"Stunde der Gartenvögel" mit durchwachsenen Ergebnissen
Berlin [ENA] Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat das Endergebnis der 22. "Stunde der Gartenvögel" bekannt gegeben. Demnach haben insgesamt mehr als 56.000 Menschen an der Vogelzählung teilgenommen und aus 38.500 Gärten über eine Million Vögel gemeldet. Leider setzt sich der stetige Abwärtstrend fort: Wurden 2018 knapp 34 Vögel pro Garten oder Park gezählt, waren es dieses Jahr nur noch etwa 28,4 Vögel.
Viele schlechte Nachrichten, aber auch einige gute haben zu den Ergebnissen der "Stunde der Gartenvögel" geführt. Martin Rümmler, Vogelschutzexperte beim NABU, erläutert es näher: „Bei den Buchfinken können wir ein sattes Plus bei den Sichtungen von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen, auch der Grünfink machte bundesweit drei Prozent Plus. Es scheint sich keine neue Infektionswelle mit Trichomonaden anzubahnen, die in der Vergangenheit zu Verlusten unter einigen Finkenarten geführt hatte.“ Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Grünfink seit Jahren zunehmend weniger gemeldet wird, wie auch die Zahlen der Bestandserfassung des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) bestätigen.
Infektionswellen bei Finkenarten
Rümmler:„Eine Ursache ist vermutlich, dass der Grünfink stärker unten den Infektionswellen mit Trichomonaden gelitten hat als der Buchfink.“ Die Erreger verbreiten sich vor allem an Futter- und Wasserstellen. „Wer Vögel füttert, sollte daher unbedingt auf die Hygiene achten“, rät Rümmler. „Am besten Futtersäulen nutzen und Wasser täglich wechseln.“Bei der Amsel deutet nichts auf größere Verluste hin, wie sie in den vergangenen Jahren festgestellt worden waren. Die melodische Abendsängerin wurde ähnlich häufig wie 2025 gemeldet. „Düster sieht es dagegen bei den Spatzenarten aus“, so Rümmler. Der Haussperling liege zwar nach wie vor auf Platz eins der Rangliste, aber er habe einen Verlust von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingefahren.
Damit setze sich der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst fort. Auch der Feldsperling fliege nach unten: minus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rümmler. „Diese Zahlen müssen uns besorgen. Denn wenn so häufige Arten wie der Haussperling immer weniger gemeldet werden, könnte das ein Alarmsignal für den Zustand der Natur in unseren Siedlungen sein.“ Grund dafür seien meist ein mangelndes Nahrungsangebot und der Verlust von Wohn- und Lebensraum in den Städten.
Das zeigt sich auch bei den Mauerseglern. Die Sommerboten stürzten um 25 Prozent ab. Ihr typisches Sri-sri, das viele Menschen mit der warmen Jahreszeit verbinden, war am Zählwochenende seltener zu hören. Auch die Mehlschwalben-Sichtungen nahmen mit minus zwölf Prozent deutlich ab. „Beide Arten sind Gebäudebrüter und Insektenfresser. Es könnten also Insektenschwund und nicht vogelfreundliche Sanierung alter Gebäude eine Rolle spielen“, vermutet Rümmler. Zum Teil kehrten Tiere aber auch erster später als üblich aus ihren Winterquartieren zurück.
Die "Stunde der Gartenvögel" ist eine Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Die nächste Vogelzählung ist die "Stunde der Wintervögel". Sie findet vom 8. bis 10. Januar 2027 statt. www.NABU.de




















































