Donnerstag, 21.11.2019 10:04 Uhr

Die Faszination des Jokers

Verantwortlicher Autor: Silke Ruge Mannheim, 02.11.2019, 16:32 Uhr
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Mannheim [ENA] Was ist ein Joker? Eine Glücksspielkarte beim Kartenspiel, so kennt ihn jedermann. Ein "add on" eben – etwas was es mit Glücksgefühl dazugibt. Etwas, dass eine Lächeln und Freude auf ein Gesicht zaubert. Oder ein Joker, der zum Spielen animiert? Eins ist klar: Der Joker ist bekannt bei alt und jung. Oder aber der Gegenspieler und Bösewicht aus den allseits bekannten Batman-Filmen.

Genau das soll der Joker im gleichnamigen Kinofilm verkörpern. Gespielt von Joaquin Phoenix wird aus einem glücklosen Comedian ein diabolischer Bösewicht. „Put on a happy Face“ ist der Leitspruch mit dem Arthur Fleck (gespielt von Joaquin Phoenix), der als Comedian auf die Strasse geht, damit sein Einkommen generiert und nur einen Traum verfolgt – nämlich ein Stand up Comedian zu werden. Die Performance on Arthur Fleck wird abseits vom Clowns-Make-up mit seinem wahrhaft verstörenden ,falschen und krankhaften Lachen unterstützt. Bei Arthur Fleck handelt es sich aber eben nicht um einen austickenden Jedermann, sondern in „Joker“ wird eine Origin Story für einen der großartigsten Bösewichte aller Zeiten erzählt.

Der Film spielt in Gotham City, welche hier wie ein düsteres New York aussieht. Die fiebrige, kurz vor der Explosion stehende Atmosphäre der Stadt unterstreicht die Handlung. 126 Minuten tiefenpsychlogische Handlung, darauf muss sich der Kinobesucher einlassen können. Man braucht ungefähr eine Stunde, um in die Handlung hineinzukommen, hat die Figur des Arthur Fleck bereits verinnerlicht. Man wartet darauf, was in den nächsten 60 Minuten passieren mag. Dann kommt die Wandlung und auch die Änderung von dem Comedian zum Bösewicht. Doch eins ist klar – der mutierte Comedian zum „Joker“ kann der Besucher nicht böse sein. Gefühle wie Mitleid, Verständnis keimen auf, trotz der Tragik und zunehmenden Brutalität, die der „Joker“ verkörpert.

Alles in allem gibt Joaquin Phoenix – mit seinem offenbar speziell für die Rolle ungesund ausgemergelten Körper – buchstäblich alles. Es ist seine erste große Blockbuster Hauptrolle, die er mit seiner tragischen Energie in der Rolle des Jokers spielt. Es ist erstaunlich, dass im Nachspann des Films die Kinobesucher sitzen bleiben. Kein hektisches Aufspringen, sondern ein Innehalten und Festhalten der Gefühle, die der Joker ausgelöst hat. Es ist grosses Hollywood kombiniert mit einer tiefenpsychlogischen Charakterstudie

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