Mittwoch, 17.06.2026 00:00 Uhr

Wenn Mut auf wilde Hufe trifft

Verantwortlicher Autor: Martino Brando Dülmem, 16.06.2026, 13:31 Uhr
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Wildpferde und Fangburschen sorgen für Spannung vor 15.000 Zuschauern.
Wildpferde und Fangburschen sorgen für Spannung vor 15.000 Zuschauern.  Bild: Martino Brando

Dülmem [ENA] Vor rund 15.000 Zuschauern wurden beim traditionellen Wildpferdefang im Merfelder Bruch 33 Junghengste aus der Herde der Dülmener Wildpferde gefangen. Die Fangburschen trennten die Tiere allein mit Geschick, Schnelligkeit und Muskelkraft von der Herde.

Bei sommerlichen Temperaturen um 26 Grad strömten am 30. Mai 2026 rund 15.000 Besucher in den Merfelder Bruch, um eines der außergewöhnlichsten Naturereignisse Deutschlands zu erleben. Beim traditionellen Wildpferdefang wurden 33 einjährige Hengste aus der Herde der Dülmener Wildpferde herausgefangen. Die Fangburschen mussten die Tiere ausschließlich mit Geschick, Schnelligkeit und Muskelkraft von der Herde trennen. Die traditionsreiche Veranstaltung sorgte von Beginn an für Spannung und begeisterte die Zuschauer mit spektakulären Szenen in der Arena.

Die Familie von Croÿ begleitet den Wildpferdefang seit Generationen.
Blick in die voll besetzte Arena des Merfelder Bruchs.
Einzug der Bauernburschen in die Arena.

Traditionell findet der Dülmener Wildpferdefang am letzten Samstag im Mai statt. So war es auch am 30. Mai 2026, als rund 15.000 Besucher bei sommerlichen Temperaturen in den Merfelder Bruch strömten. Seit Generationen ist die Veranstaltung eng mit der Familie Herzog von Croÿ verbunden, die die letzte Wildpferdeherde Europas bewahrt. Schon lange vor Beginn des eigentlichen Fangs waren die Tribünen bis auf den letzten Platz besetzt. Ein besonderer Moment ist der Einzug der Wildpferdefänger. Die überwiegend aus den umliegenden Bauernschaften stammenden Bauernburschen bereiten sich sorgfältig auf ihren Einsatz vor. Mit ihrem traditionellen Aufmarsch in die Arena beginnt einer der spannendsten Abschnitte des Wildpferdefangs.

Schon Stunden vor Beginn bildeten sich lange Besucherschlangen.
Mit professioneller Ausrüstung dokumentieren Fotografen das Geschehen im Merfelder Bruch.
Für viele Familien ist der Wildpferdefang ein besonderes Erlebnis.

Die Bilder zeigen die entscheidende Phase des Wildpferdefangs. Nachdem ein Junghengst von der Herde getrennt wurde, bringen die erfahrenen Fangburschen ihm ein Halfter an. Genau dieser Moment wird von Tierschutzorganisationen besonders kritisch betrachtet. Während die Veranstalter auf die jahrhundertealte Tradition und die kurze Dauer des Eingriffs verweisen, sehen Kritiker darin eine vermeidbare Belastung für die Tiere. Die Diskussion begleitet den Wildpferdefang seit Jahren und wurde auch 2026 wieder öffentlich geführt.

Fangburschen trennen einen Junghengst von der Herde.
Mit Geschick und Erfahrung wird der Hengst unter Kontrolle gebracht.
Der entscheidende Moment: Dem Junghengst wird das Halfter angelegt.

Abseits der spektakulären Fangarena zeigen die Dülmener Wildpferde auch ihre ruhige und ursprüngliche Seite. Die Bilder dokumentieren ein ruhendes Fohlen unter dem wachsamen Blick der Herde, eine charakteristische Stute mit dunkler Mähne sowie eine Stuten-Fohlen-Gruppe auf den Weiden des Merfelder Bruchs. Hier verbringen die Tiere den größten Teil des Jahres nahezu unbeeinflusst vom Menschen. Besonders die enge Bindung zwischen Stuten und Fohlen prägt das Bild dieser einzigartigen Wildpferdeherde.

Stute mit Fohlen im Merfelder Bruch – die Dülmener Wildpferde leben hier seit Jahrhunderten in freier Herdenhaltung.
Fellpflege unter Wildpferden: Soziale Nähe prägt das Leben der Dülmener Herde im Merfelder Bruch.
Großes Interesse bei Jung und Alt: Zahlreiche Besucher fotografierten die Wildpferde mit ihren Smartphones.

Die Dülmener Wildpferde gehören zu den ältesten Pferdepopulationen Deutschlands. Seit Jahrhunderten leben sie im Merfelder Bruch weitgehend ohne menschliche Eingriffe. Die Stuten bringen ihre Fohlen selbst zur Welt, und der Nachwuchs wächst geschützt in der Herde auf. Die Bilder zeigen eindrucksvoll diese natürliche Lebensweise: neugierige Fohlen an der Seite ihrer Mütter, ruhende Jungtiere auf den Weideflächen und die Herde in ihrer ursprünglichen Umgebung. Das vom Haus Croÿ erhaltene Wildpferdegebiet bewahrt damit ein einzigartiges Natur- und Kulturerbe, das jährlich Tausende Besucher nach Dülmen lockt.

Fohlenruhe im Merfelder Bruch.
Hunderte Wildpferde bilden eine der letzten frei lebenden Herden Europas.
Familienidylle bei den Dülmener Wildpferden.
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