Sonntag, 25.07.2021 01:38 Uhr

B 27 Chaos Göttingen Instandhaltung Fehlanzeige 22.07.21

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 22.07.2021, 11:30 Uhr
Kommentar: +++ Lokale Nachrichten +++ Bericht 824x gelesen
SO chaotisch ist es zeitweise auch, und wir haben aber nur je 1 Spur
SO chaotisch ist es zeitweise auch, und wir haben aber nur je 1 Spur   Bild: MonikaP von Pixabay

Göttingen [ENA] A7 Abfahrt Nr. 72 Göttingen Nord auf die B 27 Autobahnzubringer und zugleich „ Schnellstrasse „, so wurde sie immer genannt, zum Gewerbegebiet Göttingen – Weende, der B3 und dem größten Klinikbereich Göttingen mit der UMG und dem Weender Krankenhaus.

Aber auch zugleich eine Verbindungsstrasse zwischen Weende und Holtensen. Viele Gründe, warum sich ein stetiger Verkehr auf dieser Strasse bewegt, zudem auch wegen dem Gewerbegebiet von vielen LKWs befahren. Schon in normalen Zeiten in Richtung B3 und Weende gab es zu bestimmten Zeiten. z. B. morgentlichem Berufsverkehr in Verbindung mit den LKW Warenlieferungen auf der einen Spur regelmäßig Stau und Wartezeiten an den Ampelanlagen. Besonders ärgerlich weil auch öffentlicher Nahverkehr über diese Straße geführt wird, ebenso als schnelle Anbindung für Berufspendler, die den langen und beschwerlichen Weg durch die Innenstadt damit meiden können und auch keine umständlichen Umsteigezeiten nutzen müssen. Soweit die Idee.

Doch immer wieder führten Umbau- und Neubaumaßnahmen und damit verbundene zeitweise Sperrungen von Fahrbahnen auf beiden Seiten zu zusätzlichen Verkehrsflußstörungen, die letzte große Umbau- und Sanierungsmaßnahme wurde zwischen Juni und Ende August 2019 durchgeführt mit entsprechenden Behinderungen. Kosten des letzten Spektakels: Rund 1.4 Millionen Euro. Und was war eine der Hauptbauarbeiten ? Nach Auskunft der zuständigen Behörde, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau u. Verkehr Geschäftsbereich Gandersheim in Bad Gandersheim:

Abfräsung der oberen beiden Straßenschichten und Neuaufbringung von Asphaltbinder und einer Asphaltdeckschicht, dazu im Anwohnerbereich ein besonderer „ lärmreduzierender Asphalt „. Und eine Abbiegespur, die ins Leere ging, sollte weg. Klang ja alles toll, aber offensichtlich hatte jemand dabei vergessen, gleich mal die Tragfähigkeit der vorhandenen Brücke, über die die Strasse führt, auf Standfestigkeit zu überprüfen. Angeblich werde dies ja alle 3 Jahre gründlich gemacht. Komisch, die letzten Jahre hatten wir weder besonders harte Winter noch besonders viel Verkehr, die der Brückenstruktur hätten besonders zusetzen können.

Trotzdem habe man letztes Jahr festgestellt, das die Brücke dem vorhandenen Verkehr nicht unbedingt standhalten könne, wenn beide Spuren oder womöglich noch dazu die Gegenspur gleichzeitig Verkehr führen würde. Daher ist seit letztem Jahr eine Spur, inzwischen auf jeder Seite eine Straßenspur gesperrt; wie ein Nadelöhr windet sich nun insbesondere jeden Morgen und Abend auf der anderen Seite der Verkehr mit langen Warteschlangen durch Richtung Weende am morgen oder Richtung Autobahn am Abend. Auch nach 9 Monaten keine Bauarbeiter, kein Tun oder Arbeiten, nein, nur die Absperrgitter fristen ihr Dasein, das war´s.

Grund genug, da auch der öffentliche Nahverkehr nachhaltig nachteilig betroffen ist, was da los ist und wann oder ob es mal weitergeht. Vielleicht die Brücke stabilisieren, befestigen, erneuern, was eben so geht. Da ich zu dieser Zeit noch nicht wußte, wer zuständig ist, meine erste Anfrage bei der Stadt Göttingen Straßenbauamt. Nein, so die Auskunft, die seien dafür so gar nicht zuständig, sondern die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau u. Verkehr Geschäftsbereich Gandersheim in Bad Gandersheim. Aber sagen konnte mir der Städtische Bedienstete dann irgendwie doch, das Drama würde am fehlenden Geld liegen.

Aha, aber warum es die Stadt Göttingen auch nicht interessiert , das hier mal wieder irgendwann vernünftig Verkehr laufen kann, denn der öffentliche Nachverkehr ist ja z.B. sehr wohl Sache der Stadt Göttingen, nö, offensichtlich kein Interesse. Also schnell mal angerufen bei der Behörde: Jawoll, man sei nicht nur zuständig, sondern schon längst tätig. Also am Geld läge das nicht. Man habe ja auch schon eine Aufnahme der Mängel sozusagen abgeschlossen, die Ingenieure planen ja schon, wie es weitergehen wird. Wann, ja das ist ein Problem, das kann noch dauern. Also fest steht erst einmal, die Sperrungen bleiben, dieses Jahr, noch länger. Kein Ende abzusehen.

Aber ein festes Ergebnis gibt es schon: Eine Sperrung wird dauerhaft bleiben. Also eine Seite bleibt einspurig. Aber welche, nee, da hat man noch keine Idee. Jetzt muß erst einmal wohlüberlegt werden, was macht man mit der Brücke ? Sanieren, wegsprengen, umbauen, neubauen. Wer weiß. Eines ist auf jeden Fall klar: Das Problem wird bleiben, die Schnellstrasse ist inzwischen zur Kriechstrasse verkommen, und weniger Verkehr ist es auch nicht geworden. Wo man doch vor Jahren, 2017, erst neue Auf- und Abfahrten konstruiert hat, die Brücke hat man da regelmäßig vergessen.

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