Donnerstag, 26.11.2020 13:24 Uhr

Othmar Peter Hartmann "Spätwerk"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 27.10.2020, 02:55 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 6393x gelesen
O.P. Hartmann
O.P. Hartmann   Bild: Schura Euller Cook

Wien [ENA] Es existiert ein Konvolut von ungefähr dreißig Bildern von Othmar Peter Hartmann aus den Jahren 1972 - 1973, die er kurz vor seinem Tod am 5. Dezember 1973 geschaffen hat. Darunter sind Ölbilder, Federzeichnungen, Aquarelle oder Rötelzeichnungen, die er für eine Sammlerin aus seiner Familie malte.

Damit wird gewissermaßen der Abschluss seines imposanten Lebenswerkes dargestellt. Was bewegt ein Kind aus einer Wiener Arbeiterfamilie sich der hohen Kunst zuzuwenden? Wie kommt es dazu die magische Grenze zu überschreiten die den künstlerischen Blick vom Alltäglichem trennt? Welche Fee hatte ihm Goldstaub in die Augen gestreut, damit es die verborgene Schönheit der Welt wahrnehmen konnte? Schon als Kind malte er versteckt unter dem Küchentisch und seine kleinen Hände fühlten schon den Drang zu gestalten und Formen zu finden. Doch nicht sofort wurde diese künstlerische Begabung, dieses Urtalent und diese Genialität gewürdigt. Wie sollte es auch sein? Die Eltern waren tief in der rauhen, aber kraftvollen Arbeiterwelt verwurzelt.

So machte Othmar Peter eine Schlosserlehre und mit diesen Händen, die später, als er Maler wurde, die feinsten, delikatesten Pinselstriche führten, schmolz er das glühende Eisen und hämmerte den unbiegsamen Stahl. Doch eine Muse der schönen Künste hatte noch einiges vor mit ihm. Als er 16 Jahre alt war begann der Erste Weltkrieg, der den Österreichern nicht nur grosse Opfer abverlangte, sondern das Land grundlegend veränderte. Die 500 jährige Monarchie hörte auf zu existieren. O.P.H. war damals 20 Jahre alt und in der Blüte seiner Jugend als die Unbarmherzigkeit und Härte des Krieges ihn wie ein eisernes Korsett umschloss. Doch er war jung und stark und da war noch seine Sehnsucht nach einem künstlerischen Ausdruck.

Wie ein Phoenix aus der Asche schwebte er über den Trümmern des Krieges. Er bewarb sich an der berühmten Akademie der Bildenden Künste Wien für ein Studium und wurde auch sogleich aufgenommen. Alle Stilrichtungen wurden damals noch auf hohem Niveau gelehrt und O.P. Hartmann lernte und experimentiere mit allen, von der altmeisterlichen Klassik bis zur Moderne. Hauptsächlich war er ein Schüler von Hans Tichy. In seiner großen Künstlerseele nahm er alles auf und seine Genialität spiele mit den Formen und Farben. Er war sehr schnell erfolgreich. Ab 1921 stellte er im Künstlerhaus aus und er nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil. Seine Weke finden sich in Museen, in der städtischen Sammlung Wien oder im Unterrichtsministerium.

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