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Jürgen Todenhöfer: Die große Heuchelei

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Berlin, 11.07.2019, 13:24 Uhr
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Berlin [ENA] Wie Politik und Medien unsere Werte verraten, ist der Leitgedanke des jüngst erschienenen Buches " Die große Heuchelei" von Jürgen Todenhöfer. Michael H. Schmitt hat eine Rezension zu dem bewegenden Thema verfasst: Einen Frontbericht aus den Krisen der Welt nennt der Autor seine persönlichen Erlebnisse und nimmt klar Stellung zu den Kriegsszenarien im Nahen und Mittleren Osten, sowie anderen Krisengebieten.

Mit seinem Sohn Frederic, Co-Autor des Buches, bereiste er vielfach Länder, in denen der Westen - die USA als imperialistischer Kriegstreiber und seine Handlanger, die Staaten Europas - unter dem Vorwand edelste Ziele zu verfolgen den Jemen, Afghanistan, den Irak, Syrien, Libyen und das größte Freilandgefängnis der Welt Palästina (O-Ton Todenhöfer) in großes Elend stürzen. Systematisch heuchelt die westliche Politik seit Jahrhunderten vor, seit einigen Jahrzehnten unterstützt durch sogenannte Qualitätsmedien, hehre Ziele durch die Einmischung in innere staatliche Angelegenheit anderer Länder zu verfolgen.

Als Begründung, wird dabei immer die Verteidigung westlicher Werte vorgeschoben. Gemeint ist allerdings nur die Verteidigung westlicher Interessen zulasten der Bevölkerung der betroffenen Länder. Todenhöfer weist auf die Meinungsmache(r) hin, die immer wieder gebetsmühlenartig verkünden, wie erhaben die Ziele der westlichen Verbündeten seien, mit denen sie ihre aggressive Politik rechtfertigen. Der Autor rückt die Gründe für diese imperialistische Strategie in den Fokus seiner Publikation, er beschreibt die katastrophalen Auswirkungen auf die Menschen in den betroffenen Ländern und die zu erwartenden Flüchtlingsströme.

Menschen in Not suchen Schutz auch in den Ländern, die eigentlich für das Töten ihrer Familien und die Zerstörung ihrer Kultur verantwortlich sind: in den Ländern des zentralen Europas. Die USA wollen sie beileibe nicht haben. Die Todenhöfers präsentieren ein Buch voller Reportagen aus den Höllenregionen dieser bizarren Welt. Dem Leser werden die Hintergründe aufgezeigt, wie es denn zu der Terrororganisation „Islamischer Staat (IS)“ kommen konnte. Was waren die Ursachen für das Erstarken der Terrormiliz?

Todenhöfer bezieht Positionen zu den verschiedenen Aktionsschauplätzen: Iran, Irak, Syrien und Israel. Seinen Beschreibungen über den Zustand der Menschen und deren Lebenssituation in Gaza können zermürben. Was Krieg wirklich bedeutet: Das ist zum Leitthema der Todenhöfers geworden. In Syrien versorgen sie kriegsversehrte Kinder mit Prothesen. Nach Syrien gehen auch die Erlöse aus dem Verkauf ihres Buches. Krieg schaffe immer nur Tote und Verwundete – Gewalt und Terror. Der Irakkrieg war der Sündenfall, sagen sie - die Geburt des Islamischen Staates. Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei - ISBN 978-3-549-10003- Propyläen Verlag -328 Seiten- 19,99 € (P.S.)

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