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Die Rente ist sicher – Aber welche Höhe ? 20.01.2023

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Berlin, 19.01.2023, 23:34 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 3091x gelesen
Schöne Fahrt - Ich kann mir das leider mit meiner staatlichen Mickerrente nicht leisten
Schöne Fahrt - Ich kann mir das leider mit meiner staatlichen Mickerrente nicht leisten  Bild: Julita / Pixabay.de

Berlin [ENA] Wer von den älteren Semestern kennt diesen legendären Satz noch, den zu Zeiten des Bundesarbeitsministers Norbert Blüm geprägt wurde: Im Wahlkampf 1986 hat er diesen Satz erstmals geprägt und später nochmals angewendet: Die Rente ist sicher. Sagte und meinte er.

Die Rente ist sicher – viele haben ihm damals geglaubt, ja die war dann auch sicher, aber zu welchen Konditionen ? Schon damals wurden, und das ist immerhin 36 Jahre bzw. 25 Jahre her, wo er im Bundestag 1997 zur Debatte des sogenannten Rentenreformgesetzes „ Die Rente ist sicher „ widerholt hat, die gleichen Scheinargumente benutzt wie in heutigen Tagen: Gestiegene Lebenserwartung, geringe Geburtenrate, Generationsgerechtigkeit und Generationssolidarität. Und all diese Fakes waren damals und heute nicht der Grund, warum die Rentenkassen instabil geworden waren und Geldprobleme bekommen haben. Dazu später mehr.

Im Gegensatz zu heute, wo die Bürger nur noch ausgepreßt werden und die Zahler darstellen, waren damals die SPD und sogar die Grünen noch auf der Seite der Bürger. Pseudowissenschaftliches Alibi und politischer Unsinn, so nannte die SPD das Argument der CDU, geführt von Rudolf Dreßler. Die Regierung will den Bürgern an die Rente; da hatte man damals schon erkannt. Andrea Fischer, Bündnis 90/Grüne damals: Kapitulationserklärung und Stümperei. Die Absenkung des Rentenniveaus, wird viele Menschen in die Altersarmut treiben, war Ihre Voraussage. Unsozial und systemzerstörerisch sagte die damalige PDS dazu.

Nur die FDP, die ja schon immer die Partei der Reichen und Wohlhabenden war und ist, plädierte ganz offen für eine Eigenvorsorge in privater Form. Und das ist ja auch eingetroffen, bis heute, Rentner mit 70+ als Flaschensammler, Minijobber, Reinigungskraft und Prospektverteiler lassen grüßen. Schon zu dieser Zeit sollte ein sogenannter demografischer Faktor sowie die Absenkung des Rentenniveaus von 70 auf 64 Prozent die Renten der Deutschen in Zukunft langsamer ansteigen lassen.

Und wer heute behauptet, das die Rente NATÜRLICH nur durch 3 Standbeine auf eine Höhe zu bekommen sei, womit der Bürger auskömmlich wäre, nämlich neben der Gesetzlichen Rente noch die betriebliche Rente und eine Privatfinanzierung dazu, so mit Aktienfond oder so, der verschweigt, das die schlechte heutige Rente weder durch Teilzeit oder einige Jahre Arbeitslosigkeit zustande kommt, sondern durch den Staat, durch die Bundesregierungen, die in dieser langen Zeit immer wieder dafür gesorgt haben, das die Renten sinken und sinken, gleichzeitig das Lebensalter gestiegen ist und mit beiden Maßnahmen die Rente faktisch immer mehr gesunken ist.

Aber ich verstehe jetzt: Das sind die eigentlichen 3 Standbeine, den Bürgern immer mehr Rente wegzunehmen: Das Rentenniveau in regelmäßigen Abständen absenken, das Lebensalter in regelmäßigen Abständen erhöhen und die Abzüge für angebliches „ früher in Rente gehen „ immer mehr in der Vordergrund zu stellen, da viele Arbeitnehmer aufgrund des Jobs eben nicht in der Lage sind, länger und länger zu arbeiten. Die Folge davon: Sie müssen eher als gesetzlich festgelegt in Rente gehen und bekommen Abzüge.

