleute der Unabhängigen Beschwerdeinstanz (UBI) juristisch bemüht, um unausgewogene Sendungen über Israel zu durchleuchten.
Bilar ist politisch bei der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zuhause. Dort findet er noch so manche Sympathisanten des israelischen Staats vor. Diese sind, sieht man einmal von evangelikal geprägten Christen ab, eher rar geworden in parteiideologischen Gremien. Eine Israel überkritisch gegenüberstehende, ja sogar Israel verdammende Ausrichtung hat sich von links der Mitte bis weit ins bürgerliche Lager hineingefressen. Bilar bleibt unbeeindruckt und vernetzt sich liebend gerne mit den besten Meinungsbildnern. Seine Kontakte reichen bis in die eidgenössische und israelische Landesregierung.
Auf seinem jüngsten Abstecher nach Israel, wo er im einzigen rechtsbürgerlichen Fernsehsender des Landes, dem Kanal TV 14, im Rahmen einer von zwei Millionen Zuschauern verfolgten Sendung namens „Die Patrioten“ eingeladen wurde, eine Botschaft an Sympathisanten von Premier Netanyahus politischer Koalition zu verlesen, wurde er jäh in die kriegerische Realität „draussen vor der Haustür“ versetzt.
Alarmsirenen ertönten, über ein Dutzend iranischer Langstreckenraketen sausten zielgerichtet über die Grenzen ins Land, um Tod und Verderben zu bereiten. Sie wurden jedoch glücklicherweise von israelischen Abfangraketen rechtzeitig unschädlich gemacht. Die TV-Leute begaben sich in unterirdische Schutzbunker, nur um hernach – wie wenn nichts gewesen wäre –, dort weiterzumachen, wo man zuvor stecken geblieben war. Pedro Bilar lässt sich von solchen lästigen Unterbrechungen des Tages nicht beeinträchtigen: Seine Botschaft wurde wie geplant von ihm verlesen.




















































