Samstag, 04.04.2026 18:32 Uhr

Stuttgart Retro-Classics 2026

Verantwortlicher Autor: Erich Hein Stuttgart, 05.03.2026, 17:14 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Auto und Motorsport +++ Bericht 4738x gelesen
Motorsport-Nostalgie gepaart im Hier und Jetzt
Motorsport-Nostalgie gepaart im Hier und Jetzt   Bild: Erich Hein

Stuttgart [ENA] Wie, schon wieder Messe? Ja klar. Wo denn? In Stuttgart. Na, dann „Auf geht`s“. „Alte“ und „Neue“ Autos gucken. Rund 83.000 Besucher machten sich also auf den Weg nach Stuttgart zur Retro-Classics um in stimmungsvoller Atmosphäre ihrer Leidenschaft zu frönen.

Bereits im Atrium des Messegeländes gab es einer der vieler Höhepunkte. Kenner der Motorsport-Szene kennen seinen Spitznamen „Hans im Glück“. Gemeint ist Hans Hermann, der am 09. Januar 2026 kurz vor seinem 98. Geburtstag verstarb. Eine Legende - der Letzte der Silberpfeil-Piloten der 50er-Jahre, Le-Mans-Sieger 1970 und gebürtiger Stuttgarter. Dreizehn bedeutende Rennwagen aus Hermanns Lebenswerk präsentierte man hier - darunter legendäre Porsche-Modelle wie den Carrera 6 und den 718. Mercedes-Benz setzten mit dem den 300 SLR noch einen drauf. Echt schön in Szene gesetzt. Uns hat`s gefallen - Hans Hermann bestimmt auch.

Der Trend zu jüngeren Autos und dem entsprechenden jungen autobegeisterten Publikum war auch bei der Retro Classic nicht zu übersehen. Trendig unterwegs auch die noch recht unbekannte aber aufstrebende „Cyclekart-„Szene. Wir werden dies noch näher erörtern. Die Stuttgarter Platz-Hirsche wie immer Porsche und Mercedes-Benz - dementsprechend waren überaus viele dieser Marken in allen Preisklassen, Geschmacksrichtungen und Zustandskategorien vorhanden.

Ein Muss für Liebhaber von Porsche oder die es noch werden wollen - der Ausstellungsstand vom 911er Spezialisten „Boxer & Motors“. Hier stand im Schein der Lampen ein absolutes Messe-Highlight: ein fantastisches Auto – ein schwarzer Pre-A 356-Speedster mit modifiziertem Königswellen-Motor und knapp 180 PS starkem Motor. Spitzenmäßig. Porsche selbst war mit der Jubiläumsausstellung „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“ vertreten.

Timo Bernhard Le-Mans-Gesamtsieger sowie Porsche-Werksfahrer und DTM-Sieger Ayhancan Güven standen zeitweise parat um mit denn wissbegierigen Besuchern mit oder Selfi Rede und Antwort zu stehen. „Papa, komm schnell hier sind kleine Autos, Papa, darf ich mir eins aussuchen? Bitte Papa“. Solche oder ähnliche Ausrufe hörte man sehr oft am Stand der „Cyclekarts“. Diese kleinen Fahrzeuge, meist in Eigenenergie von jungen Leuten gebaut die Vorkriegsautos der 30er und 40er lieben. Die Mischung aus Modelauto und fahrbaren Traumklassiker hat einen Maß-Stab von 1:2 bis 1:3 und hat einen kleinen Benzinmotor bis 200 cc, Hubraum. Mehrfach wurden schon Modelle wie Bugatti und Ferrari bei Auktionen versteigert.

Bei fast jeder Veranstaltung dabei - das Auktionshaus. Hier in Stuttgart ein reichhaltiges Angebot vom Golf II GT, Fiat 500, Alfa über Porsche bis hin zu Mercedes-Benz. Leider zeigten sich die Bieter am Samstag recht verhalten. Es geht halt alles über den Preis. Bis zum Sonntagabend konnten sich doch noch einige Oldtimer über einen neuen Besitzer freuen – Nachverhandlungen und Freiverkauf sei Dank.

Jeder, aber auch jeder von uns würde sich über einen eigenen Scheunenfund freuen. „Scheunenfunde“ auch gerne „Ruinen“ genannt, erzielen immer öfter bei weltweiten Auktionen Höchstpreisen und treiben so manchem vollrestauriertem Oldtimer die Tränen in die Scheinwerfer. Ja warum nur – hier liegt eindeutig die Originalität, die Patina und die unwissende Lebensgeschichte des Objekts im Vordergrund. Nicht zu vergessen: hier entscheidet einzig und allein der neue Besitzer wie es mit diesem Objekt weitergeht – Vollrestauriert man -ja oder nein – das ist dann die Frage. Tolle Scheunenfunde hier in Stuttgart Fiat X1-9, Citroen DS19 und ein Mercedes 300 SL.

Ich denke einen gelungenen Übergang zu den vielen „Markenclubs“ die einfach zu einer Messe gehören. Mercedes-Benz „Mega-präsent“ mit seinen einzelnen Baureihen an den jeweiligen Clubständen die mit ihrer Größe dominierten. Hier müssen wir die W123 Baureihe besonders erwähnen. Wird der W123 dieses Jahr auch schon 50zig Jahre alt. Kleinere „Markenclubs“ hatten dafür einen besonderen liebevollen Charme. Wie Im Bereich „Englisch-Corner“ am Triumph-Club-Stand hier gab es nicht nur Bockwurst und Bier, sondern schön hergerichtete Autos und dazu gehörige ausführliche Restaurierungsgespräche (wenn gewünscht).

Bei Privatverkäufen auf der Galerie in Halle 1 konnte, wenn man wenn es passte gute Käufe tätigen. Unter den Angeboten ein goldener Porsche 911 Turbo 3.0 G-Modell und einen Fiat 750 Vignale Coupè von 1963 mit einer Sonderkarosserie. Hoffen wir, dass das Verkaufsglück den Privaten gewogen war. Sorry, fast vergessen, die Fan`s von LKW, Bundeswehr, Feuerwehr und den gewaltigen Ami-Schlitten kamen auch auf ihre Kosten.

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