Wer sich mal mit der Geschichte der Deutschen Rente befasst, wird genau diese Masche feststellen. Das Rentenniveau in % hat sich dabei stetig nach unten entwickelt, zumindest im Regelfall. 1973 betrug das Niveau 52.9 %, 1977 war es bei 59.8 %, um ab da kontinuierlich auf 47.7 % im Jahr 2015 zu sinken, jetzt stehen wir bei 49.4 %, 2023 soll es angeblich auf 50.4 % steigen, ab da bergab gehen auf knapp über 45 % im Jahr 2035. Allerdings ist dieser Wert aufgrund der jetzigen Rentenpläne der Bundesregierung nicht mehr haltbar. Dazu kommt: In anderen Berechnungstabellen ist gar von 44.5 % Rente im Jahr 2035 die Rede nach Hochrechnungen.

Und dann erreicht mich eine Schlagzeile, die die ganzen offensichtlich unseriösen Hochrechnung wieder über den Haufen wirft: Bis 2030 Absenkung des Rentenniveaus bis auf 43 % - In § 154 Abs. 3 SGB VI seit 2004 festgeschrieben. Ja was denn nun ? Sie sehen, es herrscht völlige Uneinigkeit und Unstimmigkeit über die Rentenhöhe, die es zukünftig zu erwarten gilt, nur in einem Punkt sind sich alle einig: Die Rente wird niedriger als heute sein. Aber ich wollte ja mal was zu den Gründen der Instabilität der Rentenkassen, zu den Lücken in den Kassen sagen. Da gibt es nämlich ganz andere Gründe, warum die marode sind, das hat mit den Einzahlern nur in ganz kleiner Weise auch etwas zu tun. Was war denn 1990 ?

Da hat Westdeutschland Millionen von Rentnern aus dem Osten bekommen, aber keine Gelder aus dem Osten. Ganz im Gegenteil: Kohl mußte Milliarden von DM an Russland zahlen, damit der Wiedervereinigung zugestimmt wurde. Der Osten, die DDR, war längst ausgeblutet und von Russland leergesaugt. Der Westen mußte nicht nur Jahrzehnte den Wiederaufbau, die Industrialisierung, die neue Infrastruktur, einfach alles bezahlen, dazu ab dem 1. Tag die Renten der ostdeutschen aus dem westdeutschen Rentenkassenpool. Jahre später, Jugoslawienkrieg, Millionen Flüchtlinge, dazu sogenannte Russlanddeutsche, viele Alte und Gebrechliche, Rentner, wieder zusätzliche hohe Milliardensummen. Und wir erinnern uns in diesen Zeiten und auch schon davor.

wo die Kohl Regierung, wo das Thema versicherungsfremde Leistungen ein Thema war. Die Bundesregierung hatte es gewagt, aus der Rentenkasse Gelder für andere Bereiche zu entnehmen, was die Kasse zusätzlich belastete. Dazu kamen in der Neuzeit immer mehr Rentenzahlungen ins Ausland für Personen, die mal hier gearbeitet hatten aber ins Ausland gegangen waren usw. usw. Nicht zuletzt seit 2015, seitdem uns Flüchtlingswelle für Flüchtlingswelle und Millionen von Migranten erreichen, unter denen auch Rentner, Erwerbsminderungspersonen, Kriegsgeschädigte usw. sind, die ohne jeden Cent Einzahlung Rente beziehen.

Nicht zuletzt das Beamtentum, das uns Jahr zu Jahr mehr und mehr belastet, denn auch dort kommen die geburtenstarken Jahrgänge in Pension, der Zuschuss in die Rentenkasse aus Steuergeldern ist jetzt schon enorm und der wird immer größer werden, und zwar überproportional. Und jetzt sind wir endlich in der heutigen Zeit angekommen. In der schlechtesten Rentenzeit ever. Denn nicht nur das das Rentenniveau von gut 80 % auf jetzt unter 50 % gesunken, früher, und das wissen viele nicht, wurde die Rente vom Bruttoarbeitslohn berechnet, und es gab keine Besteuerung und auch keine Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente. Diese Dinge und laufende Veränderungen der Formel der Berechnung der Rente haben sich IMMER ein Nachteil gehabt.

