Mittwoch, 20.01.2021 17:56 Uhr

Zwischen Glauben und Wissenschaft: Swedenborg und Kant

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 29.12.2020, 06:26 Uhr
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Wien [ENA] Die Auseinandersetzung in der philosophischen Literatur zwischen Emanuel Swedenborg und Immanuel Kant umfasst das ganze Dilemma über Wissenschaft und Glauben, von der die Menschheit immer wieder bewegt wurde. Hat nach der Aufklärung der "Siegeszug" der Wissenschaft und Technik begonnen, signalisiert zum Beispiel heute der islamische Terror, dass die Macht des "Glaubens" noch nicht gebrochen ist.

Kant schrieb 1766 seine ironische Kritik "Träume eines Geistersehers" und meinte damir den 1688 geborenen Emanuel Swedenborg, der eigentlich ein erfolgreicher Naturwissenschaftler war und dafür sogar 1719 von Königin Ulrike von Schweden geadelt wurde. Er schrieb über Algebra, den Wert von Münzen oder den Planetenlauf. So sehr er anfänglich von der Mathematik, Physik und Mechanik begeistert war, brach bei ihm später seine religiöse Erziehung im Haus eines Theologen und späteren Bischofs durch. Eine tiefe Gottessehnsucht führte ihn zu intensiven Bibelstudien, besonders liebte er die Bücher Moses und die Offenbarung des Johannes. Sehr bald hatte er mystische Erfahrungen, die er auch mit folgenden Worten eingehend beschrieb.

"Mir wurde durch die Barmherzigkeit des Herrn vergönnt, schon einige Jahre lang fortwährend im Umgang mit Geistern und Engeln zu sein." Sein erstes großes religiöses Werk "Arcana Coelestia" oder Himmlische Geheimnisse, stießen bei Kant auf heftige Ablehnung und Kritik. So bezeichnete er Swedenborg als "Phantasten" und seine Lehre als "Unsinn". Nichtsdestotrotz hat Swedenborg Spuren hinterlassen. Besonders die Kunst und Literatur haben von ihm profitiert und die Auseinandersetzung mit der Bibel in seinem Geiste wird in vielen Swedenborg Gemeinden weltweit vertieft. Goethes Schluss im Faust "Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis" soll von Swedenborgs "Entsprechungslehre" inspiriert worden sein, die den Sinn der Welt im Verborgenen sucht.

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