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Biodiversität mit Versorgungssicherheit

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Freising, 19.06.2023, 14:11 Uhr
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Rom/Freising [ENA] Vom 19. – 25 Juni zeigen der Fachverband Biogas und seine Partner, wie bunt und artenreich Energiepflanzen heute schon sind, welchen wichtigen Beitrag sie für die Artenvielfalt und den Schutz unserer Wildtiere und Insekten leisten und welchen Mehrwert diese Flächen auch für die Bürgerinnen und Bürger haben. Mit dem heutigen Start der Aktionswoche Artenvielfalt will der Fachverband Biogas gemeinsam mit zahlreichen Partnern darauf aufmerksam machen, dass sich Biogas und Biodiversität ergänzen und dass Biogasanlagen ein entscheidendes Puzzleteil in der Nationalen Biomassestrategie sein muss.

Bereits zum vierten Mal findet die Aktionswoche Artenvielfalt statt, in diesem Jahr vom 19. bis 25. Juni. Auf Initiative des Fachverbandes Biogas machen u.a. Jäger und Imker, Naturschutzverbände und Landwirte und die Landesverbände der Erneuerbaren Energien auf das große Potenzial von Biogas für mehr Artenvielfalt auf unseren Feldern aufmerksam. „Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Nationale Biomasse-Strategie (NABIS) der Bundesregierung darf die Bedeutung von Anbaubiomasse für das Erreichen der deutschen und europäischen Klimaschutzziele nicht übersehen werden“, fordert Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer im Fachverband Biogas.

Er verweist darauf, dass der Anteil an Biomasse unter den Erneuerbaren im Verkehrssektor bei 87% liegt und 86% bei der Wärmeversorgung ausmacht. Daraus resultiert schon heute eine CO2-Vermeidung von 79 Mio. Tonnen pro Jahr. Die NABIS gibt die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Biomasseerzeugung unter den Gesichtspunkten Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Biodiversität sowie Energie- und Versorgungssicherheit vor. Der Fachverband Biogas kritisiert die oft einseitige und negative Betrachtung von Biogas und verweist auf die vielen Vorteile der Biogasnutzung, die zahlreichen Synergieeffekte zwischen Landwirtschaft und Biogas und fordert den Erhalt des bestehenden Biogasparks zur Sicherung der Energieversorgung.

Grundsätzlich befindet sich die Branche bereits in einem Transformationsprozess. Der Anteil der klassischen Energiepflanzen bei der Substratversorgung geht zurück, sagt Stefan Rauh. Er sieht durchaus die Möglichkeit, mittel- bis langfristig die Anbaubiomasse weiter zu reduzieren. Dabei dürfe man aber die Anforderungen in der Fruchtfolge, die mit Biogas aufgelockert wird, den Anbau von Leguminosen oder Klee zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oder die Vorteile mehrjähriger Arten wie die Durchwachsene Silphie und den Hanf als Energiepflanzen nicht übersehen. „Mit Biogas haben wir die Möglichkeit, sinnvolle und artenreiche Pflanzen, die Nahrungsgrundlage und Lebensraum für unsere Insekten und Wildtiere bieten, wirtschaftlich zu nutzen“,

ergänzt der Verbandsvertreter Darüber hinaus würden beim Grünland und den wiedervernässten Mooren in Zukunft zusätzliche Biomasse anfallen, die in Biogasanlagen zu klimafreundlicher, regionaler und verlässlicher Energie umgewandelt werden könne. Unabhängig von persönlichen Präferenzen muss die Bundesregierung immer auch die Vorgaben der EU beachten, die eine Verdopplung der Biogaserzeugung auf dann 35 Mrd. Kubikmeter bis 2030 vorsieht, um langfristig unabhängiger von Energieimporten zu sein. Deutschland werde hier seinen Beitrag leisten müssen – und das sei ohne Anbaubiomasse nicht möglich, unterstreicht Rauh.

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