Zur Kürzung der Rente ausgewirkt, so daß DIESE Aussage den Nagel voll trifft: Das Rentenniveau hat sich gegenüber den Anfängen prozentual mehr als halbiert. Und zwar aus den Kürzungen und Senkungen, die staatlich verfügt worden sind. Und da wundert sich noch einer, das immer mehr Rentner mit der Rente nicht mehr auskommen. Und dann werden die noch beschuldigt, selber schuld zu sein, weil sie zu kurz gearbeitet haben, nicht Vollzeit waren, arbeitslos waren und andere dumme Sprüche mehr. Fakt ist doch:

Wenn ich 2000 Euro brutto heutzutage verdiene, was weit vom Ecklohn, der einen Rentenpunkt einbringen würde im Jahr, entfernt ist, und davon 1400 Euro netto rausbekomme mit Steuerklasse 1, dann bekäme ich, wenn ich diese Summe im Schnitt bis zum Renteneintrittsalter bekäme, rund 680 Euro Rente. Müßte also Aufstockung auf Bürgergeldhöhe beantragen. Habe ich hohes Vermögen, müßte ich auch noch verbrauchen davon. Von 2000 Euro aus gerechnet bekäme ich rund 960 Euro Rente; zu diesem Beispiel muß ich wohl nix mehr sagen.

Und dann kommt Scholz und Spahn, beide könnte man in den gleichen Sack stecken und erst einmal draufknüppeln, beide tönen ins gleiche Horn. Was noch letztes Jahr undenkbar, eine Fehlinformation, eine Unterstellung war, von wegen das Renteneintrittsalter würde steigen, völlig undenkbar, daran würde keiner denken: So schnell geht das. Scholz möchte nicht nur das, ihm ist auch ein Dorn im Auge, das immer mehr Menschen angeblich mit 63 oder 64 Jahren schon in Rente gehen, teilweise Abschläge in Kauf nehmen, die bei niedrigen Renten der Staat erhöhen muß. Er will den Anteil derer steigern, die wirklich bis zum „ offiziellen „ Renteneintrittsalter arbeiten können.

Da frage ich mich, wie der das feststellen will. Wahrscheinlich das gleiche linke Prozedure wie bei der Bewilligung von Erwerbsminderungsrente. Man geht zu einem Gutachter, der nur eines im Sinn hat: Die Person länger in Arbeit zu halten, nicht um festzustellen, das er nicht mehr arbeiten kann. Damit unterstellt er bewußt und klar denjenigen, die eher in Rente gehen und Abschläge hinnehmen, das sie faul, arbeitsscheu und Abkassierer sind, nicht mehr wollen, sich auf Kosten des Staates ein paar Jahre länger das Leben schön machen wollen. Das es tatsächlich viele Arbeitnehmer gibt, die aufgrund ihres Erwerbslebens nicht mehr arbeiten können, blendet er aus, interessiert ihn nicht. Klar aus seiner Sicht:

Mit dem Hintern 2 – 3x pro Woche ein paar Stunden auf einem Ledersessel sitzen, ab und zu hören was einer redet, dazwischen Handyspielchen, Tabletgetippe und abseits des Plenarsaals mal ne Sitzung, stressiges Mittagessen und dann noch 2 Termine irgendwo. Da würde ich mich auch nicht totarbeiten, das kann ich auch bis 80 Jahre. DAS sind doch die Fakten. Und Spahn redet bei Hart aber fair davon, jeden Tag würde die Lebenserwartung um 5 Stunden steigen. Wo er das nur geträumt hat oder ob das seine hauseigene Wahrsagerin, habe ich aus inoffiziellen unseriösen Kreisen gehört, geflüstert hat ?

