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Ausstellung „Beckmann“ im Städelmuseum

Verantwortlicher Autor: Kurt Lehberger Frankfurt am Main, 12.03.2026, 15:36 Uhr
Fachartikel: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 3452x gelesen
Plakat am Eisernen Steg in Frankfurt am Main
Plakat am Eisernen Steg in Frankfurt am Main  Bild: Kurt Lehberger

Frankfurt am Main [ENA] Das Städel Museum stellt 80 Zeichnungen in den Mittelpunkt – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragende Hauptwerke. Den Grundstock der Schau bilden Bilder aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben international renommierter Museen und Privatsammlungen.

Max Beckmann (1884 - 1950) Beckmann setzt sich schon früh mit dem Thema „Schein und Wirklichkeit“ auseinander. In dem Bild „Spiegel auf einer Staffelei“, 1926 ist der Blick durch vergitterte Fenster wiedergegeben. Die Gegenstände neben dem Spiegel sind im Hintergrund sichtbar. Ein Holzzaun, eine Pflanze und eine Tür. Durch den Spiegel entsteht die räumliche Tiefe des Bildes. Beckmann machte Kriegserfahrungen. In den Jahren 1914 und 1915 arbeitete er in verschiedenen Lazaretten und malte Szenen der ärztlichen Versorgung an den Verletzten. Eine bedeutende Zeichnung in der Darstellung des Krieges ist das Bild „Marode Soldaten“.

Selbstbildnis mit Fisch, USA 1947
Spiegel auf einer Staffelei, 1926
Marode Soldaten, 1914

Bereits 1910 widmete er sich den Gefangenen, inspiriert von Nietzsche. Die Körperlichkeit und Nacktheit der Figuren offenbaren ihre Schutzlosigkeit. Seine Kriegserfahrungen gab er Ausdruck in dem Bild „die Auferstehung". Gezeigt wird eine Vorstudie des Gemäldes. Die Auferstehung ist die Wahrheit des Krieges. Gepeinigte Menschen im Schutt der zerbombten Städte sind dem Schmerz, dem Elend, dem Hunger und dem drohenden Tod schutzlos ausgeliefert. 1918 kauft das Städelmuseum die ersten Bilder von Beckmann. 1929 bis 1932 lebte Beckmann in Paris, besuchte aber Frankfurt regelmäßig, da er eine Professur an der Kunstgewerbeschule (später Städelschule genannt) hatte.

1937 wurden seine Bilder als „Entartete Kunst“ verboten und zerstört. Er floh nach Amsterdam. Dazu passend das Gemälde „der Mord“ von 1933. Wie in einem Stillleben sind die Gegenstände des Zimmers gemalt. Unten im Bild sind die Füße einer Leiche zu erkennen. Sie ist mit einem blutdurchdrängten Laken zugedeckt. Chaos mit Todesfolge, so wie die kommende Zeit nach 1933. Beckmann ging 1937 nach Amsterdam ins Exil. Er hatte existentielle Ängste in Amsterdam als die deutschen 1940 das Land besetzten. Erst 1947 gelang Beckmann die Ausreise nach USA.

der Mord, 1933
die Weintraube, 1944
Abtransport der Sphinxe II, 1946

Hoffnung und Verzweiflung im Exil drückt Max Beckmann in der Zeichnung „die Weintraube“, 1944, aus. Dargestellt ist eine riesige Weintraube auf einem Karren, der mühevoll von Pferden gezogen wird. Die Gegenwart von Beckmann zeigt die Litfaßsäule daneben. Beckmann verwendet das zentrale biblische Motiv aus dem Alten Testament: der Exodus, dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, im Kontext der Erkundung des Gelobten Landes durch die Kundschafter, die eine riesige Weintraube mitbringen. Die Weintraube symbolisiert die Fruchtbarkeit im verheißenen Land.

In der Zeichnung „Abtransport der Sphinxe II, von 1946 kommt sein Pessimismus gegenüber der Zukunft nach 1945 zum Ausdruck. Mehrere nackte Frauen sind kauernd in Ziehwägen, die von nackten Männern gezogen werden, aber nicht vorankommen. Im Hintergrund ist ein griechischer Tempel zu sehen, deren Toren offenstehen, aber niemand hineingeht. Mehr Informationen über die Webseite: https://www.staedelmuseum.de/de/

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