Geschichte und Genetik menschlicher Skelette
Wien [ENA] Die etwas makaber anmutende Ausstellung "GENchangers" ab November 2026 im Naturhistorischen Museum Wien, macht das Forschungsfeld "HistoGenes" zum weltweit großen Projekt zur Erforschung alter DNA menschlicher Skelette. Durch fachübergreifende Zusammenarbeit konnten mit genomischen, anthropologischen, archäologischen und historischen Methoden 8000 Gräber aus der Zeit zwischen 400 und 900 n.Chr. analysiert werden.
Immerhin stammen 1700 der untersuchten Bestattungen aus Österreich, deren Skelette größtenteils aus der Sammlung des NHM kommen. Damit können nämlich Einblicke in die Bevölkerungsgeschichte im europäischen Frühmittelalter gewonnen werden. Denn in diesem Zeitraum gab es enorm große Verwerfungen, nachdem das Römische Reich zerfiel, neue Völker und Herrschaftsstrukturen entstanden, Osteuropa slawisiert wurde und sich das zivilisatorisch auftretende Christentum in Europa ausbreitete. Dennoch fokussiert die Ausstellung auf Osteuropa, besonders Ungarn, Ostösterreich, Mähren, der Slowakei oder Siebenbürgen. Aber von ca.570 bis 800 n.Chr. beherrschte noch das Reitervolk der Awaren diese Gebiete, die teilweise aus Ostasien in diese Regionen kamen.
Zwei frühmittelaltrliche Gräberfelder aus Leobersdorf und Mödling stehen im Zentrum der Ausstellung und können anhand einer interaktiven Installation im Mittelpunkt des Raumes erforscht werden. Dabei erhalten die Besucher*innen Einblicke in die Verwandtschaftsverhältnisse von Menschen, die vor über 1.200 Jahren gelebt haben. Basis dafür sind biologische Stammbäume, die durch die Verknüpfung anthropologischer Untersuchungen des Sterbealters, dem genetisch bestimmten Geschlecht, Verwandtschaftsverhältnissen und archäologischen Daten gefunden werden. So werden angeblich aus anonymen Gräbern konkrete soziale Zusammenhänge, nämlich Familienbeziehungen, Generationen und gemeinsame Lebenswelten, schreiben die Kurator*innen der Ausstellung.




















































