Mittwoch, 21.01.2026 17:29 Uhr

Michael Hampe "Krise der Aufklärung" als Apokalypse

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 05.01.2026, 13:11 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 3293x gelesen

Wien [ENA] Das Buch "Krise der Aufklärung - Über die Fortsetzbarkeit einer Lebensform" von dem deutschen Philosophieprofessor Michael Hampe, vertieft sich einmal mehr in das Schreckgespenst Apokalypse, ein Thema, das die Menschheit schon lange erschauern lässt und in den endlosen Wehklagen alttestamentarischer Propheten oder in der Apokalypse des Johannes im Neuen Testament schaurig-schöne Meisterwerke geschaffen hat.

Gewissermaßen ist die Apokalypse als Vorstellung vom Ende der Welt, ein immer wieder bemühtes Gedankenexperiment, das dem Schreiben in verschiedenen Genres immer wieder neue Impulse verleiht. Nun, der Philosoph Michael Hampe ist dazu auch bei Ludwig Wittgenstein fündig geworden, der die Apokalypse des wissenschaftlich-technischen Zeitalters und die Idee vom großen Fortschritt als Verblendung, durchaus logisch-exakt als Möglichkeit in Betracht gezogen hat. Eigentlich ein fast blasphemisches Gedankenspiel, wenn man bedenkt, dass seit Jahrhunderten die Aufklärung als Prozess der Befreiung von Illusionen, Aberglauben, von philosophischen und theologischen Dogmen ins kollektive Bewusstsein eingedrungen ist und dort als Prinzip Hoffnung lebt.

Michael Hampe schreibt, dass er das Buch auch unter dem Eindruck des grausamen Angriffskriegs auf die Ukraine durch Russland oder der Präsidentenwahl von Trump in Amerika geschrieben hat. Ereignisse unserer Zeit, die den "Elfenbeinturm" eines Philosophen mit der Gewalt und Grausamkeit der Politik zu erschüttern drohen und das Ende von Sicherheit und Wohlstand in greifbare Nähe rücken. Hampe ist Pädagoge genug, um nicht den Versuch zu wagen einen psychologischen Ausweg aus der drohenden Krise der Aufklärung zu suchen und empfiehlt das "Sehen" so zu schulen und zu erziehen, damit die Welt mit anderen Augen gesehen werden kann. Das könnte dann zu einem neuen Verständnis von Selbst führen und vielleicht zu einer Erneuerung der Aufklärung.

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