"Stunde der Wintervögel": Mehr Menschen, weniger Vögel
Berlin [ENA] Mit einem lachenden und einem weinenden Auge lässt sich die diesjährige Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" bilanzieren. Schnee und Frost sorgten zwar dafür, dass deutlich mehr Menschen zur einstündigen Beobachtung ans Futterhaus oder in den Park gingen – doch gleichzeitig wurden so wenige Vögel gesichtet wie noch nie seit Beginn der Erhebung durch die Naturschutzorganisationen NABU und LBV.
Mehr als 145.000 Teilnehmer machten am zweiten Januarwochenende 2026 bei der Aktion mit. Bei der inzwischen 16. Zählrunde registrierten Vogelfreunde über 3,27 Millionen Vögel in mehr als 102.000 Gärten und Parks. „Das ist ein Plus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Julian Heiermann, Naturschutzexperte beim NABU. „Schnee und Frost haben für das passende Wintergefühl gesorgt, sodass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen.“
Doch die Freude über die hohe Beteiligung wird durch die eigentlichen Zählergebnisse getrübt. Mit durchschnittlich 32 gesichteten Vögeln pro Garten oder Park liegt der Wert so niedrig wie nie zuvor. Zum Vergleich: Bei der ersten Zählung im Jahr 2011 waren es im Schnitt noch 46 Individuen. „Über die vielen Jahre lässt sich bei der "Stunde der Wintervögel" leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten“, so Heiermann. „Auch häufige Arten wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen reihen sich in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein – wenn auch nicht so dramatisch wie die stark gefährdeten Agrarvögel.“
Die "Stunde der Wintervögel" gilt als Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Sie wird vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem bayerischen Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) organisiert. Die Zählung liefert detaillierte Daten zur Winter‑Bestandsentwicklung häufiger Arten im Siedlungsraum. Mit steigender Beteiligung und einer wachsenden Zeitreihe gewinnen die Ergebnisse an Aussagekraft. Die nächste Erhebung, die "Stunde der Gartenvögel", findet vom 8. bis 10. Mai 2026 statt. www.NABU.de




















































