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Wohin entwickelt sich der Irak im Jahr 2022

Verantwortlicher Autor: Bettina Keller Berlin, 25.10.2022, 12:35 Uhr
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Berlin [ENA] Mit der Zielsetzung, Einblicke in das Land und eine Gesellschaft, das sich in der Auseinandersetzung mit den außerordentlichen Herausforderungen befindet, richtete die Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V., in Kooperation mit der Maecenata Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung, am 19. Oktober 2022 eine Veranstaltung aus. Das Thema „Wohin entwickelt sich der Irak?.

Weibliche Stimmen aus der Zivilgesellschaft“. Auf ihrem Weg zur Frankfurter Buchmesse waren die beiden Journalistinnen und Schriftstellerinnen Alyaa al-Maliky und Aliya Talib sowie die freie Journalistin Birgt Svensson in der DAFG-Geschäftsstelle zu Gast und sprachen im Gespräch mit DAFG-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Udo Steinbach, Leiter des MENA Study Centre der Maecenata Stiftung, über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aus einer dezidiert femininen Perspektive und stellten die zweite Anthologie des Schriftstellerinnen-Kollektivs „Inana“ im Rahmen einer Lesung vor.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der irakische Botschafter S.E. Lukman Abdulraheem A. Al-Faily die zahlreichen Gäste mit einem Appell für die Vertiefung der deutsch-irakischen Beziehungen. Bereits seit dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 berichtet Birgit Svensson als freie Journalistin aus dem Irak. Zu Beginn der 2010er Jahre gründete sie, unterstützt von der deutschen Botschaft im Irak, das Schriftstellerinnen-Netzwerk und -Kolletiv „Inana“, das nach der sumerischen Gottheit Inana benannt ist.2013 erschien die erste literarische Anthologie auf Arabisch, die insbesondere die Erfahrungen der Jahre des Krieges und Terrors aus weiblicher Perspektive darstellt.

Die zweite Anthologie „Mit den Augen von Inana“ wurde 2018 auf Arabisch veröffentlicht (2020 auf Deutsch) ,Teil der Anthologie sind auch Alyaa al-Maliky und Aliya Talib, die „Mit den Augen von Inana“ auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sind.Mit einer Lesung ihrer jeweiligen Beiträge gaben sie einen Einblick in den sehr vielfältigen Band. Beide sind zudem als Journalistinnen tätig. Neben Kurzgeschichten und Romanen veröffentlichte Aliya Talib zahlreiche Studien zu Frauen im Journalismus, Gewalt gegen Frauen und dem irakischen Journalismus. Als ehemalige Chefredakteurin mehrerer Zeitungen und Zeitschriften berichtete sie als Insiderin aus der irakischen Medienszene.

Seit dem Ende des Regimes von Saddam Hussein sei der Mediensektor extrem gewachsen, aber auch einen großen Teil zu der Polarisierung und Skandalisierung der Politik beigetragen. Neben journalistischen Kernaufgaben wie die Aufdeckung von Korruption und Missstände, müssten die Medien auch zu einer gesellschaftlichen Konsensfindung beitragen. Nur so könne langfristig der tiefgehende Vertrauensverlust in Politik und Demokratie überwunden werden. Alyaa al-Maliky ist stellvertretende Chefredakteurin der anerkannten Kulturzeitschrift Mesopotamien. Sie hat ihre eigene Sendung beim staatlichen Fernsehsender Iraqia und produziert Radioprogramme. Im Oktober 2021 kandidierte sie für das irakische Parlament .

Eine Erfahrung, von der sie viel über den politischen Prozess gelernt habe. „Inana“ stehe stellvertretend für neue Spielräume und Möglichkeiten, die sich für irakische Frauen eröffnen. Zum Abschluss gab es eine Leseprobe in arabisch sowohl als auch in deutsch. Hoffen wir das dies im Irak vorangeht und Frauen auch dort was Literatur anbelangt gut vorankommen. Übrigens als erste deutsche Stiftung eröffnete die Konrad Adenauer Stiftung ein Büro in Bagdad und setze damit ein Zeichen für das deutsche Interesse und die große Bereitschaft, das Land zu unterstützen.

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