Samstag, 11.07.2020 20:27 Uhr

Maxim Gorkis Erzählungen

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 19.06.2020, 08:43 Uhr
Kommentar: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 4287x gelesen

Wien [ENA] Niemand kann die "Wollust" des Elends besser beschreiben als russische Dichter. Tief fühlen sie sich in das Leben der Ausgegrenzten, Besitzlosen und vom Schicksal in eine dunkle Ecke Gedrängte hinein und leuchten diese Orte des Schreckens und Verzweiflung mit einer Sprache aus, die wie glühende Lava die Geschichten umspült. So auch Maxim Gorki, der in seinen Erzählungen immer wieder menschliche Abgründe beschreibt.

In der Erzählung "Sechsundzwanzig und Eine" leben völlig heruntergekommene Männer in einem modrigen, verschimmelten Keller der als Backstube dient. Abgetrennt von den Weiten des Himmels und der Freiheit ist hier das Menschliche auf die schweigsamen und verbissenen Rituale der Handgriffe reduziert, die die Arbeitsprozesse des Brotbackens ausmachen. Und doch dringt in diese tote, kalte Männerwelt ein Lichtstrahl. Es ist das junge Dienstmädchen Tanja, die morgens immer fröhlich und verschmitzt anklopft und mit den Worten "Her mit den Brezeln, Arrestantche!" die schmutzigen, hässlichen, düsteren Menschen aufschauen lässt. Als sich aber die Situation verändert und sich Eifersucht und ein Drama anbahnt, zerbricht dieses kleine Glück für immer.

Maxim Gorki! Was für ein Leben, welche widersprüchlichen Gefühle mussten ihn bewegt haben! Er selbst, 1868 geboren, kannte das Elend der Massen in Russland. Er arbeitete als Kind und Jugendlicher als Lumpensammler, Küchenjunge, Bäckergeselle oder Maurer. Gorki war ein Naturtalent wenn es darum ging das Theatralische des Alltäglichen in Erzählungen und Dramen umzuwandeln. Die revolutionären Umbrüche seiner Zeit waren von Gewalt und Hoffnung getragen. Bei der Zeitung "Neues Leben" lernte er Lenin kennen und gründete eine Schule für Revolutionäre und Propagandisten. 1927 wurde er von der kommunistischen Akademie als proletarischer Schriftsteller anerkannt und erhielt später den Leninorden. 1932 wurde seine Geburtstadt in Gorki umbenannt.

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