Dienstag, 20.02.2024 23:29 Uhr

Mönch tauscht Habit gegen Maßanzug

Verantwortlicher Autor: Görner - Müller Frankfurt am Main, 21.08.2023, 09:39 Uhr
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Vom Kloster auf den Laufsteg – Bruder Michael Wies ist erstes Model der Kampagne „Kleider machen Leute“
Vom Kloster auf den Laufsteg – Bruder Michael Wies ist erstes Model der Kampagne „Kleider machen Leute“   Bild: Fotos © Per Schorn ©

Frankfurt am Main [Görner - Müller] Die Kampagne „Kleider machen Leute“ geht nunmehr ins neunte Jahr. Hierbei werden Menschen aus der Mainmetropole Frankfurt und dem angrenzenden Rhein-Main-Gebiet in Szene gesetzt, die an ihrem Arbeitsplatz keine Anzüge oder schicke Kostüme tragen. Es sind Menschen mit teils ungewöhnlichen Berufen.

So konnten die Initiatoren der Kampagne, Maßschneider Stephan Görner und PR- und Event-Experte Sven Müller bereits u.a. den Kläranlagentaucher, Müllmänner, die Gefängniswärterin oder den Kanalarbeiter ablichten. Zunächst authentisch am Arbeitsplatz, dann fantasievoll im edlen Maßanzug, Smoking oder Kostüm. Heraus kommen immer tolle Fotos, die dann in einem Kalender verewigt werden.

Auch 2023/24 geht es weiter. Respekt, Anerkennung und Wertschätzung gegenüber diesen Berufen und den Menschen dahinter ist die Botschaft der Kampagne. In diesem Jahr mit einem neuen Fotografen-Team. Per Schorn und sein Assistent Jan Breitenbach sind mit frischen Ideen und neuem Schwung mit an Bord. Und beim ersten Shooting ging es direkt ins Kapuzinerkloster Liebfrauen zu Bruder Michael Wies. Er lebt seit mehreren Jahren in der Liebfrauen Kirche im Zentrum Frankfurts. Sie dient nicht nur als Ort der Andacht, sondern zieht auch jene an, die nach innerer Ruhe suchen. Gleichzeitig erfüllt sie eine wichtige Rolle als Anlaufstelle für Bedürftige.

Für das Fotoshooting tauschte er Habit gegen einen schicken Maßanzug von Stephan Görner.

Im Franziskustreff finden diese Bürger nicht nur Nahrung in Form eines Frühstücks, sondern auch emotionale Zuwendung und unterstützende Beratung. Seit November 2015 hat Bruder Michael die Verantwortung für diesen Treffpunkt. Dies geschah kurz nachdem er sein Ordensgelübde ablegte, das ihn auf "ewig", an den katholischen Orden bindet. Im Jahr 2007 hat er sich den Kapuzinern angeschlossen. Bei einer Pilgerreise durch Frankreich faszinierten ihn die Taten des Heiligen Franziskus so sehr, dass er fortan beschloss, sein altes Leben hinter sich zulassen und sich den Menschen zu widmen, die in Armut leben und auf Hilfe angewiesen sind.

Das tägliche Outfit von Bruder Michael, die Kutte oder eigentlich richtig, der Habit, ist maßgeschneidert und die Erinnerung an Gott. Meist ein einfacher Stoff in braun mit einer Kordel zusammengehalten. Drei Knoten sind in diese Kordel geflochten. Sie stehen für Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit. „Ich bin ein individueller Mensch, deshalb habe ich meinen Habit auch auf meine Körpermaße anfertigen lassen“, sagt der Chef des Kosters. Für das erste Fotoshooting hat auch Frankfurts bekannter Maßschneider, Stephan Görner, sich etwas einfallen lassen.

So durfte der Kapuzinermönch einen 3-teiligen Maßanzug in Forest Green mit schwarzem Prince-Wales-Check und dazu passend ein weiß-blaues gestreiftes Maßhemd sowie eine grüne Krawatte und grüne Schuhe anziehen und ab sofort sein Eigen nennen. Damit wird Bruder Michael Wies am 24. Februar 2024 im Hotel Kempinski Gravenbruch bei der Charity-Gala „Kleider machen Leute“ über den Laufsteg flanieren. „Meine Brüder im Kloster haben schon gewitzelt und wollten mit mir oben im Refektorium Catwalk üben“, lacht der Mönch und freut sich schon über seine fünf weiteren Amateur-Models mit ungewöhnlichen Berufen und die fünf VIP-Models. „Henry Maske hat mich im letzten Jahr schwer beeindruckt, er sah sehr elegant aus“.

Den letzten Anzug, den ich getragen habe, war auf Wunsch meiner Mutter, anlässlich der Hochzeit meiner Schwester, ergänzt der Kapuzinermönch. „Die Spenden der Charity-Gala gehen zu Gunsten der LEBERECHT Stiftung, die wir seit 2015 unterstützen und für die wir schon mehr als 200.000 Euro für in Not geratene Kinder und deren Familien gesammelt haben“, sagt Sven Müller, der auch in diesem Jahr wieder für die komplette Organisation zuständig ist.

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