Weltweihnachtszirkus Stuttgart - Höhen und Tiefen
Stuttgart [ENA] Der größte Weihnachtszirkus der Welt, der Weltweihnachtszirkus Stuttgart, gastierte vom 4. Dezember 2025 bis 6. Jänner 2026 zum 31. Mal am Cannstatter Wasen. Waren es im Jahr zuvor 128.000 Besucher wollte man dieses Jahr die Besucherzahl mit einem Topprogramm nochmals steigern.
Ein in jeder Hinsicht rekordverdächtiges Programm, das mehr preisgekrönte Festivalgewinner vereinte, als zuvor wurde den Besuchern geboten. 118 Weltklasse Artistinnen und Artisten traten im diesjährigen Programm auf. Es war durchaus ein Programm der Superlative. So wurde unter anderem mit 24 Artisten in einer Darbietung die größte Hutjonglage Nummer der Welt durch die Shandong Acrobatic Troupe präsentiert, ein Weltrekordauftritt. Angelina Richter zeigte als derzeit einzige Frau weltweit die legendäre "Ungarische Post" auf höchstem Niveau mit einer Vielzahl an Pferden, mit denen sie auch Hindernisse übersprang.
The Flying Gonzalez präsentierten sich als die größte Flugtrapeznummer der Welt mit 15 Artisten auf dem Dreifach-Trapez. Der zweifache Guinness-Weltrekordhalter Tulga, ein mongolischer Kraftakrobat zeigte seine Künste, in dem er sich, einen brennenden Holzstamm haltend, an den Zähnen in die Zirkuskuppel ziehen ließ. Die "Fliegenden Meteore" der Dalian Acrobatic Troupe, die ebenso wie Angelina Richter zum Internationalen Circus Festival von Monteo Carlo 2026 eingeladen ist, begeisterte das Publikum mit einer temporeichen Nummer von an Seilen befestigten Schalengefäßen, die sie durch die Luft wirbelten.
Und so könnte man von den insgesamt 21 hochkarätigen Showacts weiterschwärmen, gäbe es da nicht auch störende Tiefen beim abgelaufenen Weihnachtszirkus. Es begann damit, dass eine Gruppe fanatischer, selbsternannter Tierschützer das Programm mit Protestaktionen gegen den "Zauber(er) des Staunens" - wie er im Programm genannt wird - störten und sich gegen die Verwendung von Tauben beim Zauberakt aussprachen. Trotz Prüfung durch die Behörden und dem Ergebnis, dass keinerlei Tierquälerei vorliegt, nahmen die Verantwortlichen die Zaubernummer ohne Ersatz aus dem Programm und beugten sich damit den Aktivisten.
Dadurch gestärkt haben die Tierschutzaktivisten erneut in der Silvestervorführung zugeschlagen und den Programmablauf durch Proteste gegen die beiden Pferdenummern gestört und ein Verbot von Tiernummern im Zirkus gefordert. Tatsächlich gingen die Argumente betreffend die angebliche Tierquälerei am Tatsächlichen vorbei. Beide Tiernummer mit Pferden funktionieren nur mit gegenseitigem Vertrauen, Gewalt oder Zwang wären hier kontraproduktiv.
Und dann passierte am Montag, 5.1.2026 das, was sich kein Artist aber auch kein Zirkusbesucher wünscht: Bei der Darbietung "Flight of Passion" von den Gewinnern des Goldenen Clowns Dimitriy und Daria stürzten diese aus ca. 5 Metern Höhe zu Boden, das Zelt musste geräumt und die Verletzten versorgt werden. Ursache soll ein gerissenes Seil gewesen sein, wobei die polizeilichen Erhebungen noch laufen.
Alles Zwischenfälle, für die der Veranstalter nichts kann. Und dennoch stört das Verhalten der Verantwortlichen des Weltweihnachtszirkus in Bezug auf diese Vorfälle. So hätte man etwa erwartet, dass man den Artisten bei Protesten gegen sie den Rücken stärkt, statt dessen beugt man sich den selbsternannten Tierschützern und nimmt die Zaubernummer ersatzlos aus dem Programm. Damit stärkt man die Aktivisten und bietet ihnen erneut die Möglichkeit jetzt auch gegen die Pferdenummern zu demonstrieren. Und wieder beugt man sich den Protesten und verkündet nach Beendigung des Weihnachtszirkus 25/26, dass man künftig auf Tiernummer verzichten werde. Und selbst als Artisten aus der Zirkuskuppel zu Boden stürzen: kein Kommentar auf der Homepage!
Das Mindeste wären doch offizielle Genesungswünsche an die Artisten gewesen! Analysiert man die Reaktionen der Verantwortlichen des Weltweihnachtszirkus in Stuttgart, so kann man nur zum Ergebnis kommen, man will seitens der Verantwortlichen nur keinen Ärger, alle störenden, Einnahmen bremsende Einflüsse ausblenden, Aktivisten recht geben, damit man seine Ruhe hat! Artisten verdienen ja ohnedies ihre Gage und Tiere im Zirkus sind dem Weltweihnachtszirkus auch vom Aufwand her ja nur lästig. Schade! Für mich als Autor stellt sich damit schon die Frage, ist das noch richtiger Zirkus?




















































