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Eine Legende am Snookermikrofon sagt Tschüss ...

Verantwortlicher Autor: Guido Hermann Fürstenwalde / Spree, 25.05.2024, 13:00 Uhr
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Rolf Kalb
Rolf Kalb  Bild: Guido Hermann

Fürstenwalde / Spree [ENA] "Ich verbleibe wie immer - ihr/euer Rolf Kalb." So verabschiedete sich Rolf Kalb von seinen Zuhörern und Zuschauern mehr als drei Jahrzehnte. Nun hat er für sich und seine Familie entschieden, dass nach 35 Jahren Eurosport Schluss sein soll und muss. Wir sagen DANKE Rolf Kalb und blicken zurück.

Er war mehr als die Stimme im Snooker-Sport bei Eurosport - er war die Seele und der Vater dieser Sportart in Deutschland. Nach 35 Dienstjahren ist nun Schluss. Wer Rolf persönlich kennt, und ich durfte mit ihm viele Jahre gemeinsam Snooker erleben, weiß, dass er nur zu 100% zu bekommen ist. So ist seine Einstellung zum Job und nur so lebt er auch seinen Beruf - Abstriche möchte und will er nicht machen. In den letzten Jahren ereilten böse Krankheitsbilder seine Familie - seine Frau Moni bekam eine Krebsdiagnose, er selbst bekämpfte einen Tumor. Wenn man 350 Tage im Jahr Snooker lebt, ist für diese schrecklichen Nachrichten eigentlich kein Platz. Rolf und seine Moni stellten sich den Herausforderungen.

"Rolf hat Snooker" - klingt wie eine weitere Krankheit - aber Rolf war eben 350 Tage im Jahr an seinem Mikrofon und kommentierte Snooker. Da gab es "nebenbei" Geburtstage, Familienfeiern, Grillabende bei Freunden und vieles mehr, aber Rolf wurde immer entschuldigt, denn Rolf machte Snooker und seine Ehefrau stand an seiner Seite und schaffte immer Akzeptanz gegenüber allen Anfragen. Man kann über Rolf Kalb viele Seiten im Internet recherchieren - ich weiche heute zum ersten Mal von meinem journalistischen Weg ab, weil ich über eine Persönlichkeit schreiben darf, die auch mein Leben sehr stark beeinflusst hat und deshalb emotionale Momente über einer sachliche Berichterstattung überwiegen.

Rolf wurde nicht nur zu einem guten Freund für mich in der Snookerszene, er wurde mein sportlicher Begleiter und Lehrmeister. An so manchen Abenden oder gemeinsamen Reisen mit Snookerstars saßen wir nach langen Snookerstunden bei einem guten Glas Wein zusammen und reflektierten den Tag und die Ergebnisse. Und an seiner/unserer Seite immer seine Moni - eine fantastische Frau, die Rolf immer den Rücken freigehalten hat. Als es beiden gesundheitlich nicht gut ging, hatte ich die große Ehre, Rolf in den Arenen und im TV vertreten zu dürfen. Was für ein Privileg. Er sagte immer zu mir: "Ich habe den besten Job der Welt, was will ich mehr ?"

Für sein Snooker-Ende und damit auch den Ausstieg bei Eurosport am Mikrofon hat sich Rolf Kalb bewusst die Weltmeisterschaft in Sheffield ausgesucht - mehr als zwei Wochen und manchmal mehr als 16 Stunden live auf Sendung - weil das war und ist sein Leben - Snooker leben. Ich freue mich mit ihm noch auf viele gemeinsame Stunden bei Exhibitions in Deutschland und verneige mich vor einer Person, die auch mein persönliches Leben stark geprägt hat. DANKE ROLF.

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