Samstag, 28.05.2022 02:37 Uhr

Stellungnahme der ukrainischen Friedensbewegung

Verantwortlicher Autor: Sergej Perelman Kiew, 12.05.2022, 08:01 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 3475x gelesen

Kiew [ENA] Am 17.04.2022 fand eine Online-Konferenz der ukrainischen Friedens-bewegung statt. Die ukrainischen Pazifisten bestehen darauf, dass nicht mehr geschossen wird und ehrliche Verhandlungen aufgenommen werden. Waffenlieferungen werden scharf verurteilt. Die Folgen der militärischen Brutalität sollen nicht zum Schüren von neuem Hass und zur Rechtfertigung neuer Grausamkeiten seitens des Militärs missbraucht werden.

In ihrer Stellungnahme verurteilen die ukrainischen Pazifisten den russischen, militärischen Einmarsch in die Ukraine, der eine verhängnisvolle Eskalation der Situation darstelle und zu tausenden Toten geführt habe; genauso wie sie auch die beidseitigen Brüche des Waffenstillstands im Donbass verurteilt haben, der mit dem Minsker Abkommen vereinbart worden sei. Diese Brüche seien der russischen Eskalation vorausgegangen, erklären die Friedensaktivisten.

"Wir verurteilen die gegenseitige Bezichtigung durch die Konfliktparteien als Feinde, die Nazis ähneln, und als Kriegsverbrecher, die auf der Ebene von Rechtsakten verankert und durch Propaganda unversöhnlicher Feindseligkeit verstärkt wird. Wir glauben, dass das Gesetz ein Instrument zur Schaffung von Frieden sein sollte, nicht von Feindseligkeiten. Die Vergangenheit sollte Wege aufzeigen, um zu einem friedlichen Leben zurückzukehren, und nicht Gründe liefern, den Krieg fortzusetzen", geht die Kritik der Friedensaktivisten weiter.

"Wir bestehen darauf, dass die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen nur von einem unabhängigen und kompetenten Justizorgan nach einer unvoreingenommenen und unparteiischen Untersuchung zur Rechenschaft gezogen werden dürfen, insbesondere wenn es sich um die schwersten Verbrechen wie Völkermord handelt", lautet ein weiterer Aspekt der pazifistischen Beurteilung des aktuellen Geschehens.

"Wir unterstreichen, dass die tragischen Folgen militärischer Brutalität, von welcher Seite auch immer sie ausgeht, nicht dazu verwendet werden sollten, um Hass zu schüren und neue Grausamkeiten des Militärs zu rechtfertigen; sondern im Gegenteil: um die "Kampfbereitschaft" zu schwächen und dazu zu ermutigen, die Suche nach unblutigen Wegen aus dem Krieg konsequent fortzusetzen", betonen die Aktivisten wohl als Herzstück ihrer Stellungnahme.

Außerdem verurteilen die PazifistInnen die Absichtserklärung der russischen Seite, ihre Ziele mit militärischen Mitteln zu erreichen, wenn sie nicht durch Verhandlungen erreicht werden können. Hinzu kommt ihre Verurteilung gegenüber der ukrainischen Seite, die verlautbart hat, "dass man für die Fotzsetzung der Friedensgespräche sich eine bessere Verhandlungsbasis auf dem Schlachtfeld erkämpfen muss". Zudem verurteilen sie auch die fehlende Bereitschaft beider Seiten, die Kriegshandlungen für die Zeit der Gespräche abzubrechen. Ihre Kritik richtet sich auch gegen den Zwang gegenüber Zivilisten, sich am kriegerischen Geschehen in Zivil zu beteiligen. Darüber hinaus betonen sie, dass niemand zum Kriegsdienst gezwungen werden darf.

Den Abschluss ihrer Stellungnahme bildet der nachstehende Appell: "Wir appellieren an alle friedlichen Menschen in der Ukraine und auf der ganzen Welt, unter allen Umständen friedliche Menschen zu bleiben und anderen zu helfen, friedliche Menschen zu sein; Wissen über eine friedliche und gewaltfreie Lebensweise zu sammeln und zu verbreiten; die Wahrheit zu verbreiten, die friedliche Menschen vereint; sich gewaltlos gegen das Böse und die Unwahrheit zu verteidigen; und die Mythen über die Notwendigkeit, Nützlichkeit, Unausweichlichkeit und Gerechtigkeit des Krieges als solche zu entlarven."

"Wir fordern nicht zu konkreten Aktionen für den Frieden auf, damit diese nicht zum Gegenstand von Feindseligkeiten und Gegenwehr seitens der Militaristen werden, aber wir bringen unsere Zuversicht zum Ausdruck, dass die Pazifisten des Planeten eine gute Phantasie und Lebenserfahrung für die praktische Umsetzung ihrer allerbesten Wünsche besitzen. Lassen wir uns in unserem Handeln nicht von Angst leiten, sondern von der Hoffnung auf eine friedliche und glückliche Zukunft. Unsere friedliche Arbeit soll die gewünschte Zukunft näher bringen. Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Deshalb lehnen wir es entschieden ab, jegliche Formen des Krieges zu unterstützen und bemühen uns, alle Ursachen für Krieg zu beseitigen."

Die ausführliche Stellungnahme auf Ukrainisch, Englisch und Russisch ist unter diesem Link abrufbar: https://drive.google.com/file/d/1VEecf5wwmQQhr_jpDsiwgRvmJpV2ec6s/view Ihr Facebook-Kontakt: https://www.facebook.com/peaceukraine/ Ihr Telegram-Kontakt: https://t.me/ukr_pacific

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