Dienstag, 11.08.2020 05:06 Uhr

Die wohl kürzeste Hausbesetzung

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 08.07.2020, 00:23 Uhr
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Besetzung der ehemaligen Bettfedernfabrik in Stuttgart
Besetzung der ehemaligen Bettfedernfabrik in Stuttgart  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Am Montag 06.07.2020 besetzten rund 30 Leute eine seit über 10 Jahren leerstehende Fabrik in Stuttgart. Die Leute wollen auf den Missstand hinweisen, dass trotz fehlender bezahlbarer Wohnungen und Räumlichkeiten u.a. für Künstler immer noch sehr viele Gebäude leer stehen.

Gegen 09:00 Uhr betraten die Leute das Gelände der ehemaligen Bettfedernfabrik in Stuttgart und hängten am Gebäude Banner auf. Da das Gelände von einer Security-Firma bewacht wurde, wurden sie sehr schnell entdeckt und die Polizei gerufen. Um 12:30 Uhr wurde das Gelände von der Polizei geräumt, da der Besitzer dies anordnete. Die Räumung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

Die Aktivisten der Initiative für ein Alternatives Kunst- und Kultur Zentrum Stuttgart gaben folgende Erklärung ab: „ Heute am 06.07.2020 haben wir, alternative Bürger*innen aus Bad Cannstatt, die seit über 10 Jahren leerstehende und verrottende Bettenfabrik besetzt. Hintergrund sind ständige Mietsteigerungen und Zwangsräumungen, kaum sozialer Wohnungsbau, Verdrängung und Kommerzialisierung alternativer Kunst- und Kulturstätten. Ebenso die Unfähigkeit und Unwillen des kapitalistischen Investors den Standort sozial und nachhaltig zu gestalten. Deswegen wollen wir mit der Besetzung ein deutliches Signal setzen und die lokale Politik und Öffentlichkeit dazu bringen mit uns ein tragfähiges Konzept zu gestalten.“

Weiter wurden folgende Forderungen gestellt: „-Sofortige Zwangsenteignung des Areal im Sinne der Zweckentfremdung –Zeitnahe Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und der Baubehörde –Genehmigung zur Zwischennutzung für Kunst und Kultur ab sofort –Umgehende Sanierung mit Unterstützung von Bezirk und Stadt unter Inverantwortungnahme des bisherigen Eigentümers –Mittelfristige Etablierung eines selbst verwalteten, alternativen Kunst und Kultur Zentrums in unserem Stadtteil.“

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