Mittwoch, 15.07.2026 20:22 Uhr

WEC São Paulo: BMW triumphiert im Duell in Brasilien

Verantwortlicher Autor: Markus Faber São Paulo (BRA), 15.07.2026, 17:00 Uhr
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São Paulo (BRA) [ENA] Der deutscher Hersteller BMW setzte sich bei den „Rolex 6 Hours of São Paulo“ am 12. Juli in einem spannenden Dreikampf um den Sieg vor Cadillac durch. Mit diesem zweiten Erfolg der bayerischen Marke in der Saison 2026 der FIA World Endurance Championship (WEC) ist die Bühne für einen packenden Kampf um den Hypercar-Titel in den verbleibenden vier Saisonläufen bereitet.

Das Team Cadillac Hertz JOTA sicherte sich in der Hyperpole-Session am Samstag die komplette erste Startreihe, doch Kevin Magnussen schob sich am Steuer des BMW M Team WRT #15 unmittelbar nach Rennbeginn – vor voll besetzten Tribünen und fast 85.000 Fans – zwischen die beiden V-Series.R. Nachdem er in Runde 11 in der berühmten Kurve „Ferradura“ an Earl Bamber vorbeigezogen war und den zweiten Platz übernommen hatte, machte der Däne Jagd auf den vor ihm fahrenden Will Stevens. Da der Cadillac mit der #12 beim ersten Boxenstopp Zeit durch ein Problem mit einer Radmutter verlor, übernahm der M Hybrid V8 die faktische Führung, die er bis zum Schluss nicht mehr abgab.

Dies war der kämpferischen Leistung von Magnussen und Raffaele Marciello sowie den souveränen letzten Stints von Dries Vanthoor zu verdanken, der gesundheitlich angeschlagen ins Rennen gegangen war. In der Schlussphase des sechsstündigen Rennens sah sich der Belgier Angriffen sowohl des Ferrari mit der #51 als auch des sich zurückkämpfenden Cadillac mit der #12 ausgesetzt; er behielt jedoch die Nerven und überquerte die Ziellinie als Erster vor dem amtierenden Weltmeister James Calado, während Stevens kurz dahinter auf dem dritten Platz folgte. Mit diesem Ergebnis wurde erstmals ein Rennen der brasilianischen Station des Kalenders von einem Startplatz außerhalb der ersten Reihe gewonnen.

„Darauf habe ich lange gewartet“, resümierte Magnussen, der in seiner Formel-1-Karriere in Interlagos schon einmal auf der Pole-Position gestanden hatte. „Ich bin einfach so glücklich, endlich den Sieg geholt zu haben. Ich glaube, wir hatten heute das schnellste Auto, und es war ein absolutes Vergnügen, es zu fahren. Alles hat perfekt gepasst – von der Strategie bis zu den Boxenstopps – und meine beiden Teamkollegen haben einen fantastischen Job gemacht.“ Dass der Kampf in der Hypercar-Klasse extrem eng war, zeigte sich daran, dass die Top 3 am Ende des Rennens innerhalb von weniger als sieben Sekunden lagen.

Das Rennen wurde lediglich in der zweiten Stunde kurzzeitig durch eine „Full Course Yellow“-Phase unterbrochen; alle 35 gestarteten Fahrzeuge erreichten das Ziel, ungeachtet des erst spät einsetzenden leichten Regens. Calado arbeitete sich gemeinsam mit seinen Teamkollegen Antonio Giovinazzi und Alessandro Pier Guidi still und leise nach vorn und sicherte sich den zweiten Platz – womit die amtierenden Weltmeister ihr bisher bestes Saisonergebnis egalisierten. Gleichzeitig beendete Cadillac an jenem Ort, an dem das Team im Vorjahr seinen ersten WEC-Sieg gefeiert hatte, eine zwölfmonatige Durststrecke ohne Podiumsplatzierung.

Obwohl sie das Geschehen noch 24 Stunden zuvor dominiert hatten, verlief der Renntag für die beiden amerikanischen Prototypen alles andere als reibungslos: Der Wagen mit der #12 verlor bei einem langsamen Boxenstopp zusätzlich Zeit durch Kollisionen mit Clemens Schmid im Lexus # 87, LMGT3-Klasse) und Phil Hanson im Ferrari von AF Corse #83. Auch das Schwesterauto, der V-Series.R mit der #38, büßte beim ersten Boxenstopp Zeit ein. Beide Cadillacs fielen zunächst aus den Top 10 heraus, kämpften sich jedoch beherzt zurück und belegten schließlich die Plätze drei und vier.

Als Fünfte überquerten Hanson, Robert Kubica und Yifei Ye im Ferrari mit der #83 die Ziellinie, gefolgt vom BMW mit der #20 (René Rast, Sheldon van der Linde und Robin Frijns); eine nachträgliche Zeitstrafe für den Niederländer aufgrund einer Kollision mit dem Ferrari von Antonio Fuoco warf das Trio jedoch auf den achten Platz zurück. Dennoch kehrten Rast und Frijns an die Spitze der Meisterschaftswertung zurück – punktgleich mit den Siegern der 24 Stunden von Le Mans, Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries.

Für die beiden Toyota GR010 Hybrid auf dem Autódromo José Carlos Pace war es ein äußerst schwieriges Wochenende, da die japanischen Fahrzeuge durchgehend mit mangelndem Speed ​​zu kämpfen hatten. Der in Le Mans siegreiche Wagen mit der #7 kam schließlich weit abgeschlagen auf Rang 12 ins Ziel, während die #8 – pilotiert von Sébastien Buemi, Ryō Hirakawa und Brendon Hartley – nach einer Kollision mit dem Genesis mit der #17 mehr als zehn Runden an der Box verlor.

Der wohl am meisten enttäuschte Hersteller war jedoch Alpine. Ferdinand Habsburg, Charles Milesi und insbesondere António Félix da Costa absolvierten starke Stints an der Spitze, während „Les Bleus“ bei der Strategie auf volles Risiko setzten; doch das Wagnis zahlte sich letztlich nicht aus, sodass der Crew des Wagens mit der #35 nur ein einziger Punkt für den zehnten Platz blieb. Der Kampf um die Weltmeisterschaftskrone wird nach der alljährlichen Sommerpause der Serie fortgesetzt, wenn das Renngeschehen vom 4. bis 6. September auf dem Circuit of The Americas in Austin (Texas, USA) wieder aufgenommen wird.

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