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Bioenergie in Deutschland: Neue politische Meilensteine

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom, 05.03.2026, 12:11 Uhr
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Rom [ENA] Berlin, 5. März 2026 – Mit der Veröffentlichung der Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sowie dem ersten Arbeitsentwurf des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) 2027 sind für die deutsche Bioenergiebranche zwei bedeutende politische Initiativen vorgestellt worden. Die Bioenergieverbände im Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) haben die Entwicklungen in einer Pressekonferenz bewertet und ihre Positionen deutlich

gemacht. Die sogenannte Grüngasquote wird bei angemessener Ausgestaltung als effektives Instrument für den Markthochlauf grüner Moleküle und für den Klimaschutz im Bestand der Heizungen gesehen. Sandra Rostek, Leiterin des HBB, betont jedoch, dass die Streichung der 65%-Erneuerbaren-Vorgabe beim Einbau neuer Heizungen kritisch zu bewerten sei. Positiv wird hingegen die „Bio-Treppe“ gewürdigt, die auch bei neuen Gasheizungen Klimaschutzanforderungen vorsieht. Laut Rostek verfügt Deutschland über ausreichend nachhaltig verfügbare Potenziale, um Biogas, Biomethan und Holz für die Wärmewende sowie zur Stabilisierung des Stromsystems zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitzustellen.

Um diese Potenziale zu nutzen, fordert die Branche eine konsequente Politik zur Ermöglichung von Biomethan. Stefan Jost, CO-CEO der DAH-Gruppe, hebt hervor, dass unter den richtigen Rahmenbedingungen genügend grünes Gas zur Verfügung stehen und für Verbraucher bezahlbar bleiben könne. Die Branche sei bereit zu investieren: Acht große Biomethanproduzenten planen in den kommenden fünf Jahren Investitionen von über 1,5 Milliarden Euro. Doch die aktuellen Gesetzesentwürfe behindern aus Sicht der Branche den Ausbau von Biomethan, besonders der Zugang zum Gasnetz sei nicht gesichert und müsse dringend verbessert werden. Auch in Regionen ohne Gasnetzanschluss müsse die Wärmewende vorangetrieben werden. Die Eckpunkte bieten hierfür laut

den Verbänden zu wenig Anreize. Holz stellt die wichtigste erneuerbare Energie im Wärmesektor dar, und Wärmenetze mit Biomasse sind ein tragender Pfeiler der Wärmewende. Der Wegfall der Vorgabe eines 65-prozentigen Erneuerbaren-Anteils gefährdet den Anschluss an Nahwärmenetze. Daher muss die Förderkulisse für den Heizungstausch und den Ausbau der Wärmenetze attraktiver gestaltet werden, um erneuerbare Heizoptionen gegenüber fossilen Alternativen zu stärken. Im Stromsektor sieht der EEG-Arbeitsentwurf wesentliche Weichenstellungen vor, enttäuscht aber die Bioenergieverbände. Thomas Karle, Präsident des Fachverbands Biogas, fordert eine deutliche Erhöhung der Ausschreibungsvolumina, damit Biogas künftig die schwankende Erzeugung aus

Photovoltaik und Wind insbesondere in der Dunkelflaute ausgleichen kann. Die Betreiber von Biogasanlagen benötigen praxisnahe Perspektiven, und der Entwurf müsse umfassend nachgebessert werden, um das volle Potenzial der Bioenergie zu entfesseln – nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller weltpolitischer Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit.Über die Bioenergieverbände: Im Hauptstadtbüro Bioenergie bündeln vier Verbände – Bundesverband Bioenergie e.V., Deutscher Bauernverband e.V., Fachverband Biogas e.V. und Fachverband Holzenergie – ihre Kompetenzen und Ressourcen. Gemeinsam repräsentieren sie die gesamte Bioenergiebranche von Land- und Forstwirten über Anlagen- und Maschinenbauer bis hin zu Energieversorgern,

Betreibern und Planern. Das Hauptstadtbüro Bioenergie gibt den zahlreichen Akteuren eine starke Stimme gegenüber der Politik und setzt sich technologieübergreifend für die Interessen seiner Trägerverbände in den Sektoren Strom und Wärme ein. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) verstärkt das Netzwerk und den Einfluss im energiepolitischen Diskurs.

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