"Von Hier nach Dort": Ein Roman der Verweigerung
Wien [ENA] Wie eine schwerfällige Holzfigur bewegt sich der namenlose Protagonist in Peter Roseis Roman "Von Hier nach Dort" auf einer Reise von hier nach dort, die gewollt uninteressanter nicht hätte sein können in ihrer Aneinanderreihung von anscheinend belanglosen Begebenheiten, die nichtsdestotrotz an einen gewissen nihilistischen Pathos erinnern, der sich bemüht, dem "Menschlich allzu Menschlichen" Würde zu verleihen.
"Reisepass, Waschzeug, Geld: ich hatte alles beisammen. Ordentlich lagen die Dinge vor mir. Da weinte ich. Ich legte mich auf das Bett und weinte." Mit diesen Sätzen beginnt der österreichische Schriftsteller Peter Rosei seinen Roman, Sätze, die hölzern und traurig zugleich sind und die ohne jemals besonders in Aufregung zu verfallen, weiterhin unaufgeregt durch den Roman marschieren und dabei Zeit tot schlägt um an sich drehende Windrädern oder Satellitensiedlungen vorbeizufahren, in einem Italienerlokal halt zu machen um Spaghetti zu bestellen, denn "ich esse gerne Spaghetti, ich esse sie jeden Tag" erfährt der Leser und wird dabei hineingezogen in eine trockene Erlebniswelt, die sich aber bemüht meistens unaufdringlich zu sein.
Peter Rosei
Der Schriftsteller Peter Rosei, geboren 1946 in Wien, ist eigentlich studierter Jurist, der sich aber in der neuen österreichischen Literatur sehr bald einen Namen machte und zum Beispiel mit seinem Roman "Wer war Edgar Allen" über die Möglichkeiten der Existenz in einer zunehmend beängstigenden Welt reflektierte und damit auch zu einem nihilistisches Grundmotiv beitrug, das vielleicht richtungsweisend für die moderne österreichische Literatur wurde. Dass er dabei auch ein Lebensgefühl im Nachkriegs Österreich angesprochen hat, zeigen auch die vielen großen Preise und Würdigungen die er erhalten hat, darunter auch das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.




















































