Montag, 23.04.2018 05:58 Uhr

Utopie der Natur und wandernde Bäume

Verantwortlicher Autor: Friedrich S. Lenz Ascona , 31.03.2018, 20:29 Uhr
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Lago Maggiore bei Ascona
Lago Maggiore bei Ascona  Bild: © Lenz

Ascona [ENA] Das Event in Ascona „Die Utopie von der Natur“ lebt schlechthin von der Hoffnung, den Menschen nicht nur literarisch in Einklang mit der Natur zu bringen, um ihm eine gute Zukunft auf unserem Planeten zu ermöglichen. In diesem Jahr fand die 6. Festivalausgabe in der Schweiz am Lago Maggiore statt.

Das diesjährige 6. Eventi letterari Monte Verità endete am 25. März 2018 in Ascona im schweizerischen Tessin. Namhafte Autorinnen und Autoren wie Judith Schalansky, Zora del Buono und Rüdiger Schaper mit Roger de Weck diskutierten am letzten Tag des Events zum Thema „Schön ist die Natur… in einem Park“. Vier Tage lang trafen sich renommierte Schriftsteller, Publizisten und Schauspieler sowie erstmals auch Naturwissenschaftler auf dem Monte Verità in Ascona am Lago Maggiore, um mit ganz unterschiedlichen thematischen Zugängen das Festival-Thema „Utopie der Natur“ zu erforschen.

«Ich sehe Menschen wie wandernde Bäume», so der von Jesus geheilte Blinde. Ein umwerfendes Bild. Die Erde haben wir erst kennengelernt dank auf dem Wasser schwimmender Bäume. Lebend sind sie unbeweglich, doch machen sich Bäume, wenn sie sterben, auf den Weg, werden Boot, Skulptur, Musikinstrument, Tisch, Papier, Buch. Deswegen steht der Schriftsteller in der Schuld der Bäume. «Ich liebe die Bäume, sie sind wie wir, die Wurzeln in der Erde und den Kopf gen Himmel,» sagte Erri De Luca beim 6. Festival Eventi Letterari in Ascona. Er schildert Reisen über Land und Wasser, hält Zwiesprache mit den Bergen, hört der Natur zu und erzählt von den wandernden Bäumen.

Die Verbindung von Ökologie und Literatur sowie die Verarbeitung unmittelbarer Naturerfahrung standen im Zentrum des Festivals. Überraschungsgast war Marco Balzano, der als junger italienischer Autor seinen neuen Roman “Paese che non c’è più” vorstellte. Einer der vielen Höhepunkte der Literaturtage war die Lesung von Bruno Ganz und Valentina Lodovini, welche aus berühmten Texten weltbekannter Autoren lasen, die eine Rückkehr zur Natur herbeisehnen und fordern.

Bruno Ganz
Valentina Lodovini

Eros Bergonzoli, Präsident des Utopie-Festivals

Eros Bergonzoli, freute sich über den erfolgreichen Verlauf des Festivals: „Wir konnten auch dieses Jahr wieder ein dichtes und hochaktuelles Programm anbieten, mit starken Auftritten von Gästen wie Erri De Luca, Erling Kagge, Bruno Ganz und Valentina Lodovini. Die Eventi letterari Monte Verità schufen damit einen einzigartigen Raum, in welchem sich Autoren und Publikum gefunden haben, um Ideen und Erkenntnisse auszutauschen. Das Festival sprach nicht nur eine intellektuelle Elite, sondern auch ein breites Publikum an.“ Oder wie es der deutsche Physiker Hans Joachim Schellnhuber auf den Punkt brachte: „Eine Chance für die Menschheit sei auch die moralische Kraft des Einzelnen.“ Fotos - Copyright: Festival Eventi letterari Monte Verità.

Schellnhuber
Schalansky
Pusterla
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