Wer wird denn immer älter ? Doch nicht der Handwerker, der Pfleger im Krankenhaus, der Verkäufer im Kaufhaus. Das sind die, die das habe Leben im Bundestag, im Beamtentum oder als Professor an der Uni verbracht haben. Doch nicht die, die jeden Tag an vorderster Front gearbeitet haben; spinnt der denn ? Und dann redet er, viele Menschen würden länger fit bleiben und könnten sich vorstellen ,länger zu arbeiten. Genau das sind die eben aufgezählten Kreise der Beschäftigten. Die meisten sind doch froh wenn endlich der erste Rententag da ist. Was faselt der denn ?

Und die Frechheit schlechthin: Geringverdienern empfiehlt er auf Dinge zu verzichten und lieber privat vorzusorgen um im Alter mehr Rente zur Verfügung zu haben. Schämen sollte er sich für diese Aussage: Der Staat kürzt die Renten und die Bürger, die im Arbeitsleben sowieso nix haben sollen noch mehr Verzicht üben um im Rentenalter auch nix zu haben weil der Staat denen alles wieder wegnimmt durch Kürzungen, oder durch staatsgemachte Krisen wie jetzt, damit von der Mickerrente auch ja nix übrigbleibt.

Aber die Wahrheit sagen die Beiden natürlich nicht. Denen geht es nämlich nicht darum, das sie als Arbeiter mal viel an Rente bekommen, nee, am besten wäre es, wenn sie so 2 – 3 Jahre vor Rentenbeginn die Kiste besteigen. Das kann natürlich keiner sagen deshalb behaupte ich hier auch nicht, das die Beiden das wollen, aber so ein paar Millionen Coronatote kommen dem Staat schon entgegen. Mitte 2020 hatte man noch behauptet, das Rentenkassenpolster schmelze ab, ein Jahr später der HZ Insurance die Schlagzeile: „ Je höher die Todeszahlen durch Covid-19 ausfallen, desto stärker werden die Rentenversicherer entlastet „. Hört sich doch schon besser an.

Und Ende Dezember 2022 kommentiert die Tagesschau:“ Zum Jahresende erwartet die gesetzliche Rentenversicherung einen Überschuss von 2,1 Milliarden Euro. Eine höhere Sterblichkeit durch die Corona-Pandemie führe auch zu weniger Ausgaben. „ Ist doch wunderbar, da haben Lauterbach und Spahn ja alles richtig gemacht, möglichst viele Bürger zum Impfen mit falschen Versprechungen geleitet und jetzt und auch schon damals hatten viele Nebenwirkungen und diverse versterben jetzt. Die Idee dahinter ist natürlich klar. Die Kosten für Migranten und Flüchtlinge wachsen dem Staat immer mehr über den Kopf, dazu Milliarden an Euro in die Ukraine und andere Länder in der Welt.

Man bedenke mal, der Staat hat letztes Jahr die höchsten Steueraufkommen ever gehabt, 880 Milliarden Euro, weil der noch an den Krisen kräftig mitverdient, und trotzdem ist das ganze Geld weg. Wohin denn ? Doch nicht in die popeligen angeblichen Hilfspaketen an die Bürger. Und deshalb müssen neue Geldquellen her. Und das geht am Besten mit der Erhöhung des Rentenalters, denn das bringt gleich 3x neues Geld: Mehr Abzüge bei der Auszahlung von Renten, mehr Steuereinahmen für längeres Arbeiten und natürlich der wesentlich Punkt: hunderttausende sterben mehr bevor die erste Rentenzahlung überhaupt beginnt, das ist Klasse, das macht Spaß.

Und die Sache mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters ? Das bewirkt, das Millionen von Arbeitnehmern noch mehr Abzüge hinnehmen müssen, weil sie deshalb trotzdem gesundheitlich nicht länger arbeiten können, und noch mehr staatliche Hilfe brauchen, weil das Geld noch weniger reicht. Aber das ist den beiden Herren und auch anderen sogenannten Experten einfach egal. Das ist der Deutsche Staat heute, dabei hatte Scholz letztes Jahr noch propagandiert: Wir lassen keinen Alleine. Wir stemmen das gemeinsam. Er hatte nur vergessen zu sagen, das er nicht alle mitnimmt.

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