Mittwoch, 17.08.2022 06:16 Uhr

NHM Wien Ausstellung "Brasilien"

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 30.06.2022, 11:24 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 5211x gelesen

Wien [ENA] 1889 eröffnete das NHM Wien mit etwa 30 Millionen Objekten eines der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Museen der Welt. War früher ein Museum vielleicht noch Ausdruck von ungezügelter Sammlerleidenschaft, muss sich heute eine Ausstellung auch kritisch mit dem Erwerb von Exotica aus aller Welt auseinandersetzen. Das tut auch das NHM mit "Brasilien. 200 Jahre Beziehungsgeschichten" vom Juni 22 bis April 23.

Die Ausstellung ist einerseits in ihrer faszinierenden Vielfalt spannend, andererseits ist sie aber auch ein Symbol für die Zerstörung eines ehemaligen Naturparadieses, die seit der Entdeckung Brasiliens vor 500 Jahren durch die Portugiesen unaufhaltsam voranschreitet. Begonnen haben die intensiven Beziehungen zwischen Österreich und Brasilien mit der Vermählung Erzherzogin Maria Leopoldine von Österreich mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro im Jahr 1817. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der großangelegten Expedition, die anlässlich der Hochzeit veranlasst und von Wissenschaftlern wie Johann Natterer begleitet wurde, die unter großen Strapazen Fauna und Flora, Mineralien und ethnologische Kostbarkeiten sammelten.

Der größte Teil der Ausstellung ist den einzigartigen Naturräumen Brasiliens gewidmet - dem immergrünen Regenwald Amazoniens, dem tausende Kilometer langen küstennahen Bereich des Atlantiks, der dichten Wildnis des Atlantischen Waldes, der bleichen Vegetation in der Caatinga, den tropischen Sumpfgebieten des Pantanals, den Gräsern der Pampa und den Savannen des Cerrado. Um wenigstens Reste der ursprünglichen Lebensräume zu erhalten, sind auch Wissenschaftler*innen aus dem NHM Wien gemeinsam mit Partner*innen aus Brasilien an Forschungs-und Renaturierungss-Projekten beteiligt. Trotz dem Bemühen der Ausstellung einen Eindruck von Brasilien zu vermitteln, weht ein beklemmender Hauch von Weltschmerz durch die ehrwürdigen Räume des NHM Wien

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