Kinderzeche Dinkelsbühl - Rekordbesuch mit Schatten
Dinkelsbühl [ENA] Dinkelsbühl ist geschmückt. Die Kinderzeche bestimmt für die Einwohner den Jahresrhythmus. Streit ist während dieser Zeit tabu. OB Dr. Christoph Hammer spricht von über 100.000 Besuchern. Jubelstimmung. Doch sie wurde durch Alkoholexzesse getrübt. Der OB - schade, es war die schönste Kinderzech.
OB Dr. Christoph Hammer ist am Samstagabend zu Fuß auf den Weg zum Schwedenlager. Gut gelaunt. Es war die " schönste Kinderzeche " bisher , zieht er eine erste Bilanz und zeigt sich kämpferisch, dass die Schlagzeilen in der überregionalen Presse am Mittwoch dem Ansehen der Stadt und ihres historischen Festes nicht schaden werden. "Wir hatten über 100000 Besucher und weniger als zehn auffällige, stark alkoholisierte Männer, die Polizeieinsätze erforderlich machten". In den Medien ist die Sprache von "ordentlicher Gewaltwelle" und einem Dienstag, der "alles andere als normal" war. In den Kommentaren ist zu lesen von "dezent widersprüchlich, zu einer friedlichen Kinderzeche" . Dennoch bleibt ein positiver Gesamteindruck aller anderen Tage.
Wer das Fest über die zehn Tage beobachtet hat, stimmt in die Jubelstimmung ein. Dinkelsbühl - und damit ist der ganze Ort gemeint - zelebriert die Kinderzeche. Störfeuer sind unerwünscht. Was sind das für Beifallsstürme für die vielen kleinen Tänzer und Tänzerinnen, die mit vollster Begeisterung ihren Reigen aufführen, weitertanzen, auch wenn sie einen Schuh verlieren. Das Glücksgefühl der Kinder lächelt die Besucher auf den Tribünen an. Und es ist keinesfalls selbstverständlich, dass Kinder und junge Heranwachsende sich mit solchen Roben kleiden und dann auch noch zu historischer Musik tanzen. Da sind die Mitglieder der Zunfttanzgruppe vielleicht berechnender. Denn etliche Ehepartner haben sich bei den Kinderzechengagements gefunden.
In Fünferreihe säumten die Zuschauer die Kulisse rund um den Altrathausplatz, um den historischen Zug der Kinderlore mit ihrer Kinderschar zu beklatschen. Es macht etwas mit einem jeden, der erleben darf, wie die Kinder allesamt auf die Knie gehen und zusammen mit ihrer Lore um Gnade bitten. Das prägt sie für das ganze Leben. Friedenspädagogik der besonderen Art. Eindringlich und nachhaltig. Ein großes Schauspiel im wahrsten Sinn des Wortes. Es macht auch etwas für Fremde, wenn sie die Stadt in diesen Tagen erkunden und zu allen möglichen Zeiten aus allen Gassen beschwingte, mittelalterlich gekleidete Menschen vorbeirauschen im Kinderzechfieber. Nicht heilbar. Aber heilbar sind Alkoholexzesse. Mancher Gastronom ist hier gefragt.




















































