Montag, 22.04.2024 17:22 Uhr

Albertina Wien: 50. Todestag von Picasso

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien , 17.03.2023, 18:22 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 6464x gelesen

Wien [ENA] Vom 17.03.2023 - 18.06. 2023 findet die dritte Picasso- Ausstellung der Albertina Wien statt, mit 70 Werken aus ihrem eigenen Besitz, darunter Malerei, Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Keramik. Damit zeigen die Kurator*innen auch, dass bei Picasso alles zur Kunst werden kann, obwohl sich sein Werk oft jeder Logik und Voraussage entzieht, denn mit Picasso beginnt auch der Zerfall der Kunstgeschichte.

In diesem Bruch mit der Tradition hat Picasso die Parole Freiheit und Leichtigkeit der Kunst hinausgetragen und dem Ernst und der Formvollendung der Klassik Fröhlichkeit und Spaß entgegensetzt. Ob Picasso überhaupt gute Bilder malen wollte ist fraglich, vielmehr möchte er in seliger Selbstdarstellung kindlich naiv der Lebensfreude ergeben sein wenn er sagte, "als Kind zeichnete ich wie Raffael. Aber ich habe ein langes Leben gebraucht, bis ich wie ein Kind zeichnen konnte." Jedem bekannten Genre in der Malerei hat er seinem "Kindchenschema" unterworfen und voll genialer Ironie eine zwar unverständliche, aber fröhliche Gegenwelt geschaffen, von der immer mehr Menschen begeistert sind und in die sie eintauchen wollen.

Kein Wunder also, dass jede Periode seines Schaffens eine breite, internationale Bewegung zur Folge hatte. Mit seiner melancholischen Blauen Periode hat er den Symbolismus salonfähig gemacht und gemeinsam mit seinem Freund Georges Braque wird er zum Erfinder des Kubismus und die Keramik erhebt er zu Kunst. Diesem dionysischen Gestaltungswillen entspricht durchaus auch eine politische Weltsicht wenn Picasso 1944, nachdem er Mitglied der Kommunistischen Partei wurde, schreibt, "Die Malerei ist nicht erfunden um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind." Picasso, der vor 50 Jahren starb, hinterließ 50.000 Werke, die auch die gewaltigen politischen Umwälzungen seiner Zeit widerspiegeln.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.