Donnerstag, 22.02.2024 18:52 Uhr

Jüdischer Kriegsdienstverweigerer im Gefängnis

Verantwortlicher Autor: Sergej Perelman Tel Aviv , 03.02.2024, 20:19 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 3337x gelesen
Tal Mitnick, 18-jähriger jüdischer Kriegsdienstverweigerer

Tel Aviv [ENA] Am Dienstag, den 23. Januar 2024, wurde der 18-jährige jüdisch-israelische Kriegsdienstverweigerer Tal Mitnick zum zweiten Mal zu einer 30-tägigen Haftstrafe verurteilt. "Es gibt keine militärische Lösung für ein politisches Problem. Deshalb weigere ich mich, in eine Armee einzutreten, die glaubt, dass das eigentliche Problem ignoriert werden kann", begründet er seinen Entschluss.

Im Folgenden wird ein Bericht der deutschen Organisation für die Rechte von Kriegsdienstverweigerern "Connection e.V." vom 26.01.2024 veröffentlicht.

Am Dienstag, den 23. Januar 2024, wurde der 18-jährige israelische Kriegsdienstverweigerer Tal Mitnick zum zweiten Mal zu einer 30-tägigen Haftstrafe verurteilt. Eine erste Haft von 30 Tagen war bereits im Dezember von der israelischen Armee ausgesprochen worden. Am 26. Dezember hatte Tal Mitnick beim Rekrutierungszentrum von Tal Hashomer öffentlich seine Kriegsdienstverweigerung erklärt. Er wurde daraufhin inhaftiert und zu einer 30-tägigen Haftstrafe im Militärgefängnis verurteilt. Er ist der erste israelische Kriegsdienstverweigerer, der seit Beginn des Krieges in Israel-Palästina wegen seiner Verweigerung inhaftiert wurde.

In seiner Erklärung führte Tal Mitnick aus: "Es gibt keine militärische Lösung für ein politisches Problem. Deshalb weigere ich mich, in eine Armee einzutreten, die glaubt, dass das eigentliche Problem ignoriert werden kann. Am siebten Oktober erlebte die israelische Gesellschaft ein Trauma, das es in der Geschichte des Landes bislang nicht gegeben hat. In einer schrecklichen Invasion ermordete die Terrororganisation Hamas Hunderte von unschuldigen Zivilisten und entführte Hunderte weitere, Familien wurden in ihren Häusern ermordet, junge Menschen wurden während eines Raves massakriert und 240 Menschen wurden in den Gazastreifen entführt."

"Nach dem Terroranschlag begann ein Rachefeldzug nicht nur gegen die Hamas, sondern gegen das gesamte palästinensische Volk. Wahllose Bombardierungen von Wohnvierteln und Flüchtlingslagern im Gazastreifen, volle militärische und politische Unterstützung für die Gewalt der Siedler im Westjordanland und politische Verfolgung in einem noch nie da gewesenen Ausmaß innerhalb Israels. Ich weigere mich zu glauben, dass mehr Gewalt Sicherheit bringen wird. Ich weigere mich, an einem Rachefeldzug teilzunehmen", heißt es weiter in der Erklärung.

"Ich möchte mich nicht an der Fortsetzung der Unterdrückung und der Fortsetzung des Kreislaufs des Blutvergießens beteiligen, sondern direkt für eine Lösung arbeiten, und deshalb verweigere ich. Ich liebe dieses Land und die Menschen hier, denn es ist meine Heimat. Ich opfere und arbeite dafür, dass dieses Land ein Land ist, das die anderen respektiert, ein Land, in dem man in Würde leben kann", lautet der Schluss seiner Erklärung.

So können Sie Tal Mitnick unterstützen

Senden Sie mithilfe dieser Briefvorlage der WRI eine Protest-eMail an den israelischen Verteidigungsminister: https://wri-irg.org/en/programmes/rrtk/co-support-email/2024/release-conscientious-objector-tal-mitnick Schreiben Sie an die israelischen Botschaften im Ausland. Eine Liste der Botschaften finden Sie hier: https://wri-irg.org/en/civicrm/mailing/url?u=357&qid=23322

Verwenden Sie diese Briefvorlage der WRI, um eine eMail an den militärischen Verbindungsoffizier (Kapatz@digital.idf.il) und an den Generalstaatsanwalt unter (pazar@idf.il) zu schreiben. Tal Mitnick wird von Mesarvot unterstützt, einem politischen Netzwerk von israelischen Kriegsdienstverweiger*innen, mit dem Connection e.V. seit Jahren zusammenarbeitet. Sie können Tal Ihre Solidaritätsbekundungen schicken, indem Sie an info.mesarvot@gmail.com schreiben.

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