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Waldbesuch schützt nicht ausreichend vor UV-Strahlung

Verantwortlicher Autor: ThüringenForst/hs Erfurt, 08.08.2022, 16:05 Uhr
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Erfurt [ENA] Waldbesuch schützt nicht ausreichend vor UV-Strahlung +++ Auch unter schattigen Bäumen ist im Sommer eine Sonnencreme geboten, um keinen Sonnenbrand zu bekommen und das Hautkrebsrisiko zu senken +++ Baumkronen mindern die UV-Strahlung um max. 20 Prozent +++ Durch den Klimawandel gibt es immer mehr warme und wolkenlose Tage, die Zahl der Sonnenstunden steigt +++

Und damit steigt das Hautkrebsrisiko. Ursächlich ist der für das Auge des Menschen nicht sichtbare Teil des Sonnenlichts, die solare UV-Strahlung. Ein Teil dieser UV-Strahlung, die sog. UV-A-Strahlung, dringt an wolkenfreien Sommertagen weitgehend ungehindert auf die Erde. Wer sich dieser Strahlung ungeschützt aussetzt, riskiert, an Hautkrebs zu erkranken. Was jedes Jahr bei rund 300.000 Menschen allein in Deutschland der Fall ist. Wer denkt, mit einem schattigen Waldspaziergang dieser Gefährdung zu entgehen, der irrt: Waldbäume können zwar rund 20 % der UV-Strahlung filtern, trotzdem sollten beim Wandern geeignete Sonnencremes nicht fehlen und funktionelle Outdoor-Kleidung getragen werden.

UV-Strahlung: Tipps für Waldbesuchende

„Die UV-Strahlung ist zwischen 11 und 15 Uhr am höchsten und am gefährlichsten. Mittägliche Waldspaziergänge im Sommer sollten deshalb vorbereitet werden“, rät Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Helle Langarmhemden und Beinkleider mit UV-Stoffzertifikat helfen im Wald nicht nur, um Zecken frühzeitig zu entdecken, sondern auch, um sich vor UV-Strahlung zu schützen. Aber auch an die Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille sollte gedacht werden. Ganz wichtig, gerade im Freistaat: Die UV-Strahlungsintensität verstärkt sich mit zunehmender Höhe über dem Meeresspiegel.

Pro 1.000 Höhenmeter steigt diese um etwa 15 %. Wer also an extrem heißen Sommertagen vor der Hitze in die Kammlagen des Thüringer Waldes flüchtet, sollte sich vor der dort höheren UV-Strahlung schützen. Wer gar alpine Regionen aufsucht, sollte besonders vorsichtig sein: Schneefelder reflektieren UV-Strahlung bis zu 80 %. Gebhardt hat noch ein Praxistipp parat: Wer Sonnenschutzcreme verwendet, sollte darauf achten, diese mehrfach am Tag aufzutragen. Beim Schwitzen wird die Creme von der Haut unbemerkt abgetragen.

Bürobeschäftigte mit deutlich geringerem Risiko

Die jährliche UV-Belastung in Gebäuden ist, im Vergleich zu Berufstätigen im Freien, hingegen deutlich geringer: Gerade einmal 10 bis 20 %. Welche konkreten Auswirkungen dies hat, zeigten 2018 veröffentlichte Forschungsergebnisse der technischen Universität München. 591 Probanden, davon 193 Försterinnen und Förster, wurden auf ihr Hautkrebsrisiko in Zusammenhang mit ihrer Outdoor-Tätigkeit untersucht. Obwohl die Grünröcke häufig Dienstkleidung trugen und vorwiegend unter Bäumen im Schatten arbeiteten, waren im Schnitt 16,5 % von Karzinomerkrankungen betroffen. Die Gruppe hatte auf die zusätzliche Anwendung von Sonnenschutzcremes verzichtet.

Übrigens: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht den aktuellen UV-Index, der kostenfrei unter www.uv-index.de abgerufen werden kann. Der Index beschreibt in elf Warnstufen, welche Maßnahmen zum UV-Schutz ergriffen werden sollten.

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